
Labyrinthfische
Honiggurami
Trichogaster chuna
- Endgröße: bis 5,5 cm
- Aquarium: ab 64 l
- Temperatur: 22-28 °C
- pH-Wert: pH 6-7,5
- Wasserhärte: weich bis mittelhart
- Schwierigkeit: Einfach
Haremshaltung, friedlich
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Zierfische, Familie Osphronemidae
Trichogaster chuna
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Trichogaster chuna, der Honigfadenfisch oder Honiggurami, ist mit einer Körperlänge von etwa 4 bis 5,5 cm der kleinste Vertreter der Gattung Trichogaster und eine der kleinsten Fadenfisch-Arten überhaupt. Die Art stammt aus Südasien und besiedelt dort die Reisfelder, Teiche, Altwasser und langsam fließenden Abschnitte im Ganges- und Brahmaputra-Einzugsgebiet (Indien, Bangladesch, Nepal).
bis 5,5 cmEndgröße
4-8 JahreLebenserwartung
22-28 °CTemperatur
6-7,5pH-Wert
4-15 °dGHGesamthärte
ab 54 lAquariengröße
Männchen im Prachtkleid zeigen eine intensive honiggelbe bis leuchtend rot-orange Körperfärbung mit einer markanten schwarzen Kehle und Brustpartie – ein Farbspiel, das besonders während Balz und Brutpflege hervortritt. Weibchen und nicht balzende Männchen sind deutlich unauffälliger gefärbt: silbrig-grau mit einem bräunlich-gelblichen Längsband von der Schnauze bis zur Schwanzwurzel. Die zu Tastorganen umgewandelten, fadenförmigen Bauchflossen sind namensgebend für alle Fadenfische. Als Labyrinthfisch besitzt Trichogaster chuna ein Labyrinthorgan zur Atmung atmosphärischer Luft. Ein besonders wichtiger Vorteil gegenüber dem nahe verwandten Zwergfadenfisch (Trichogaster lalius): T. chuna gilt als funktional resistent gegen das Dwarf-Gourami-Iridovirus (DGIV), eine tödliche Viruserkrankung, die bis zu 50 Prozent der kommerziellen T.-lalius-Bestände befällt. Damit ist der Honigfadenfisch die gesündere und ethisch bessere Alternative. Im Handel kursieren zahlreiche Farbzuchten (Roter Honiggurami, Sunset, Red Flame, Red Robin), von denen manche jedoch tatsächlich Hybriden mit Trichogaster labiosa (Dicklippiger Fadenfisch) sind.
Trichogaster chuna benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 28 °C, einen pH-Wert von 6 bis 7,5 und eine Gesamthärte zwischen 4 und 15 °dGH. Die Art ist dank ihrer Herkunft aus den stark schwankenden Monsun-Überschwemmungsgebieten außerordentlich anpassungsfähig und gilt als sehr robust. Beckengröße: Ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter reicht für ein Paar oder einen kleinen Harem. Einrichtung: dichte Randbepflanzung mit höheren Pflanzen (Vallisneria, Cryptocoryne, Echinodorus), Schwimmpflanzen zur Beschattung und als Schaumnest-Unterlage (Salvinia, Pistia, breite Javafarn-Blätter), dunkler Bodengrund, Wurzeln und Laubstreu für Huminstoffeintrag. Die Strömung sollte schwach sein – starke Strömung zerstört das Schaumnest und erschöpft die Tiere. Als Labyrinthfisch benötigt Trichogaster chuna freien Zugang zur Wasseroberfläche. Zwischen Wasserstand und Abdeckung muss ein warmer, feuchter Luftraum bleiben – kalte Zugluft kann das Labyrinthorgan schädigen und ist besonders für Jungfische tödlich. Kupferhaltige Medikamente sind bei allen Labyrinthfischen hochtoxisch. Für Trichogaster chuna ist das umso wichtiger, als die Art zwar gegen DGIV (Dwarf-Gourami-Iridovirus) resistent ist, aber empfindlich auf Kupfer und andere aggressive Chemotherapeutika wie Malachitgrün oder Wasserstoffperoxid reagiert. Alternative Behandlungen: vorsichtige Temperaturerhöhung, therapeutisches Aquariensalz oder gezielte Huminstoff-Dosierung.
