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Aphyosemion (Chromaphyosemion) splendopleure – Splendopleure Zweistreifen-Prachtkärpfling

Aphyosemion (Chromaphyosemion) splendopleure – Splendopleure Zweistreifen-Prachtkärpfling

Quelle: Rudolf Pohlmann
Quelle: Rudolf Pohlmann

Synonym: Aphyosemion bivittatum

Herkunft:

Die Terra typica Chromaphyosemion splendopleure ist Tiko in Kamerun. In der Vergangenheit wurden alle Chromaphyosemion auf Sedimentböden, die sich im Küstenbereich Westkamerun südlich im Anschluss an das Verbreitungsgebiet von Chromaphyosemion bivittatum (unterhalb der Stadt Funge) bis Nordgabun befinden, als Chromaphyosemion splendopleure bezeichnet. Diese Art variiert sehr stark in den Farbformen und so wurde von einigen Autoren eine Splitterung in Phänotypen und „ spec „ durchgeführt. Die meisten der Phänotypen wurden als selbstständige Arten beschrieben.

Beschreibung:

Lebensraum: Chromaphyosemion splendopleure leben in kleinen, meist stehenden Gewässern auf Sedimentgrund. Die Tiefe des Gewässers ist 1 cm bis 50 cm. Die Fische werden an den Wurzeln von Anubias , in den Uferpflanzen, die in das Wasser hängen und in den Zonen der abgelagerten Pflanzenabfälle (Äste, Zweige, Laub) gefangen.

Chromaphyosemion ist eine Untergattung von Aphyosemion (1971 Dr. Alfred RADDA / 2014 Jean H. Huber)
Chromaphyosemion ist eine Gattung (2007 Sonnenberg)

Brüning 1929
(Der grüne Leuchtaugenfisch und der afrikanische Glanzkärpfling. Wochenschrift Aquar. Terr. Kde 26 (23); 356; )
Bedeutung des Namens: splendopleure, (lat) mit glänzenden Seiten.
Terra typica: Tiko, Kamerun

Nach der DNA-Arbeit von Agnèse 2006 werden die Populationen von Tiko, Bimbia, Insel Bioko, die Phänotypen der Populationen Dizangue und Kopongo (2007 beschrieben von Sonnenberg als koungueense und omega), sowie einige Populationen an der Straße von Kribi nach Campo (Unbeschriebene Art) zu der Art splendopleure gezählt.
Der Hauptkern der alten splendopleure –Art, die Phänotypen Tiko und Meme, bis auf die Population von Tiko, wird der Art volcanum zugeteilt.
Fundorte von Chromaphyosemion volcanum (DNA-Arbeit von Agnèse 2006):
Ekondo-Titi, Mbonge, Kakè, Kumba, Mambanda, Boko-River, Chutes dÈkom, Ebonji, Bombe, Likoko, Owe, Muyuka, Kompina, Penda-Mboko, Monango, Yoke, Ngenge-River, Bamukong und Moliwe.

Auch die Population vom Fundort Mile 29, die der Art Chromaphyosemion poliaki ähneln, zählt Agnèse zu der Chromaphyosemion Art volcanum.

In den USA werden die Chromaphyosemion splendopleure (alte Aquarienstämme) vom Fundort Tiko noch unterschieden in “Tiko Green” und “Tiko Orange”.

Auch die nach 2000 eingeführten Chromaphyosemion von verschiedenen Fundorten aus der Umgebung von Tiko können in Grüne und Orange eingeteilt werden (Siehe Fotos).

