Home / Fishothek / Wirbellose / T / Triops longicaudatus – Nordamerikanischer Urzeitkrebs

Triops longicaudatus – Nordamerikanischer Urzeitkrebs

Foto: © Barmeierle - fotolia
Foto: © Barmeierle – fotolia
Foto: © Barmeierle - fotolia
Foto: © Barmeierle – fotolia
Foto: © Barmeierle - fotolia
Foto: © Barmeierle – fotolia

Synonym:

Herkunft:

Vom Süden Kanadas bis in die Karibik und Südamerika

Beschreibung:

Sie besiedelt vor allem ephemere Kleingewässer, also Tümpel und Pfützen die sporadisch austrocknen können. Ihre sogenannten Dauereier, in Wirklichkeit Dauerstadien bereits teilentwickelter Embryonen, überstehen solche Trockenzeiten für viele Monate. Fallen dann wieder ausreichender Niederschläge und die Schlammlöcher füllen sich erneut mit Wasser, dann wimmelt es bald von kleinen Triops, die sich rasch entwickeln und fortpflanzen, bevor die nächste Trockenperiode droht.

Vor wenigen Jahren durchgeführten Genanalysen haben jedoch gezeigt, dass es sich nicht um eine einzige Triops-Art handelt, sondern um eine Mischform aus mehreren geographisch voneinander unabhängig entwickelten Arten handeln muss.

Aussehen

Die Urzeitkrebse sind die ältesten lebenden „Fossilien“, die man kennt. Sie haben sich bereits vor Jahrmillionen entwickelt und sich bis heute praktisch unverändert erhalten, da in ihrem Milieu ein Selektionsdruck durch Fressfeinde fast völlig fehlt und sie an sich rasch verändernde Umweltbedingungen in Bezug auf Temperatur und Wasserverhältnissen gut angepasst sind.

Im Vergleich zu der europäischen Art bleibt der nordamerikanische Urzeitkrebs etwas kleiner und hat eine eher grünliche Färbung des Rückenschildes. Wie bei allen Triops-Arten bedeckt der Rückenpanzer fast den gesamten Körper, lediglich die beiden Schwanzanhängen und die zu Fühlern umgewandelten ersten Gliedmaßen schauen daraus hervor.

Der Urzeitkrebs hat drei Augen, die in einem Dreieck in der vorderen Partie des Rückenschildes angeordnet sind (daher der Gattungsname Triops = dreiäugig). Vorne sitz ein Paar facettenreicher Komplexaugen, wie sie auch von Insekten bekannt sind. Im Gegensatz zu diesen reichen die 250 Facetten pro Augen aber nur ein verschwommenes Sehen, was zur Orientierung in einem Umfeld von etwa 10cm reicht. Das unpaare Naupliusauge, welches weiter hinten liegt, ist einfacher gebaut und reicht nur zum einfachen Hell-/Dunkelsehen.

Unter dem Rückenschild sind die einzelnen Segmente zu funktionellen Einheiten zusammengefasst: dem Kopf mit den Mundwerkzeugen, dem Brustbereich mit bis zu 44 blattförmigen Beinpaaren, mit denen sie sich koordiniert fortbewegen können, krabbelnd und grabend über dem Boden und schwimmend, sogar mit dem Bauch nach oben direkt unter der Wasseroberfläche, und dem Hinterleib. Der Artname „longicaudatus“ = langschwänzig bezieht sich auf die Schwanzanhänge (Furka), obwohl dies der europäischen Triops-Art eigentlich etwas länger sind. Mit den Beinen sind sie auch in der Lage, sich sauerstoffreiches, frisches Wasser herbeizustrudeln, als auch Nahrungspartikel aus dem Wasser abzufiltrieren. Der Hinterleib hat weitere bis zu 70 haarfeien Anhänge, mit denen die Fortbewegung der vorderen Beinpaare und das Herbeistrudeln der Nahrungspartikel unterstützt wird. Alle Beine und Anhänge sind ungegliedert, Form und Stabilität werden nur durch den Druck der Hämolymphe aufrecht erhalten. Da das Blut der Urzeitkrebse auch rot gefärbtes Hämoglobin enthält, um den oft geringen Sauerstoffgehalt der Schlammtümpel und Pfützen voll nutzen zu können, erscheinen ihre Extremitäten leuchtend rot.

Das erste Beinpaar bildet lange Fortsätze, mit denen sie ihre Umgebung ertasten und schmecken können, was bei der Futtersuche in den oft trüben Tümpeln sehr hilfreich sein kann.

Haltung im Aquarium

Die von zahlreichen Firmen, darunter auch Schulverlage, angebotenen Komplett-Kids zur Aufzucht der urzeitkrebse scheinen eher der wilden Phantasie von Comiczeichner, als dem Fachwissen erfahrener Aquarianer entsprungen zu sein. Die dort enthaltenen Aufzuchtbecken sind in Form und Farbe derart kitschig, dass es jedem Liebhaber und Halter von Zwerggarnelen und Krebsen grausen muss. Wem die Triops-Krebse als solche nicht bunt und interessant genug erscheinen, der sollte die Finger besser davon lassen. Eine erfolgreiche, eigene Zucht wird man mit diesem skurrilen Plastikbehälter ohnehin nicht aufbauen können. Da ist eine ganz normale Aquarieneinrichtungen wesentlich sinnvoller und artgerechter.

