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Botia lohachata – Netzschmerle

Quelle: Zierfischgrosshandel G.Höner

Synonym: Netz-Prachtschmerle, botia almorhae

Herkunft:

Nordindien, Pakistan, Nepal, Bangladesch

Lebensraum:

Die Netzschmerle lebt in sauerstoffreichen und klaren Flüssen. Dort eher in ruhigeren Seitenabschnitten in mäßiger Strömung. Die juvenilen Netzschmerlen leben auf einer Höhe von mindestens 300m über dem Meeresspiegel. Nach der Geschlechtsreife wandern sie in deutlich höher gelegene Gewässer auf bis zu 1600 m.

Ihr Lebensraum besteht primär aus steinigem Untergrund jeglicher Größe übergehend in sandiges Substrat. Die Hauptvegetation außerhalb des Wassers besteht aus Rhododendron und Bambus. Daher ist auch davon auszugehen, dass es Treibholz und in Ufernähe Wurzeln im Wasser gibt.

Beschreibung:

Netzschmerlen sind Gruppenfische die in ihren natürlichen Habitaten in großer Anzahl zusammenleben. Sie haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten mit einer klaren Hierarchie. Es kommt in den Gruppen immer mal wieder zu Rangkämpfen, welche bei ausreichender Gruppengröße aber harmlos ablaufen.
Im Aquarium können die Tiere nachweislich über 17cm groß und älter als 20 Jahre werden. Die Schuppen der Netzschmerle sind äußerst klein und glänzen bei Jungtieren golden und silbrig, bei erwachsenen Tieren dann eher grau bis gelb. Das Netzmuster zeigt sich bei juvenilen Netzschmerlen in seiner typischen Ypsilon (YYY) Form in schwarz. Daher auch der englische Name Yoyo Loach. Bei adulten Tieren geht die Musterung in ein Labyrinth artiges und einmaliges Muster in Brauntönen über.
Die Weibchen können gut am Laichansatz erkannt werden. Dabei können sie fast so hoch wie lang werden.

Haltung:

In ihren natürlichen Habitaten verstecken sich die Tiere gerne in Ritzen und Spalten zwischen den Steinen. Im Aquarium kann ihnen dies durch Steinaufbauten oder passende Röhren geboten werden. Dabei sollte darauf geachtet werden, mehr solcher Versteckmöglichkeiten zu bieten als Tiere vorhanden sind, um dadurch entstehende Aggressionen zu minimieren. Für fünf Tiere sollten zum Beispiel etwa acht Verstecke angeboten werden.
Die häufig zu findende Angabe einer Kantenlänge von 80 cm ist sehr veraltet und deutlich zu klein. Eine Beckenlänge von mindestens 120cm, besser noch länger, sollte geboten werden. Dabei ist die Höhe des Beckens relativ nebensächlich, eine größere Tiefe dafür von Vorteil.
Das Aquarium sollte möglichst über dunklen und feinen Bodengrund verfügen. Die Verstecke können aus Steinaufbauten, Wurzeln, Bambus- und Tonröhren bestehen. Eine abwechslungsreiche Strukturierung ist von Vorteil, damit den intelligenten Tieren nicht langweilig wird.
Es sollten wenigstens vier Tiere zusammen gehalten werden. Als Biotop typische Bepflanzung würden sich beispielsweise Javafarn, Javamoos, Cryptocorynen, Kirschblatt und Hornkraut eignen.

Empfohlene Wasserwerte aus langjähriger Erfahrung:

Temperatur: 24 – 30° C
pH: 6,0 – 8,0
KH:
GH: 2 – 16
Leitwert:
 

Eine gute Wasserhygiene und regelmäßige Teilwasserwechsel sind erforderlich

 

Gerade die Angaben zur Temperatur sind mittlerweile umstritten. In der Natur sind Netzschmerlen durch die deutlichen Höhenunterschiede die sie im Laufe ihres Lebens überwinden sehr viel niedrigeren Temperaturen ausgesetzt als bisher angegeben. Es gibt Quellen in denen zu lesen ist, dass sie mit Temperaturen um 18°C sehr gut auskommen und sogar agiler werden. Wird den Tieren eine kühlere Winterpause geboten, kann dies sie auch zum ablaichen anregen. Netzschmerlen können dennoch auch bei den bisher bekannten Temperaturen mit tropischen Fischen vergesellschaftet werden.

Ernährung:

In der Natur vor allem Schnecken, Insektenlarven und Aufwuchs. Aber auch junge Triebe von einigen Wasserpflanzen werden gerne gefressen. Im Aquarium sollte regelmäßig mit kräftigem Lebend- und Frostfutter gefüttert werden. Futtertabs und Flockenfutter werden auch gerne genommen. Auch eine regelmäßige Fütterung mit Grünfutter und Gemüse sollte stattfinden.

Besonderheiten:

Über Knacklaute, welche auch im Aquarium gut hörbar sind, können Netzschmerlen sich miteinander verständigen. So zeigen sie an wo es Futter gibt oder warnen einander. Netzschmerlen legen sich außerdem manchmal auf die Seite um sich auszuruhen. Dies ist ein ganz normales Verhalten der Tiere. Auch kann es vorkommen, dass ein jüngeres Tier mit einem Alttier synchron schwimmt (Shadowing). Netzschmerlen haben, so wie andere Schmerlen Arten auch, zur Verteidigung einen herausklappbaren Dorn unter dem Auge.

weitere Bemerkungen:

Netzschmerlen eignen sich gut für Gesellschaftaquarien. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass ihren Bedürfnissen Rechnung getragen wird. Lediglich mit ihnen bei der Nahrungsaufnahme unterlegenen, bodenbewohnenden Fischen wie Panzerwelsen sollten sie nicht vergesellschaftet werden.
Für die Einrichtung eines Biotopaquariums würden sich beispielsweise sehr gut die weniger Wärme liebenden Malabarbärblinge oder Devariobärblinge eignen.

Quelle:

Stefan Steiniger

Ein Kommentar

  1. Danke für den Artikel. Habe vier Tiere und es geht ihnen prächtig. Man sollte den Tieren aber wirklich mindestens 1,20 m Kantenlänge geben. Die schwimmen den halben Tag hin und her.

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