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Zierfische, Familie Cichlidae

Rottüpfel-Hechtbuntbarsch Crenicichla sp. „Fire Spot“ (Inirida III)

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Crenicichla sp. „Fire Spot“ ist ein noch nicht wissenschaftlich beschriebener Hechtbuntbarsch aus dem Einzugsgebiet des Río Inírida in Ostkolumbien. Im Buch „Die Buntbarsche Amerikas“ Band 3 von Rainer Stawikowski und Uwe Werner wird dieselbe Form als Crenicichla sp. Inirida III geführt, im deutschen Schrifttum auch als Rottüpfel-Hechtbuntbarsch. Sie gehört in die Verwandtschaft von Crenicichla saxatilis.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Paarweise
  • Territorial
  • bis 28 cmEndgröße

  • 5,4-7pH-Wert

  • ab 650 lAquariengröße

Beschreibung

Anders als bei den beschriebenen Arten dieser Gruppe sind viele Zeichnungselemente nicht schwarz oder weiß, sondern dunkelrot: der zweigeteilte Schulterfleck hinter der Brustflosse, der dreieckige Fleck unter dem Auge, der kleine, hell eingefasste Schwanzwurzelfleck und die roten Punkte vor der Schwanzflossenbasis. Der Körper ist schlank und blass rosa bis beige, der Kiemendeckel kräftig gelb. Die Größenangaben schwanken: Ein Fachartikel nennt maximal 20 cm, ein Züchter berichtet von Männchen mit etwa 28 cm; die meisten Importtiere waren 8 bis 15 cm lang. Die Art ist ein Höhlenbrüter und wurde im Aquarium bereits nachgezogen. Nach der Gattungsrevision von Varella und Mitarbeitern (2023) wird die frühere Crenicichla-saxatilis-Gruppe in der eigenen Gattung Saxatilia geführt; im Handel und in der deutschsprachigen Aquaristik läuft die Form weiter unter Crenicichla.

Haltung und Pflege

Crenicichla sp. „Fire Spot“ braucht für ein Paar ein großes, stark gegliedertes Aquarium ab 180 x 60 x 60 cm, rund 650 Liter (Anfertigung). Wurzeln, Steine und Höhlen bieten Reviergrenzen und Laichplätze, ein sandiger Bodengrund erlaubt das Anlegen von Gruben für die Jungfische. Für Hechtbuntbarsche hat sich eine Bambusröhre unter der Wasseroberfläche bewährt, in der sich das Weibchen außerhalb der Laichzeit vor dem Männchen verbergen kann. Das Herkunftsgewässer ist sehr weich und sauer. Größere Hechtbuntbarsche lassen sich nach der Fachliteratur auch in härterem Leitungswasser halten, zur Zucht brauchen sie aber weiches Wasser unter 120 µS/cm; bei dieser Art empfiehlt sich Wasser wie im Herkunftsgewässer (um 70 µS/cm, pH 5,4). Jungfische wuchsen in etwas härterem Wasser (um 250 µS/cm) bei pH 6,5 bis 7 gut heran; der pH-Bereich von 5,4 bis 7 umfasst damit Zucht- und Aufzuchtwasser. Zu Temperatur und Gesamthärte gibt es keine gesicherten Angaben; belegt ist nur, dass das Herkunftsgewässer sehr weich und sauer ist.

Verhalten und Vergesellschaftung

Crenicichla sp. „Fire Spot“ wird paarweise gehalten. Ein in der Fachpresse beschriebenes Paar verhielt sich außerordentlich harmonisch, Beißereien wurden nicht beobachtet. Auch im Zuchtbericht harmonierte ein Paar, das halbwüchsig zusammengesetzt wurde. Für Hechtbuntbarsche allgemein gilt, dass Männchen sehr rabiat werden und das Weibchen mitunter töten können; ein Rückzugsort, in dem sich das Weibchen in voller Länge verbergen kann, ist deshalb sinnvoll. Untereinander sind schon die Jungfische aggressiv und verfolgen Unterlegene. Als Beckenpartner eignen sich etwa gleich große Fische, zum Beispiel ein Schwarm großer Salmler, hochrückige Buntbarsche wie Skalare oder Heros und im Bodenbereich Harnischwelse. Größere Hechtbuntbarsche jagen vor allem Fische; kleine Fische und Garnelen sind im selben Becken nicht sicher. Zur Zucht sollte das Paar ein Artbecken für sich haben.

Ernährung

Crenicichla sp. „Fire Spot“ ist ein Raubfisch. Für die Gattung beschreibt die Fachliteratur, dass größere Hechtbuntbarsche vor allem Fische jagen, sich aber leicht an gefrorene Fische, Garnelen und ähnliches Großfutter sowie an Cichliden-Sticks gewöhnen; auch Mückenlarven und Artemia werden gefressen. Wer nachziehen möchte, sollte nach derselben Quelle auch Fisch füttern. Im dokumentierten Zuchtbericht bekamen die Jungfische zuerst Artemia-Nauplien (frisch geschlüpfte Salinenkrebse) und Cyclops (Hüpferlinge), ab etwa 1,5 cm gefrorene weiße Mückenlarven als Hauptfutter und ab etwa 7 cm zusätzlich Garnelen und Cichliden-Sticks.

