Aus Freude an der Aquaristik Wissen, Inspiration und Community

my-fish

Zierfische, Familie Characidae

Neonsalmler Paracheirodon innesi

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Neonsalmler (Paracheirodon innesi) gehört zu den bekanntesten Süßwasserfischen der Aquaristik und ist mit seinen leuchtenden Farben ein Dauerbrenner in Gesellschaftsbecken. Der schlanke, seitlich abgeflachte Körper trägt einen intensiv blau-türkisen Längsstreifen, der sich von der Schnauze bis zur Fettflosse zieht und je nach Lichteinfall metallisch schimmert.

  • Schwierigkeit: Einfach
  • Schwarm
  • Friedlich
  • 3,5-4 cmEndgröße

  • 5-8 JahreLebenserwartung

  • 20-26 °CTemperatur

  • 5-7,5pH-Wert

  • 1-10 °dGHGesamthärte

  • ab 112 lAquariengröße

Beschreibung

Ab der Körpermitte verläuft ein leuchtend roter Streifen bis zur Schwanzwurzel. Dieser rote Streifen bedeckt nur die hintere Körperhaelfte und ist das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zum Roten Neon (Paracheirodon axelrodi), bei dem sich das Rot über die gesamte Körperlänge erstreckt. Der Bauch ist silbrig-weiß. Im Aquarium zeigt Paracheirodon innesi ein lockeres Schwarmverhalten und bevorzugt die mittleren Wasserschichten zwischen dichter Bepflanzung. Bei zu heller Beleuchtung oder in Gesellschaft großer, aktiver Beifische wird er scheu und zieht sich zurück. Neonsalmler reagieren empfindlich auf Schwankungen der Wasserqualität und brauchen ein ruhiges, stabiles Umfeld. Wichtiger Gesundheitshinweis: Der Neonsalmler ist besonders anfällig für die sogenannte Neonkrankheit (Pleistophora hyphessobryconis). Erkrankte Tiere zeigen Farbverlust, weißliche Flecken unter der Haut, Unruhe und im Spaetsadium Rückgratverkrümmungen. Die Krankheit ist nicht heilbar. Erkrankte Fische müssen sofort isoliert werden, um den restlichen Bestand zu schützen. Beim Kauf auf gesunde, aktiv schwimmende Tiere ohne blasse Streifen achten. Tubifex als Lebendfutter nur aus sicheren Quellen verwenden, da dieser als Übertragungsweg gilt.

Haltung und Pflege

Die Haltung gelingt bei einer Wassertemperatur von 20-26 °C, einem pH-Wert von 5,0-7,5 und einer Gesamthärte von 1-10 °dGH. Neonsalmler sind Weichwasserfische und zeigen bei weichem, leicht saurem Wasser die intensivsten Farben. Nachzuchten aus Aquarienzucht, die den Grossteil des Handelsangebots ausmachen, tolerieren auch höhere pH-Werte bis 7,5 und Härten bis 10 °dGH. Für optimale Farbpracht und Wohlbefinden sind weichere, leicht saure Verhältnisse vorzuziehen. Wichtig: Neons vertragen keine Dauertemperaturen über 26 °C. Die oft kolportierten 28 °C aus Zuchtberichten gelten nur für kurzfristige Laichstimulation, nicht für die Dauerhaltung. Als Mindestbeckengröße gelten 80 cm Kantenlänge, das entspricht rund 112 Litern. In diesem Volumen findet ein Schwarm von 10-15 Tieren genügend Platz. Größere Becken ab 80 cm sind vorteilhaft, da sie mehr Schwimmraum und bessere Wasserstabilitaet bieten. Dunkles Substrat (feiner Sand oder dunkler Kies) hebt die Farben hervor. Dichte Bepflanzung am Rand mit offenen Schwimmzonen in der Mitte entspricht dem natürlichen Lebensraum. Wurzeln und Totholz schaffen Verstecke und dämpfen das Licht. Feinblättrige Pflanzen oder Javamoos bieten Rueckzugsraeume und Laichplätze. Eine Schicht Falllaub (z. B. Seemandelbaumblatter) säuert das Wasser leicht an und bildet das Biotop nach. Neonsalmler bevorzugen ruhige bis leicht mäßige Strömung. Ein sanfter Schwammfilter oder ein moderat eingestellter Innen- oder Aussenfilter genügt. Mäßige bis gedimmte Beleuchtung reduziert Stress und fördert die Farbintensitaet. Eine Abdeckung ist empfehlenswert. Eine kurzfristige Absenkung der Temperatur auf 20-21 °C kann Laichbereitschaft fördern und sollte langsam und kontrolliert erfolgen. Die Lebenserwartung liegt bei guter Pflege bei 5-8 Jahren, wobei 5 Jahre ein realistischer Durchschnitt ist.

