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Verbreitete Missverständnisse in der Aquaristik

Verbreitete Missverständnisse in der Aquaristik

Alles notwendige Zubehör ist besorgt, das Aquarium ist aufgestellt und eingefahren, nun sollen die ersten Bewohner einziehen. Ab jetzt fallen nur noch kleine, regelmäßige Pflegemaßnahmen an, aber auch die sind wichtig. In diesem Bereich erklären wir dir, wie du Fische und Wirbellose richtig einsetzt, so dass sie möglichst keinen Stress haben, wie und wann du Wasser wechseln und den Filter sauber machen solltest und was deine Tiere gerne fressen mögen. Außerdem gibt es auch im „Alltag“ viel Spannendes zu sehen. Vielleicht balzen deine Fische und es kommt Nachwuchs? Oder es treten Probleme wie Algen und Krankheiten auf – auch das gehört leider gelegentlich zum Aquarienalltag. Aber nicht verzagen, hier findest du immer Hilfe!

Eine Komplettreinigung bringt das Aquariengleichgewicht völlig durcheinander und sollte nie gemacht werden, wenn nicht bestimmte Krankheiten (Fischtuberkulose) dazu zwingen. Wenn du die Pflege hast schleifen lassen, machst du einfach normal weiter und statt einem großen Wasserwechsel machst du alle paar Tage einen normalen – das ist viel schonender für die Tiere und das ganze biologische System.

Nur nicht! – alles Futter, was die Tiere nicht fressen, belastet das Wasser. Es sollte nie etwas liegen bleiben und gammeln. Wenn du das Füttern vergessen hast und die Tiere abgemagert sind, gibst du besser kleinere Portionen, aber dafür etwas öfter als normal.

Die meisten Algen und Erreger sind immer vorhanden oder du holst sie dir nach einem Neustart mit Pflanzen und Fischen wieder herein. Krankheiten brechen erst aus, wenn die Lebensverhältnisse der Tiere schlecht sind. Ein Neustart ist nur sehr selten sinnvoll (Bei Fischtuberkulose, massivem Blaualgenbefall). Es ist immer besser, die Ursachen für Probleme zu finden, sie im System zu lösen und zu heilen, anstatt einfach alles noch einmal zu machen – und eventuell die gleichen Probleme wieder zu bekommen.

richtig düngen ist die Lösung! Algen wachsen bei Ungleichgewicht im Nährstoffangebot besser als Pflanzen. Wenn du das Düngen einstellst, werden die Pflanzen als erstes darunter leiden, die Algen aber weiter wachsen. Kontrolliere die Umstände im Aquarium und folge unseren Tipps zur Algenbekämpfung.

Die Fische sind beim Transport erheblichem Stress ausgesetzt, das lässt sich leider nicht vermeiden. Es kann vorkommen, dass die Fische Krankheiten aus dem Laden mitbringen – auch ohne dass sie dort krank aussehen. Krankheitskeime tragen aber eigentlich alle Fische mit sich herum. Das Entscheidende ist, dass die Fische sich wohl fühlen und in besten Umständen leben – dann ist ihr Immunsystem stark genug, gegen die Erreger anzukommen.

Nicht zu viel! Das Aquarium braucht seine Bakterien, seinen Mulm, seinen „Dreck“, um richtig zu funktionieren. Der Mulm ist der lebende Kompostverwerter im Becken und sollte nie ganz entfernt werden. Das Filtermaterial wird nur mit aquarienwarmem Wasser leicht gesäubert, aber nicht restlos rein gemacht – ein gewisse Menge Filterbakterien muss immer erhalten bleiben, damit sie das Substrat schnell wieder besiedeln können. Reinigungsmittel aus dem Haushalt haben in der Aquaristik nichts zu suchen.

Die Pflanzen ziehen die Nährstoffe aus deinem Aquarium. Wenn sie kümmern, fehlt ihnen etwas und du musst deine Düngegewohnheiten prüfen. Wenn Pflanzen direkt aus dem Handel kommen, kommt es vor, dass sie Blätter abwerfen. Sie sind meist emers, also über Wasser gezogen, weil sie so schneller wachsen und nicht von Algen befallen werden und weniger empfindlich gegen Transportschäden sind. Sie müssen sich also auf das Leben unter Wasser erst einstellen, das ist ganz normal, lass ihnen Zeit. Löcher werden oft von knabbernden Welsen verursacht. Wenn du sie mit genügend Grünzeug fütterst, sollten sie die Pflanzen weitestgehend in Ruhe lassen. Die Pflanzen können jedenfalls nichts dafür, wenn es ihnen nicht gut geht.

