Apistogramma pebas
Beschreibung
Der Pebas-Zwergbuntbarsch (Apistogramma pebas) wird bis zu 6 cm groß und ist ein farbkräftiger Zwergbuntbarsch aus dem Artenkomplex um Apistogramma ortegai. Der Handelsname „Pebas“ verweist auf die Herkunftsregion nahe der Ortschaft Pebas in der peruanischen Provinz Loreto.
Männchen besitzen ein metallisch-blaues bis violettes Gesichtsfeld, einen gelblich-violetten Körperton mit roten Akzenten in den verlängerten, reich gemusterten Flossen. Die Körperform ist seitlich abgeflacht mit betontem Kopfprofil. Weibchen sind deutlich kleiner, dezenter gefärbt und zeigen in Brutstimmung eine intensive gelb-schwarze Zeichnung. Im Aquarium ist die Art eher zurückhaltend, nutzt Höhlen, Wurzeln und Laub als Rückzugs- und Laichplätze und zeigt während der Brutzeit ausgeprägtes Revierverhalten.
Besonderheiten
- Metallisch-blaues bis violettes Gesichtsfeld bei Männchen
- Aus dem Artenkomplex um A. ortegai
- Eher durchsetzungsschwach im Vergleich zu anderen Apistogramma
- Höhlenlaicher mit alleiniger Brutpflege durch das Weibchen
- Schwarzwasser-Art aus Peru, bevorzugt weiches, saures Wasser
- Weibchen zeigen in Brutstimmung intensive gelb-schwarze Zeichnung
Vergesellschaftungshinweise
Apistogramma pebas wird im Harem gehalten (1 Männchen mit 2-3 Weibchen) und ist friedlich, bei Brut territorial. Kleine Garnelen werden gefressen.
Die Art lässt sich mit ruhigen, kleinen südamerikanischen Arten vergesellschaften, solange diese nicht um Bodenhöhlen konkurrieren. Geeignete Mitbewohner sind ruhige Salmler (Rote Neons, Glühlichtsalmler), Beilbauchfische und Zwergziersalmler im oberen und mittleren Beckenbereich sowie friedliche Harnischwelse und kleinere Corydoras-Arten am Boden. Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina) werden als Beute betrachtet. A. pebas ist im Vergleich zu manchen Apistogramma-Arten eher durchsetzungsschwach.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind größer (5-6 cm) und farbenprächtiger als Weibchen (3,5-4 cm) mit metallisch-blauem Gesichtsfeld und verlängerten, reich gemusterten Flossen. Weibchen sind kleiner, dezenter gefärbt und zeigen in Brutstimmung eine intensive gelb-schwarze Zeichnung.
Haltungstipps / Pflege
Apistogramma pebas benötigt eine naturnahe Einrichtung mit feinem Sandboden, Falllaub und zahlreichen kleinen Höhlen. Die Wasserwerte sollten bei 24-28 °C, pH 5,5-7,0 und GH 1-5 °dGH liegen. Als Mindestbeckengröße gelten 80 cm Kantenlänge und 112 Liter.
Die Art stammt aus weichem, saurem Schwarzwasser und reagiert empfindlich auf zu hartes oder alkalisches Wasser sowie auf schnelle Wasserwertschwankungen. Regelmäßige, kleinere Wasserwechsel mit angepasstem Wasser sind wichtiger als seltene große Wechsel. Die Strömung sollte gering sein. Eine dezente Bepflanzung mit anspruchslosen Arten (Javafarn, Anubias, Cryptocorynen) sowie Totholz und Blattlager fördern natürliches Verhalten. Filterung über Torf kann die Wasserqualität positiv beeinflussen.
Der Pebas-Zwergbuntbarsch ist ein anspruchsvoller Pflegling für Aquarianer mit Erfahrung in der Weichwasserhaltung. Die Lebenserwartung liegt bei ca. 5 Jahren.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Höhlenlaicher
Zuchtschwierigkeit: Mittel
Das Weibchen legt klebrige Eier an die Höhlendecke ab und übernimmt die Brutpflege, während das Männchen das Revier verteidigt. Die Gelegegröße liegt bei etwa 50-100 Eiern. Die Jungfische schlüpfen nach 2-3 Tagen und werden vom Weibchen eng geführt. Erstfutter sind frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.
Zuchtwasser: pH 5,0-6,0, GH unter 5 °dGH, 26-28 °C. Auslöser: Intensive Fütterung mit hochwertigem Lebendfutter (schwarze Mückenlarven, Artemia) in Kombination mit Wasserwechseln mit leicht kühlerem, weichem Osmosewasser.
Ernährung/Futterbedarf
Apistogramma pebas ist ein Mikro-Prädator und nimmt überwiegend kleine wirbellose Beutetiere auf. Lebend- und Frostfutter wie schwarze und weiße Mückenlarven, Artemia, Cyclops und Daphnien bilden die Basis der Ernährung. Nach Eingewöhnung wird oft auch hochwertiges, feines Granulat akzeptiert. Wildfänge können anfangs Trockenfutter verweigern.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Apistogramma pebas stammt aus dem Einzugsgebiet des Río Ampiyacu nahe der Ortschaft Pebas in der peruanischen Provinz Loreto. Die Typuslokalität liegt in einem kleinen, flachen Zufluss mit klarem, saurem Wasser. Der Bodengrund besteht aus feinem Sand und einer dichten Laubschicht. Diese Schwarzwasser-ähnlichen Biotope bieten wenig Strömung und sind reich an organischem Material.