Betta simplex
Beschreibung
Betta simplex, der Krabi-Kampffisch, ist eine vergleichsweise kleine, elegante Art aus der Familie Osphronemidae. Der Körper wirkt kompakt und leicht gestreckt. Männchen zeigen eine lebendige Färbung: rötlich-braune Grundtöne werden von intensiv irisierenden grün-blauen Schuppen an den Kiemendeckeln durchbrochen. Anal- und Schwanzflosse besitzen markante schwarze Ränder mit einem leuchtend blau-türkisen Submarginalband; die Flossenspitzen können weißlich erscheinen. Weibchen sind matter gefärbt, gelb-braun und weniger kontrastreich. Die Art erreicht ca. 6 cm SL.
Im Aquarium zeigt B. simplex ein vergleichsweise ruhiges Verhalten in der oberen und mittleren Schwimmzone. Männchen können territorial gegenüber Artgenossen sein, bleiben aber meist diskret und provozieren selten ernsthafte Auseinandersetzungen.
Besonderheit: B. simplex ist ein paternaler Maulbrüter und stammt aus kalkhaltigen Karstquellen der Krabi-Provinz (Thailand). Die Art benötigt neutrales bis leicht alkalisches Wasser (pH 7-8). Haltung in saurem Schwarzwasser ist ein häufiger Fehler und dieser Art nicht angemessen.
Besonderheiten
- Paternaler Maulbrüter: Männchen trägt die befruchteten Eier im Maul aus (Inkubation 9-16 Tage)
- Labyrinthfisch: benötigt Zugang zur Wasseroberfläche zum Luftholen
- Karstwasser-Spezialist: bevorzugt neutrales bis leicht alkalisches Wasser (pH 7-8), kein Schwarzwasser!
- Sprungneigung vorhanden: Abdeckung erforderlich
- Bevorzugt obere und mittlere Schwimmzone
- Empfindlich gegenüber schnellen Wasserwert-Schwankungen, besonders während Balz und Brutpflege
- Junggarnelen gefährdet; adulte Garnelen und Schnecken meist sicher
Vergesellschaftungshinweise
B. simplex ist weniger aggressiv als viele andere Betta-Arten und kann paarweise oder in einer kleinen Gruppe (ein Männchen, mehrere Weibchen) gehalten werden. Haremshaltung erfordert größere Becken, viele Rückzugsmöglichkeiten und aufmerksame Kontrolle. Männchen sind gegenüber anderen Männchen leicht territorial.
Überwiegend friedlich und aufmerksam. Während Brutzeiten übernimmt das Männchen als Maulbrüter die Brutpflege und sollte möglichst ungestört bleiben.
Junggarnelen werden oft als Beute betrachtet. Größere Garnelen sind üblicherweise sicher, Schnecken werden in der Regel toleriert.
Geeignete Beifische: friedliche südostasiatische Arten wie kleinere Rasboras, ruhige Schmerlen und Bodenfische aus der gleichen Region. Keine südamerikanischen Arten (Corydoras). Keine afrikanischen Buntbarsche.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind farbenprächtiger mit rötlich-braunen Körpergrundtönen, irisierenden grün-blauen Kiemendeckeln und kontrastierenden schwarz begrenzten Flossen mit blau-türkisem Submarginalband und weißen Flossenspitzen. Der Kopfbereich wirkt bei Männchen breiter. Weibchen sind schlichter gefärbt, gelb-braun, mit weniger ausgeprägten Flossenzeichnungen und häufig sichtbarem Laichansatz im Abdomen. Die maximale Größe beträgt ca. 6 cm.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20-28 °C, pH 7,0-8,0, GH 3-12 dGH. Neutrales bis leicht alkalisches, mittelhartes Wasser (Karstwasser). Keine sauren oder sehr weichen Wasserbedingungen!
Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge (54 Liter) für ein Paar oder eine kleine Gruppe. Dichte Bepflanzung mit Cryptocoryne, Schwimmpflanzen (Salvinia) und überhängenden Pflanzen. Substrat kiesig bis schlammig mit Laubauflage; dekorative Kalkstein-Elemente passend (natürliches Karstsubstrat). Stilles bis mäßig fließendes Wasser.
Abdeckung erforderlich (Sprungneigung), mit Luftspalt über der Wasseroberfläche (Labyrinthorgan). Stabile Wasserwerte wichtig; sprunghafte Schwankungen erhöhen Stress und Krankheitsanfälligkeit.
B. simplex ist eine anspruchsvolle Art für erfahrene Aquarianer.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Paternaler Maulbrüter mit hohem Schwierigkeitsgrad. Dokumentiert; Zuchtberichte liegen vor.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 22-24 °C, pH 7,0-7,5, GH bis ca. 12 dGH.
Konditionierung mit reichlich hochwertigem Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven). Trigger: kühlerer Wasserwechsel kombiniert mit reichlicher Fütterung (Regensimulation). Sehr ruhige, störungsfreie Umgebung mit vielen Verstecken erforderlich.
Das Männchen nimmt die befruchteten Eier ins Maul und trägt sie bis zum Freischwimmen der Jungfische. Inkubation 9-16 Tage bei ca. 24 °C. Das Männchen darf während der Brutpflege nicht gestört werden.
Erstfutter: Artemia-Nauplien und Mikrowürmer (Jungfische nehmen diese sofort beim Freischwimmen an). Geschlechtsreife ab ca. 6 Monaten.
Ernährung/Futterbedarf
Karnivor. Bevorzugt lebende und gefrorene tierische Nahrung; Trockenfutter wird oft nur widerwillig angenommen. Empfohlen: Mückenlarven, Daphnien, Cyclops, Artemia-Nauplien. Hochwertige, fleischbetonte Granulate als Ergänzung. Mehrere kleine Fütterungen am Tag.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Betta simplex ist endemisch in der Krabi-Provinz (Thailand) und wurde in Karstquellen und Quellbächen wie Tham Sra Kaew und Ao Luek beschrieben. Die natürlichen Gewässer sind oft klar mit bläulich-grüner Färbung durch gelöstes Kalziumkarbonat. Wasser neutral bis leicht alkalisch (pH 7-8). Uferbereiche dicht bewachsen mit überhängenden Pflanzen und Cryptocoryne-Beständen. Substrat aus Kalksteingestein, Kies und schlammigen Bereichen mit Falllaubschicht. Stille bis mäßige Strömung.