Passt das Wasser bei dir?

Verhalten und Vergesellschaftung

Paracheirodon innesi ist ein besonders sozialer Schwarmfisch. Die Art sollte in Gruppen ab 10 Tieren gehalten werden, empfohlen sind 15 oder mehr Exemplare. Erst in größeren Gruppen zeigt sich das natürliche Schwarmverhalten vollständig und die Tiere verlieren ihre Scheu. Innerhalb des Schwarms stehen die Fische locker verteilt in kleinen, dynamischen Aggregationen, die ständig in Bewegung sind. Das Temperament ist durchweg friedlich. Typisch ist harmonisches Nebeneinander-Schwimmen mit anderen ruhigen Salmlern ähnlicher Größe. In Anwesenheit zu aktiver oder großer Beifische können einzelne Tiere ängstlich werden, weniger fressen und sich verstecken. Während der Laichzeit bleibt das Sozialverhalten ruhig, allerdings sind die Elterntiere starke Laichräuber. Mit Schnecken gibt es keine Probleme. Ausgewachsene Garnelen werden in der Regel toleriert, Junggarnelen sind allerdings gefährdet. Neocaridina- und Caridina-Zwerggarnelen lassen sich vergesellschaften, sofern genügend Verstecke für den Nachwuchs vorhanden sind. Geeignete Begleiter sind andere südamerikanische Salmler (Hyphessobrycon, Hemigrammus), Panzerwelse (Corydoras), Otocinclus und kleine friedliche Buntbarsche wie Apistogramma. Skalare (Pterophyllum scalare) sind ab einer Körpergröße von ca. 10 cm ebenfalls ungeeignet, da Neonsalmler dann ins Beuteschema fallen und gefressen werden.

Ernährung

Paracheirodon innesi ist ein Allesfresser mit Vorliebe für tierische Kost. Im Aquarium bilden hochwertige Flocken und feines Granulat die Grundversorgung. Regelmäßig kleines Lebend- und Frostfutter wie Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien oder Mikrowärmer ergänzen den Speiseplan und fördern Kondition, Laichbereitschaft und Farbintensitaet. Futter sollte mehrmals täglich in kleinen Portionen angeboten werden. Vorsicht bei Tubifex: Dieser gilt als möglicher Übertragungsweg für Pleistophora hyphessobryconis (Neonkrankheit) und sollte nur aus sicheren Quellen verwendet werden. Für Jungfische sind Infusorien, später Artemia-Nauplien und Mikrowärmer geeignet.