Zucht

Crenicichla sp. „Fire Spot“ ist ein Höhlenbrüter, die Nachzucht im Aquarium ist dokumentiert. Im Zuchtbericht wurde das Paar halbwüchsig eingesetzt; bis zur vollen Geschlechtsreife verging fast ein Jahr. Das Becken war mit Wurzeln, Steinen und Höhlen eingerichtet. Für den Zuchtansatz empfiehlt der Züchter Wasser wie im Herkunftsgewässer (Leitwert um 70 µS/cm, pH 5,4). Das erste Gelege wurde in einer geräumigen Bambusröhre abgelegt. Nach dem Schlupf brachten die Eltern die Jungfische in einer Sandkuhle am Boden unter und betreuten sie sehr aufmerksam. Aus dem ersten Gelege wurden 24 Jungfische aufgezogen, aus dem zweiten etwa 120. Für die Aufzucht eignete sich etwas härteres Wasser (um 250 µS/cm, pH 6,5 bis 7) mit mindestens zwei großen Wasserwechseln pro Woche (etwa zwei Drittel des Volumens). Damit erreichten die Jungfische in 4 Monaten knapp 10 cm. In einem Aufzuchtbecken ohne Bodengrund und Einbauten ließ sich die innerartliche Aggression abfangen, weil kein Jungfisch einen Unterlegenen dauerhaft verfolgen konnte. Zur Zuchttemperatur und zur Härte des Zuchtwassers gibt es keine gesicherten Angaben.

Zuchtwasser: pH 5,4

Natürlicher Lebensraum

Crenicichla sp. „Fire Spot“ stammt aus dem Einzugsgebiet des Río Inírida in Ostkolumbien. Der Fluss entspringt in Kolumbien und mündet unterhalb von Puerto Inírida in den Río Guaviare, der in den Orinoko fließt. Uwe Werner und Mitreisende wiesen die Art im Caño Rana nach, einem Zufluss des Río Inírida. Der Río Inírida ist ein Schwarzwasserfluss (durch Huminstoffe braun gefärbtes, sehr weiches und saures Wasser) mit extrem niedrigem pH-Wert. Für das Hauptverbreitungsgebiet der Art werden ein Leitwert von etwa 70 µS/cm und pH 5,4 angegeben. Wassertemperaturen aus dem Lebensraum der Art sind nicht dokumentiert. 2013 führte ein Importeur die Form als venezolanische Ware mit der Fundortangabe Puerto Inírida; die Stadt liegt in Kolumbien.

Geschlechtsunterschiede

Beide Geschlechter tragen rote Punkte vor der Schwanzflossenbasis. Männchen haben zusätzlich rote Punkte am hinteren Ende der Rückenflosse, und die obere Hälfte ihrer Schwanzflosse ist dicht mit roten Punkten besetzt. Weibchen fehlen die Flecken in der Rückenflosse; sie haben dort nur einen weißen Submarginalsaum (helles Band knapp unterhalb des Flossenrands), der bei der Balz im vorderen Teil kräftig grün schimmern kann.

Gut zu wissen

  • Rote statt schwarzer Zeichnung: zweigeteilter Schulterfleck, Fleck unter dem Auge, Punkte vor der Schwanzflossenbasis
  • Handelsname „Fire Spot“, in der Fachliteratur Crenicichla sp. Inirida III, deutsch Rottüpfel-Hechtbuntbarsch
  • Verwandtschaft von Crenicichla saxatilis, wissenschaftlich noch nicht beschrieben
  • Herkunft: Einzugsgebiet des Río Inírida, Kolumbien (Schwarzwasser)
  • Männchen ca. 20 bis 28 cm (Angaben schwanken)
  • Höhlenbrüter, Nachzucht im Aquarium dokumentiert
  • Zur Zucht sehr weiches, saures Wasser (um 70 µS/cm, pH 5,4)

Häufige Fragen

Ist Crenicichla sp. „Fire Spot“ dasselbe wie Crenicichla sp. Inirida III?

Ja. „Fire Spot“ ist der Handelsname, Inirida III die Bezeichnung im Buch „Die Buntbarsche Amerikas“ Band 3 von Stawikowski und Werner. Im deutschen Schrifttum heißt die Form auch Rottüpfel-Hechtbuntbarsch. Wissenschaftlich beschrieben ist sie noch nicht.

Wie groß wird der Rottüpfel-Hechtbuntbarsch?

Die Angaben schwanken: Ein Fachartikel nennt maximal 20 cm, ein Züchter berichtet von Männchen mit etwa 28 cm. Die meisten Importtiere waren 8 bis 15 cm lang. Für Weibchen gibt es keine gesicherte Größenangabe.

Woher stammt Crenicichla sp. „Fire Spot“?

Aus dem Einzugsgebiet des Río Inírida in Ostkolumbien, einem Schwarzwasserfluss im Orinoko-System. Nachgewiesen ist die Art unter anderem im Caño Rana, einem Zufluss des Río Inírida.

Welche Wasserwerte braucht die Art?

Weiches, saures Wasser mit pH 5,4 bis 7. Zur Zucht empfiehlt sich Wasser wie im Herkunftsgewässer, Leitwert um 70 µS/cm und pH 5,4. Zu Temperatur und Gesamthärte gibt es keine gesicherten Angaben.

Wie groß muss das Aquarium sein?

Für ein Paar ab 180 x 60 x 60 cm, rund 650 Liter (Anfertigung), stark gegliedert mit Höhlen, Wurzeln und Steinen.

Lässt sich der Rottüpfel-Hechtbuntbarsch nachziehen?

Ja. Die Art ist ein Höhlenbrüter; ein Paar laichte in einer Bambusröhre und zog 24, beim zweiten Mal etwa 120 Jungfische auf. Bis zur Geschlechtsreife des halbwüchsig eingesetzten Paars verging fast ein Jahr.

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  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

Paarweise halten, territorial

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