Kupfer: Trichogaster chuna ist wie alle Labyrinthfische (Anabantoiden/Osphronemidae) hochempfindlich gegenüber kupferbasierten Medikamenten. Das empfindliche Labyrinth-Organ und die geringe Körpermasse machen Kupfer besonders gefährlich. Kupfer-Präparate (Cupramine, Copper Power, CuSO4) verursachen bei Standard-Dosierung Kiemen-Schleimüberproduktion, Nekrose des Kiemenepithels und schnellen Tod. Auch Malachitgrün und Wasserstoffperoxid sind bei dieser Art kritisch zu dosieren. Bei Ich oder Samtkrankheit zuerst die Diagnose sichern und auf kupferfreie Präparate ausweichen, dosiert nach deren Anleitung.
Trichogaster chuna ist ein ausgesprochen friedlicher, bedächtiger Fisch, der sich überwiegend in der mittleren und oberen Wasserschicht aufhält. Außerhalb der Brutzeit sind die Tiere völlig unaggressiv, während der Fortpflanzung werden Männchen territorial und verteidigen ihr Schaumnest und die Umgebung, bleiben dabei aber deutlich weniger aggressiv als andere Fadenfische. Die empfohlene Sozialstruktur ist ein einzelnes Paar oder ein Harem aus einem Männchen mit 2 bis 3 Weibchen. Die Harem-Haltung entspricht dem natürlichen Verhalten am besten und verteilt die Aktivität der Männchen während der Balzzeit. In größeren, gut strukturierten Becken ab 100 Litern können auch kleine Gruppen von 4 bis 6 Tieren mit weiblichem Überschuss gehalten werden. Geeignete Beckenpartner sind kleine, friedliche südostasiatische Arten wie Keilfleckbärblinge, Harlekin-Rasboras, kleine Salmler (Ember-Tetras, Neonsalmler) oder ruhige Bodenbewohner wie Panzerwelse und Kuhlis. Ungeeignet sind aggressive, hyperaktive oder flossenzupfende Arten wie Sumatrabarben oder Serpasalmler – diese können die empfindlichen Tastorgane der Bauchflossen beschädigen. Adulte Zwerggarnelen und Schnecken sind verträglich, Junggarnelen werden allerdings als Futter betrachtet.
Trichogaster chuna ist ein omnivorer Mikropredator. In der Natur nutzt die Art ihre hochsensitiven Bauchflossen-Tastorgane, um zwischen dichter Vegetation nach kleinen Insektenlarven, Zooplankton und mikroskopisch kleinen Wirbellosen zu tasten. Im Aquarium akzeptiert sie bereitwillig kleine Lebend- und Frostfuttersorten: Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops, Microworms, weiße Mückenlarven und Enchyträen. Hochwertiges Trocken- oder Micro-Granulatfutter sollte die Basis bilden, muss aber wegen der sehr kleinen Maulöffnung entsprechend fein sein. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit hohem Proteinanteil ist essenziell für die vollständige Farbentfaltung der Männchen und die Zuchtbereitschaft. Was innerhalb von 2 bis 3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Trichogaster chuna ist ein Schaumnestbauer und gehört zu den dankbaren Zuchtobjekten unter den Labyrinthfischen. Das Männchen baut an der Wasseroberfläche – häufig unter einem breiten Blatt einer Schwimmpflanze – ein vergleichsweise kleines, aber dichtes Schaumnest aus luftgefüllten Speichelblasen. Im Gegensatz zum Zwergfadenfisch baut T. chuna sein Nest ohne Pflanzenmaterial und meist mit einem schwimmenden Blatt als Dach. Zuchtauslöser sind weiches, leicht saures Wasser (pH 6,0 bis 7,0), 26 bis 28 °C Temperatur und eine niedrige Wasserstandhöhe von 15 bis 20 cm. Während der Balz zeigt das Männchen seine maximale Farbintensität mit tiefblau-schwarzer Kehle und leuchtend oranger Flankenfärbung, umkreist das Weibchen und lockt es unter das Schaumnest. Bei der Paarung erfolgt die klassische Labyrinthfisch-Umarmung: Das Männchen umschlingt das Weibchen U-förmig, beide geben gleichzeitig Eier und Milch frei. Die Eier treiben nach oben ins Schaumnest. Das Weibchen muss nach dem Ablaichen aus dem Zuchtbecken entfernt werden, da das brütende Männchen es als potenziellen Eierräuber angreift. Das Männchen pflegt das Nest allein: Es repariert die Schaumstruktur, entfernt unbefruchtete oder verpilzte Eier und bewacht die Larven bis zum Freischwimmen. Schlupf erfolgt nach 24 bis 36 Stunden, das Freischwimmen nach weiteren 24 bis 48 Stunden. Erstfutter: Infusorien, später feinste Artemia-Nauplien.
