Aulonocara

Deutscher Name: Calico Kaiserbuntbarsch

Foto: Aquarium Dietzenbach
Herkunft:
Südamerika
Farben:
blau, gelb, orange, rot
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Aulonocara calico
Gattung: Aulonocara
Familie: Cichlidae

Beschreibung

HINWEIS: Dieser Steckbrief beschreibt eine Calico-Zuchtform/Hybride, keine natürliche Aulonocara-Art. Für artspezifische Informationen siehe die Steckbriefe der einzelnen Aulonocara-Arten. Aulonocara ist eine Gattung afrikanischer Buntbarsche, die endemisch im Malawisee (Ostafrika) vorkommt. In der Aquaristik sind diese Fische unter dem deutschen Namen „Kaiserbuntbarsch“ oder „Pfauenbuntbarsch“ bekannt und werden für die intensive, irisierend-metallische Färbung der Männchen geschätzt. Derzeit sind rund 22 gültig beschriebene Arten anerkannt. Alle Aulonocara gehören zur Familie Cichlidae und zur Unterfamilie der Haplochrominen. Im Handel weit verbreitet sind Zuchtformen wie der sogenannte „OB“- oder „Calico“-Stamm. Diese Tiere sind aquaristisch produzierte Hybride, die vermutlich aus Kreuzungen zwischen Aulonocara-Arten und OB-Mbuna (mit Orange-Blotch-Gen) entstanden sind. Die Kreuzung erhöht die Aggressionsbereitschaft geringfügig gegenüber reinblütigen Pfauenbuntbarschen, macht die Tiere aber nicht grundlegend unverträglich. Hybriden können trotz normalen Fortpflanzungsverhaltens steril sein. Der Körperbau ist typisch cichlidenhaft: seitlich leicht abgeflacht, robust, mit gut entwickelten Flossen. Männchen sind deutlich farbenprächtiger als Weibchen (ausgeprägte Sexualdichromie), häufig in Blau-, Gelb- und Orangetönen je nach Art oder Zuchtlinie.
Sozialverhalten: Harem
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Keine besonderen Merkmale dokumentiert

Vergesellschaftungshinweise

Aulonocara gelten als vergleichsweise friedliche Vertreter der Malawi-Cichliden. Männchen sind gegenüber Artgenossen territorial, besonders während der Fortpflanzungsphase, in der die Färbung intensiviert und Revierkämpfe häufiger werden. Weibchen sind weniger territorial und zeigen stärker soziales Gruppenverhalten. Die empfohlene Haltungsform ist ein dominantes Männchen mit mehreren Weibchen (Harem) oder, bei ausreichend Platz (ab ca. 300 Liter), ein Mehrmänner-System mit klar abgegrenzten Revieren. Bei Calico/OB-Hybriden ist die Aggressionsbereitschaft durch die Mbuna-Kreuzung etwas erhöht, aber im Vergleich zu echten Mbuna immer noch moderat. Wirbellosenverträglichkeit: Junggarnelen sind gefährdet; adulte Garnelen werden meist toleriert. Schnecken gelten als unproblematisch. Wasserparameter | Parameter | Aquarium-Empfehlung | Wildwert (Malawisee) | |———–|——————–|———————–| | Temperatur | 22–26 °C | ~24–26 °C | | pH | 7,5–8,5 | 7,7–8,6 | | GH | 10–25 dGH | 6–10 dKH (KH) | Hinweise: Der Malawisee ist für sein hartes, alkalisches Wasser bekannt. Weiches oder saures Wasser ist für Aulonocara ungeeignet und wird langfristig nicht toleriert. Stabile Parameter sind wichtiger als das genaue Einhalten enger Grenzen. Regelmäßige Wasserwechsel sind essenziell. Für die Vergesellschaftung empfiehlt sich aus dem verbindlichen Profil ausschließlich die Haltung mit anderen Rift-See-Cichliden ähnlicher Größe und bestimmten Synodontis-Arten. Arten, die aus völlig anderen bioregionalen Verhältnissen stammen – beispielsweise viele südamerikanische Weichwasserfische oder empfindliche Bodenbewohner – sind aufgrund inkompatibler Wasserchemie und unterschiedlicher Ansprüche grundsätzlich ungeeignet. Explizit als ungeeignete Beifische aufgeführt sind Corydoras, Otocinclus, Ancistrus, Neocaridina (Garnelen), Paracheirodon (z. B. Neonfische), Apistogramma, Hyphessobrycon und Nannostomus. Der Grund hierfür liegt in der unterschiedlichen Wasserchemie der Herkunftsgebiete: Rift-See-Arten benötigen in der Regel härteres, alkalischeres Wasser, das für viele der genannten südamerikanischen und weichwasserbewohnenden Arten nicht tolerierbar ist.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen weisen ein deutlich intensiveres, leuchtendes Farbenspiel auf als Weibchen, wobei besonders die Flossen – allen voran Rücken- und Afterflosse – verlängert und farblich akzentuiert sind. In der Paarungszeit fallen bei den Männchen zudem ausgeprägte, oft kontrastreiche Muster und Markierungen im Kopf- und Kieferbereich auf, die Weibchen fehlt; diese zeigen generell dezentere, zurückhaltendere Farbtöne und einen rundlicheren Körperbau.
Größe: ca. 14 cm