Das Becken sollte möglichst 60cm Kantenlänge nicht unterschreiten, da diese Krebse gesellig leben und in Gruppen gehalten werden sollten. Aus dem Handel kann man den Zuchtansatz und vielleicht auch noch das Erstfutter zur Aufzucht der Nauplien beziehen. Der Bodengrund des Beckens sollte aus reinem Sand bestehen, in dem die Krebse wühlen und graben können. Lediglich ein paar Rückzugsebereichen in Form von hohl aufliegenden, flachen Steinen oder Wurzeln sollten nicht fehlen. Ein mittlerer Wasserstand genügt. Die Krebse können zwar nicht aus dem Becken herausklettern, eine Abdeckung sollet jedoch nicht fehlen, damit die Luft über der Wasseroberfläche nicht zu sehr abkühlt. Das Wasser muss permanent gefiltert werden, dazu reicht ein kleiner Innenfilter mit Schwammoberfläche, in den die kleinen Nauplien nicht eingesaugt werden können. Die dadurch erzeugte Wasserströmung sollte gering sein, da die Krebse durch das permanente Anschwimmen gegen die Strömung zu viel Energie aufwenden müssten. Gefüttert wird zum Beispiel mit Tubifex und roten Zuckmückenlarven, die die Krebse aus dem Sand herauswühlen können. Der Triops ist jedoch ein Allesfresser und ist ständig auf Nahrungssuche, da er täglich ungefähr 40% seines Körpergewichtes zu sich nehmen muss, um wachsen zu können. Neben Detritus, Pflanzenresten geht er auch an Aas und verschont selbst Kaulquappen nicht.

In der Regel wird im Fachhandel nicht der Zuchtansatz unseres einheimischen Triops angeboten, sondern des nordamerikanischen Verwandten (Triops longicaudatus). Haltungs- und Zuchtbedingungen sind jedoch für beide Arten gleich.

Da der Urzeitkrebs auch in seiner natürlichen Umgebung innerhalb kurzer Zeit extremen Schwankungen der Milieufaktoren ausgesetzt sind, ist der Triops auch im Aquarium äußerst tolerant gegenüber Veränderungen in der chemischen Zusammensetzung des Wasser, den Temperaturen und dem Sauerstoffgehalt. Nur die Nauplien sind empfindlicher, daher sollte man ihnen in den ersten Tagen nach dem Schlüpfen ein konstantes, optimales Wassermilieu bieten. Natürlich fühlen sich auch die adulten Tiere in sauberem, klarem Wasser wohler. Und schließlich will ja auch der Aquarianer etwas von seinen Schützlingen sehen. Tägliche geringe Milieuschwankungen in Wassertemperatur und Sauerstoffgehalt fördern jedoch die Vitalität, Wachstum und Fortpflanzung der Tiere.

In jedem Fall sollte das Wasser frei von Tensiden, Schwermetallen und anderen Schadstoffen sein. Wasserpflanzen aus Gärtnereien werden oft mit Pestiziden behandelt, um sie vor insektenfraß und Parasitenbefall zu schützen. Bevor man die Pflanzen in das Aquarium setzt, sollten sie deshalb einige Tage in einem separaten Behälter gewässert und das Wasser oft gewechselt werden.

Zucht

Der Urzeitkrebs Triops longicaudatus ist bei der Fortpflanzung fast ebenso variabel und angepasst an rasch wechselnde Umweltbedingungen wie in der Haltung der Tiere. So gibt es Populationen, die ausschließlich aus Weibchen bestehen und sich ungeschlechtlich durch Parthenogenese vermehren. Bei anderen Stämmen sind die Tier Zwitter mit beiden Geschlechtsanlagen, die sich durch Selbstbefruchtung vermehren können. Daneben gibt es aber auch Zuchtstämmen mit einem Überschuss an Männchen. Die Dauereier, die die Weibchen legen, sind in Wirklichkeit Zysten, in denen die Embyronalentwicklung bereits abgeschlossen ist. Diese Dauerstadien können über längere Zeit, über Monate oft sogar Jahre, im Bodenschlamm der ausgetrockneten Tümpel überleben. Sobald dann die ersten Niederschläge fallen, schlüpfen die Nauplien bereits nach 1 bis 2 Tagen und häuten sich innerhalb weniger Tage zu den typischen Urzeitkrebschen.

Damit die Nauplien schlüpfen, müssen zuvor bestimmte Milieubedingungen als Initialzündung eingehalten werden. Die Eier sollten für einige Zeit trocken im Boden gelegen haben und Licht ausgesetzt werden. Wenn dann das Wasser zugefüllt wird, sollte es eine Anfangstemperatur von etwa 15oC und einen neutralen pH-Wert (ca. pH7) haben. Damit werden die Bedingungen für Regenwasser erfüllt, welche die Dauereier aus ihrem „Dornröschenschlaf“ weckt und den Schlüpfvorgang auslösen.

 

 

Temperatur: 15-32°C
pH: 7-9
KH:

GH:
Leitwert:
 
Ernährung:

Besonderheiten:

Erreichbare Größe: Gesamtkörperlänge etwa 8cm

Quelle: Heiko Fröhlich

weitere Quellen: http://www.wirbellosen-aquarium.de/krebse/triops-spec.html

2 Kommentare

  1. Ettenberger Angela

    Ich habe sehr viele Planarien in meinem Aquarium, haben Sie Carpaxkrebse zu verkaufen.
    Gerne erwarte ich Ihre Rückmeldung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.