Aphyosemion (Chrom.) splendopleure “Tiko Impass College ABC 06/119”
Fänger: Agnèse Brummett et Lambert (2006)
Geographische Lage: N 04° 04′ 16 7 E 09° 22′ 14 3

Aphyosemion (Chrom.) splendopleure “Tiko Big Ikange Camp“
Fänger: Horst Gresens (2002)
Geographische Lage: N 04° 05′ 26.2 E 09° 23’11.9

Aphyosemion (Chrom.) splendopleure “Tiko Big Ikange rechts C 03/46”
Fänger: Harald Kullmann (2003)
Geographische Lage: N 04° 05’26.2 E 009° 23’11.9

Aphyosemion (Chrom.) splendopleure “Tiko CBL 01/25”
Fänger: Olivier Buisson & Patrice Lambert (2001)
Geographische Lage: N 4°05.773′ E 9°22.387′

Weiterer Chromaphyosemion splendopleure Fundort befinden sich südlich von Tiko bis zur Küste:
Aphyosemion (Chrom.) splendopleure “Bimbia”
Fänger: 2002 Gresens, 2003 Kullmann, 2008 Agnès und 2013 Gresens
und östlich von Tiko bis etwa Douala.:
Aphyosemion (Chrom.) splendopleure Nkapa KV 03/42
Aphyosemion (Chrom.) splendopleure Ayatto C 03/33
Fänger: 2003 Harald Kullmann und Martin Voelker

Fundorte von der Insel Bioko:
Aphyosemion (Chromaphyosemion) sp. aff. splendopeure “Nsupu Bioko GEMHS 00/42”
Aphyosemion (Chromaphyosemion) sp. aff. splendopeure “Bioko GEMHS 00/43”
Fänger: 2000 Malumbres, Huijgevoort, Sanjuan

Fundorte zwischen Kribi und Campo im Süden Kamerun:
Aphyosemion (Chromaphyosemion) sp. aff. splendopeure “Mboro CMM 18”
Aphyosemion (Chromaphyosemion) sp. aff. splendopeure “Mamelles KV 03/39”
Fänger: 2000 Sonnenberg und 2003 Kullmann und Voelker
Aphyosemion (Chromaphyosemion) sp. aff. splendopeure “100 m N riv. Boutchilika ADK 11/453”
Aphyosemion (Chromaphyosemion) sp. aff. splendopeure “Afan Essokie II, ADK 11/452”
Aphyosemion (Chromaphyosemion) sp. aff. splendopeure “Ebodje ABC 05/46”
Aphyosemion (Chromaphyosemion) sp. aff. splendopeure “Malaba ABL 08/209”
Fänger: 2005, 2008 und 2011 Agnèse
Aphyosemion (Chromaphyosemion) sp. aff. splendopeure “Likado CSK 95/23”
Fänger: 1995 Malumbres, Torres, Vlijm, Keijzer und Huijgevoort

Phylogenetic relationships and phylogeography of the Killifish species of the subgenus Chromaphyosemion (Radda, 1971) in West Africa, inferred from mitochondrial DNA sequences J-F. Agnèse, F. Zentz, O. Legros, D. Sellos 2006

Zucht:

Im Gegensatz zu einigen anderen Killifischen haben Chromaphyosemion eine kurze, etwa 16 Tage Inkubationzeit je nach Temperatur. Die Zucht ist als Wasser- und Trockenlagerung möglich.

Für den Zuchtansatz benutze ich ein Becken 20x20x30cm, gut abgedeckt mit einem Innenfilter. Das Wasser wird durch eine Osmose – Anlage und Leitungswasser auf etwa 200-300 μs (4 °- 10° dGH) gemischt. Die Temperatur liegt bei 22 bis 24 C °, der pH -Wert etwa bei 6,0° bis 7,2° pH. Zur Zucht fange ich ein Paar Chromaphyosemion aus dem Aquarium und überführe es in ein kleines 10 Liter Becken (2/3 Aquarienwasser und 1/3 weiches Wasser). Da ich die Eier nicht absuche, benutze ich Fasertorf als Ablaichmaterial. Bei der Verwendung von Fasertorf und weichem Wasser mit wenig Karbonathärte lässt sich der pH – Wert gut senken. Durch die veränderten Wasserwerte wird die Laichbereitschaft angeregt. Tiere im Zuchtansatz bekommen grundsätzlich nur Lebendfutter, um zusätzliche Verschmutzungen in dem kleinem Becken zu verringern . Nach einer Woche wird ein Drittel des Wassers gewechselt. Nach einer weiteren Woche entfernt man das Zuchtpaar aus dem Ansatz. Beim Wechseln des Zuchtpaares zurück ins Aquarium müssen die Wasserwerte beachtet und, falls erforderlich, angepasst werden. Der Ansatz wird mit dem Fasertorf in einen neuen Behälter (eine etwa 7 Liter Kühlschrankdose) gegossen. Auf den Ansatz kommen etwa 2 Liter weiches Wasser, 100 µs. Nach einigen Tagen kann man die ersten Jungfische an der Oberfläche des Wassers entdecken. Sie werden nun sofort mit Essigälchen und oder frisch geschlüpften Artemia gefüttert. Abgestorbene Futterreste werden abgesaugt und eine Kahmschicht auf dem Wasser vorsichtig entfernt. Nach etwa drei Wochen wird der Ansatz in ein größeres Becken überführt und innerhalb einiger Tage langsam mit frischem Wasser aufgefüllt. Zu schneller Wasserwechsel kann zu Oodinium führen.