Zucht

Die Zucht von Paracheirodon innesi ist gut dokumentiert, erfordert aber spezifische Bedingungen und ist nicht trivial. Als Freilaicher streut die Art Eier ohne Nestbau oder Brutpflege über feinblättrige Pflanzen oder einen Laichmopp. Für die Zucht empfiehlt sich ein separates, abgedunkeltes Laichbecken mit sehr weichem, saurem Wasser: pH 5,5-6,5, GH 1-5 °dGH, Temperatur 24-26 °C. Ein sanfter Schwammfilter liefert ausreichend Filtration, ohne empfindliche Larven zu schädigen. Gruppenlaichen mit etwa 6 Tieren je Geschlecht wird empfohlen. Alternativ können Zuchtpaare getrennt konditioniert und dann zusammengebracht werden. Bewährte Laichausloeser sind die Simulation der Regenzeit durch Frischwasserzugaben und gezielte Temperatur- und Leitfähigkeitsänderungen. Zuchttiere vorher mit hochwertigem Lebendfutter (schwarze Mückenlarven, Artemia, Cyclops) konditionieren. Das Laichen findet meist morgens statt. Die Eier sind lichtempfindlich. Elterntiere müssen sofort nach dem Ablaichen entfernt werden, da sie starke Laichräuber sind. Inkubationszeit: 24-36 Stunden. Nach 3-4 Tagen werden die Jungfische freischwimmend. Erstfutter sind Infusorien bzw. Pantoffeltierchen, später Mikrowärmer und Artemia-Nauplien. Sauberes Wasser und kleine, häufige Futtergaben sind für die Aufzucht entscheidend. Die Fortpflanzungsschwierigkeit ist als mittel einzustufen. Das Halten selbst ist einfach, aber das gezielte Auslösen des Laichens erfordert angepasste Wasserwerte und ein separates Zuchtbecken.

Zuchtwasser: 24 bis 26 °C, pH 5,5 bis 6,5, bis 5 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Paracheirodon innesi stammt aus dem oberen Amazonas und seinen Nebenflüssen in Peru, Kolumbien und Brasilien. Bekannte Fundorte sind der Rio Putumayo, Rio Purus und die Region um den Rio Solimoes. Die Art bewohnt langsam fließende, stark beschattete Waldbäche und Seitenarme mit dichtem Pflanzenbewuchs, Totholz, Wurzeln und einer dicken Schicht aus Falllaub. Das Substrat besteht aus dunklem Sand oder feinem Kies, oft mit Laub bedeckt. Die Strömung ist gering, die Lichtintensitaet reduziert. Ufervegetation, Wurzeln und üüberhängende Büsche sorgen für diffuse Beleuchtung mit vielen Schatteninseln. Feinblättrige Pflanzen und Moosbewuchs bilden natürliche Laichplätze. Dokumentierte Wildwerte: Temperatur 20-26 °C, pH 5-7, GH 1-2 °dGH.

Geschlechtsunterschiede

Männchen sind schlanker gebaut und zeigen einen geraderen blauen Längsstreifen. Weibchen wirken fülliger im Bauchbereich, wodurch der blaue Streifen oft leicht gebogen erscheint. Dieser Unterschied ist bei gut genährten, geschlechtsreifen Tieren gut erkennbar. Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern sind gering und zeigen sich vor allem in der breiteren Körperform der Weibchen. Die Art erreicht 3,5 bis 4 cm Gesamtlänge (TL).

Gut zu wissen

  • Roter Streifen nur in der hinteren Körperhaelfte, beim Roten Neon (Paracheirodon axelrodi) dagegen über die gesamte Länge
  • Anfällig für die Neonkrankheit (Pleistophora hyphessobryconis), eine unheilbare Mikrosporidien-Infektion
  • Nicht mit Skalaren vergesellschaften, da Neons ab ca. 10 cm Skalargröße gefressen werden
  • Bevorzugt strukturierte, laubbedeckte Habitate mit Totholz und dichtem Pflanzenwuchs
  • Starker Laichräuber: Elterntiere fressen eigene Eier unmittelbar nach dem Ablaichen
  • Eier sind lichtempfindlich, Zuchtbecken muss abgedunkelt sein
  • Sehr scheu bei greller Beleuchtung
  • Saisonale Fortpflanzung, in der Natur an die Regenzeit gekoppelt
  • Mittlere Sprungneigung bei Erschrecken oder Wasserproblemen, Abdeckung erforderlich

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird der Neonsalmler?

Neonsalmler erreichen eine Gesamtlänge von 3,5 bis 4 cm. Männchen bleiben etwas schlanker, Weibchen wirken fülliger im Bauchbereich.