Der Filter hat eine wichtige Funktion als biologisches Wasserwerk. Die Bakterien darin verarbeiten Stoffwechselprodukte und sind wichtig. Sie SIND der Filter. Das Filtermedium dient ihnen nur als Siedlungsfläche und dafür, grobe Partikel einzufangen. Bei der Reinigung sollte man also nicht übertreiben und immer etwas Mulm darin übrig lassen. Mehr erfährst du hier.

Die für die Aquarienbewohner wichtigen Wasserwerte sind unsichtbar. PH-Wert, GH, KH und Nitrat kann man nicht sehen, sondern nur mit Tests nachweisen. Und das ist wichtig, denn sie können sich auch in einem eingefahrenen Becken allmählich verändern und ungesund für die Tiere werden.

Das kommt auf die Wasserwerte an. Da das CO2 in einem festen Verhältnis zu pH und KH steht, kann es sein, dass genügend CO2 vorhanden ist. Eine grobe Faustregel ist: Hast du recht saures Wasser (pH unter 7) und genug KH (über 6), müsste das CO2 zumindest für nicht so anspruchsvolle Pflanzen genügen. Wenn du hohe pH Werte (über 7,3) und wenig KH (unter 6) hast, könnten deine Pflanzen CO2 Düngung gebrauchen.

Das kann ein Grund sein, muss aber nicht. Eventuell ist auch eine Vergiftung eingetreten und es fehlt kein Sauerstoff, sondern die Fische können ihn nicht mehr aufnehmen (Nitrit-, Ammoniakvergiftung) oder sie haben Parasiten wie Kiemenwürmer, die ihnen die Atmung erschweren.

Dass sie eingeschleppt sind, stimmt zwar, denn sie kommen meist als Minischnecken oder Eier mit Pflanzen herein. Das ist aber gut, denn Schnecken spielen eine wichtige Rolle im biologischen Gleichgewicht im Aquarium. Wenn es zu viele sind, fütterst du wahrscheinlich zu viel und es bleiben Reste am Boden liegen. Vermeide das, und die Anzahl der Schnecken wird sich wieder verringern. Kugelfische sind schwierig zu halten und sollten nicht nur für diesen Zweck angeschafft werden.

Stimmt zwar wahrscheinlich, lässt sich aber nicht vermeiden. Die feinen Sporen der Algen sind überall. Sobald du Pflanzen aus laufenden Becken in deines übernimmst, sind sie dort unweigerlich. Das macht aber nichts – das Entscheidende ist dein Aquarium. Die Algen wachsen nur, wenn dort etwas nicht ganz rund läuft. Prüfe die Düngung!

Fische spielen nicht. Wenn sie sich gegenseitig Wunden zufügen, ist die Lage ziemlich ernst. Es fehlt offenbar an Versteckmöglichkeiten, oder die Vergesellschaftung ist nicht optimal, oder das Becken ist schlicht zu klein. Wenn Verletzungen auftreten, sollte man immer prüfen, wie man die Umstände verbessern und das in Zukunft vermeiden kann.

Stimmt teilweise, ist aber nicht gut. Wenn Fische, die eigentlich groß werden, in zu kleine Becken gesetzt werden, wachsen sie in der Tat meist schlechter (Wegen Futtermangel, Wasserwerten, Reviergröße). Das ist aber ungesund für sie und keine Entschuldigung dafür, sich den zu großen Traumfisch in das zu kleine Becken zu setzen. Die künstlich herbeigeführten Minis sind eigentlich traurige Krüppel.

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Wir haben Ende 2018 dieses neue Format gestartet und werden in Zukunft auf diesem Kanal alles abdecken, was dich als Aquarianer unterstützt und dir hilft, dein Aquarium besser und gesünder zu betreiben.

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