Trichogaster chuna ist in Südasien beheimatet und kommt in Indien (Nord- und Nordostindien: Assam, Manipur, Meghalaya, Arunachal Pradesh, Ganges-Ebene), Bangladesch und dem Tiefland Nepals vor. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst die Einzugsgebiete von Ganges und Brahmaputra. Die Art besiedelt bevorzugt stehende oder extrem langsam fließende, flache Gewässer mit dichter Vegetation: überflutete Reisfelder, Bewässerungsgräben, kleine Teiche, dicht bewachsene Flussrandzonen und die flachen Randbereiche größerer Gewässer (in Bengali „Beels“ genannt). Typisch sind minimale Strömung, hohe Turbidität während der Monsunzeit, dichter Makrophyten-Bewuchs (Wasserhyazinthen, Seerosen) und oft sauerstoffarme Verhältnisse. Die Wasserwerte sind weich bis mittelhart (pH 6,0 bis 8,0, GH 5 bis 19 °dGH) und warm (22 bis 28 °C). Die Art ist an saisonale Schwankungen durch den Monsun angepasst, benötigt aber im Gegensatz zum Zwergfadenfisch (T. lalius) keine kühlere Winterphase und gedeiht bei stabilen tropischen Temperaturen.
Männchen von Trichogaster chuna zeigen im Prachtkleid eine intensive honiggelbe bis leuchtend rot-orange Körperfärbung mit einer markanten schwarzen Kehle, Brust- und Bauchpartie – ein Farbkontrast, der besonders während Balz und Brutpflege voll zur Geltung kommt. Die Rücken- und Afterflossen sind elongiert und spitz zulaufend. Weibchen und nicht balzende Männchen sind deutlich unauffälliger gefärbt: silbrig-grau bis hellbraun mit einem bräunlich-gelblichen Längsband, das vom Auge bis zur Schwanzwurzel verläuft. Weibchen besitzen einen runderen Körperbau mit deutlich fülligerem Bauch, ihre Flossen bleiben kürzer und stumpfer. Beide Geschlechter erreichen ähnliche Endgrößen von 4 bis 5,5 cm.
Trichogaster chuna benötigt eine Wassertemperatur von 22 bis 28 °C, einen pH-Wert von 6 bis 7,5 und eine Gesamthärte zwischen 4 und 15 °dGH. Die Art ist sehr anpassungsfähig und robust.
Ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge und 54 Liter Volumen reicht für ein Paar oder einen kleinen Harem (1 Männchen mit 2 bis 3 Weibchen).
Ja, mit anderen kleinen, friedlichen südostasiatischen Arten wie Rasboras, kleinen Salmlern und ruhigen Bodenfischen. Harem-Haltung (1 Männchen mit 2 bis 3 Weibchen) ist ideal. Aggressive oder flossenzupfende Arten sind zu vermeiden.
Ja. Trichogaster chuna ist ein Schaumnestbauer. Das Männchen baut ein kleines Schaumnest und betreibt nach der Paarung alleine die Brutpflege. Optimale Zuchtwerte sind 22 bis 28 °C, pH 6 bis 7,5 und weiches Wasser. Ein wichtiger Vorteil: Die Art gilt als funktional resistent gegen das Dwarf-Gourami-Iridovirus und ist damit gesünder als der nahe verwandte Zwergfadenfisch.
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