Welche Wasserwerte braucht der Neonsalmler?

Neonsalmler brauchen eine Temperatur von 20-26 °C, einen pH-Wert von 5-7,5 und eine Gesamthärte von 1-10 °dGH. Wichtig: Keine Dauertemperaturen über 26 °C. Weiches, leicht saures Wasser fördert die Farbintensitaet.

Kann man den Neonsalmler vergesellschaften?

Ja, Neonsalmler passen gut zu ruhigen südamerikanischen Arten wie Panzerwelsen (Corydoras), Hyphessobrycon- und Hemigrammus-Salmlern oder Apistogramma. Nicht geeignet sind Skalare (fressen Neons ab ca. 10 cm Länge).

Kann man den Neonsalmler im Aquarium züchten?

Ja, die Zucht ist gut dokumentiert, erfordert aber ein separates, abgedunkeltes Laichbecken mit weichem, saurem Wasser (pH 5,5-6,5, GH 1-5). Die Eier sind lichtempfindlich und die Elterntiere müssen sofort entfernt werden, da sie starke Laichräuber sind.

Was frisst der Neonsalmler?

Neonsalmler sind Allesfresser mit Vorliebe für tierische Kost. Hochwertige Flocken und feines Granulat als Basis, regelmäßig ergänzt durch Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien oder Mikrowärmer. Vorsicht bei Tubifex wegen möglicher Übertragung der Neonkrankheit.

Was ist die Neonkrankheit?

Die Neonkrankheit wird durch den Parasiten Pleistophora hyphessobryconis verursacht und ist nicht heilbar. Symptome sind Farbverlust, weißliche Flecken unter der Haut und Rückgratverkrümmungen. Erkrankte Tiere sofort isolieren. Beim Kauf auf gesunde, aktiv schwimmende Tiere achten.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Quellen (my-fish Content Commons)

In unserer kollaborativen Arbeit nutzen wir die Quellen my‑fish Content Commons. Wir fassen Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen – unter anderem aus der Datenbank unserer Partner im Zierfischgroßhandel und aus öffentlichen Datenbanken anderer Projekte – um die Richtigkeit unserer Texte zu validieren. Bitte beachten Sie, dass die Genauigkeit von den bereitgestellten Informationen abhängt und lesen Sie dazu unseren Disclaimer. Alle Links finden Sie hier.

Fragen und Erfahrungen

Noch keine Kommentare. Stell die erste Frage zu dieser Art.

Mitreden können angemeldete Mitglieder. Anmelden oder kostenlos registrieren.

Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Salmler, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Diamantkopf-Neonsalmler

Salmler

Diamantkopf-Neonsalmler

Paracheirodon innesi var.

  • Endgröße: bis 3,5 cm
  • Aquarium: ab 54 l
  • Temperatur: 20-26 °C
  • pH-Wert: pH 5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Einfach

Schwarmfisch, friedlich

Schwarzer Neon

Salmler

Schwarzer Neon

Hyphessobrycon herbertaxelrodi

  • Endgröße: 3,5-4 cm
  • Aquarium: ab 54 l
  • Temperatur: 23-27 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Einfach

Schwarmfisch, friedlich

Blutsalmler

Salmler

Blutsalmler

Megalamphodus eques

  • Endgröße: 4 cm
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 23-28 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis sehr hart
  • Schwierigkeit: Einfach

Schwarmfisch, territorial

Glühlichtsalmler mit durchscheinendem Körper und leuchtend rotorangem Längsstreifen, ein friedlicher Salmler.

Salmler

Glühlichtsalmler

Hemigrammus erythrozonus

  • Endgröße: 4 cm
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 5,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Einfach

Schwarmfisch, friedlich

Newsletter

Einmal pro Woche das Wichtigste aus der Aquaristik

Neue Beiträge, Podcastfolgen, Steckbriefe und Termine in einer E-Mail. Jederzeit abbestellbar.