Haltungstipps / Pflege

Der Aulonocara spec. calico Kaiserbuntbarsch benötigt ein großzügiges Aquarium mit naturnaher Gestaltung, bei der Sandboden, Felsen und pflanzliche Rückzugsmöglichkeiten harmonisch kombiniert werden, um sowohl Revierverhalten als auch Rückzugsmöglichkeit zu berücksichtigen. Für optimale Wasserqualität sollte ein pH-Wert zwischen 7,5 und 8,5 sowie eine Temperatur von 25 bis 28 °C beibehalten werden, wofür ein gut dimensionierter Filter und regelmäßige Wasserwechsel von 20 bis 30 Prozent im Abstand von ein bis zwei Wochen essenziell sind. Die Fütterung sollte abwechslungsreich gestaltet werden und besteht idealerweise aus hochwertigen Flockenfuttermischungen, Frost- und gelegentlich lebenden Futtermitteln, wobei auf eine ausreichend dosierte Mineralstoffversorgung geachtet werden sollte. Regelmäßige Reinigungsarbeiten, wie das Entfernen von altem Futterreste und abgestorbenen Pflanzenbestandteilen sowie das gezielte Absaugen des Bodens, tragen zur Gesunderhaltung des etablierten biologischen Filtersystems bei. Weiterhin sind routinemäßige Beobachtungen und, falls erforderlich, ein tierärztlicher Check Teil der allgemeinen Pflege, um Stresssituationen und Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen und entsprechend eingreifen zu können.
Wasserhärte:
mittel bis hart
pH-Wert
7,5–8,5
Temperatur:
22–26 °C
Beckengröße:
ab 130 cm, 300 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Aulonocara sind maternale Maulbrüter (maternal Maulbrüter) – diese Angabe im Originalsteckbrief ist korrekt und gut belegt. Das Weibchen nimmt die befruchteten Eier sofort nach der Ablage auf und trägt sie im Maul. Die Inkubationszeit beträgt ca. 3 Wochen (~21–28 Tage). Die Maulbrut wird nach dem Schlüpfen noch einige weitere Tage im Maul gehalten, bis die Jungfische frei schwimmen. Die Brutgröße liegt typischerweise bei etwa 12–15 Jungfischen. Zur Zucht empfiehlt sich ein Setup mit einem Männchen und mindestens 5 Weibchen in einem ausreichend großen Becken. Hinweis Hybride: Calico/OB-Hybriden können trotz Fortpflanzungsverhalten steril sein. Zeigen die Tiere Balzverhalten ohne Bruterfolg, liegt wahrscheinlich Hybridsterilität vor.

Ernährung/Futterbedarf

Aulonocara sind überwiegend karnivor und auf kleine Wirbellose spezialisiert. Im Aquarium akzeptieren sie problemlos hochwertiges Trockenfutter (Cichliden-Pellets, Granulat), das durch gefrorene oder lebende Proteinquellen (Artemia, Mysis, Cyclops, Mückenlarven) ergänzt werden sollte. Gelegentliche pflanzliche Anteile (Spirulina, Gemüse) sind sinnvoll, aber kein Schwerpunkt. Rinderherz und andere Säugetierfleisch-Produkte sollten vermieden werden. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 6–10 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Aulonocara kommen im Malawisee vor, einem der ostafrikanischen Grabenbruchseen. Sie besiedeln bevorzugt Übergangsbereiche zwischen Fels- und Sandzonen, wo sie auf offenen Sandflächen und zwischen Felsstrukturen nach kleinen Wirbellosen suchen. Das charakteristische Verhalten der Gattung ist das systematische Absuchen des Sandbodens durch hochsensible Seitenlinienkanäle im Kopfbereich, mit denen versteckte Kleintiere aufgespürt werden. Das Wasser ist klar, sauerstoffreich und langsam bis kaum bewegt. Körpergröße und Lebenserwartung • Maximale Größe: 12–14 cm (je nach Art; Wildformen wie A. hansbaenschi bis ~14 cm TL; Aquariums-Durchschnitt 10–12 cm) • Lebenserwartung: 6–10 Jahre bei artgerechter Haltung Der Originalsteckbrief enthielt keine Größenangabe – dies ist ein wesentlicher Mangel, der hier ergänzt wird. Beckengröße • Minimum: ca. 250 Liter • Empfohlen für Gruppen: 300+ Liter • Substrat: Feinsand zwingend (Sandsucher-Verhalten; Pflanzen werden ausgegraben) • Einrichtung: Felsstrukturen mit Höhlen als Sichtschutz und Rückzugsraum, offene Sandflächen

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