Empfohlene Wasserwerte aus langjähriger Erfahrung:

Temperatur: 22°-24°
pH: 6-7
KH:
GH: 4 °- 10° dGH 
Leitwert: 200 bis 300 μs
 
 

Ernährung:

Essigälchen, Artemia-Nauplien
Futter: Lebendfutter (Mückenlarven, Daphnien, Drosophila, Grindal, Springschwänze und Tubifex) eventuell Frost- und Trockenfutter

Besonderheiten:

Chromaphyosemion haben zwei schwarze Längsbänder, bei beiden Geschlechtern sind diese je nach Stimmung deutlich erkennbar. Sie werden daher auch Stimmungsbänder genannt. Durch die beiden Längsbänder und das Ändern der Körperfarben je nach Stimmung, kann man Chromaphyosemion deutlich von anderen Aphyosemion -Arten unterscheiden.

Anmerkung:

Durch neue Erkenntnisse der DNA – Untersuchungen können Populationen in Arten anders eingeteilt, oder auch umbenannt werden. Darum ist es besonders wichtig, auch den Fundort mit anzugeben, um bei eventuellen Änderungen die Populationen besser in Arten einteilen zu können.

aus Kamerun neu beschrieben:
Aphyosemion (Chromaphyosemion) poliaki (Amiet1991)
Aphyosemion (Chromaphyosemion) koungueense (Sonnenberg 2007)
Aphyosemion (Chromaphyosemion) omega (Sonnenberg 2007)
Aphyosemion (Chromaphyosemion) punctulatum (Legros, Zentz & Agnèse2005)
Aphyosemion (Chromaphyosemion) melanogaster (Legros, Zentz & Agnèse2005)
Aphyosemion (Chromaphyosemion) pamaense (Agnese, Legros, Cazaux & Estivals 2013)

Unbeschriebene Chromaphyosemion – Art
Aphyosemion (Chromaphyosemion) sp. aff. splendopeure Kribi – Campo

aus Äquatorial – Guinea neu beschrieben:
Aphyosemion (Chromaphyosemion) malumbresi (Legros, Zentz 2006)
Aphyosemion (Chromaphyosemion) ecucuense (Sonnenberg 2007)
Aphyosemion (Chromaphyosemion) erythron (Sonnenberg 2007)

Unbeschriebene Chromaphyosemion – Art von der Insel Bioko:
Aphyosemion (Chromaphyosemion) sp. aff. splendopeure “Bioko”

aus Gabun neu beschrieben:
Aphyosemion (Chromaphyosemion) alpha (Huber 1998)
Aphyosemion (Chromaphyosemion) kouamense (Legros1999)

weitere Bemerkungen:

Killifische: DKG Deutsche Killifisch Gemeinschaft

DKG study group – Chromaphyosemion
http://www.killi.org/viewforum.php?f=97

facebook: DKG AG Chromaphyosemion
https://www.facebook.com/pages/DKG-AG-Chromaphyosemion/100233743500568

Quelle: Rudolf Pohlmann

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