Epiplatys esekanus

Deutscher Name: Eseka-Hechtling

Quelle: Rudolf Pohlmann
Herkunft:
Afrika, Kamerun, Westafrika
Farben:
blau, grün, orange
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Epiplatys esekanus
Gattung: Epiplatys
Familie: Nothobranchiidae

Beschreibung

Epiplatys esekanus ist ein schlank gebauter, oberflächennaher Killifisch mit einem gestreckten Körperprofil, das an die typische Silhouette der Hechtlinge erinnert. Die allgemeine Körperfarbe variiert zwischen goldenen und grünlich-blauen Tönen, wobei vor allem die Männchen deutlich intensiver gefärbt sind und auffällige rote Flecken zeigen. Die Flossen sind beim Männchen oft verlängert und farblich betont, was zusammen mit der lebhaften Zeichnung ein dekoratives Erscheinungsbild ergibt. Weibchen sind insgesamt matter gefärbt, meist silbergrau bis blassgolden und weisen die roten Flecken nicht oder nur sehr schwach aus. Die maximale dokumentierte Körperlänge beträgt bis zu 6,5 cm TL. Im Aquarium zeigt Epiplatys esekanus ein zurückhaltendes, aber lebhaftes Schwimmverhalten in den oberen Wasserschichten. Die Tiere sind oberflächenorientiert, patrouillieren gerne entlang der Wasserlinie und nutzen dichte Bepflanzung und schwimmende Pflanzen als Rückzugsort. Sie reagieren rasch auf Futter und zeigen eine lebhafte Fressaktivität, zugleich bleiben sie gegenüber Störungen eher scheu. Innerartlich können Rangordnungsklärungen und Revierverhalten vorkommen, insbesondere zwischen Männchen; gegenüber sehr kleinen Fischen neigen sie gelegentlich dazu, diese als Beute zu betrachten. Insgesamt ist das Erscheinungsbild dieser Art attraktiv und dennoch unaufdringlich, wodurch sie sich gut in naturnah gestaltete Becken integrieren lässt.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Oberflächenbewohner mit ausgeprägter Vorliebe für dichte Bepflanzung und schwimmende Vegetation.
  • Ausgeprägte Sprungneigung – eine lückenlose Abdeckung ist zwingend erforderlich.
  • Keine Berichte über Luftatmung; kein ausgeprägtes Grabeverhalten dokumentiert.
  • Männchen deutlich farbintensiver und mit verlängerten Flossen.
  • Gilt
  • Juvenile Garnelen können als Nahrung angesehen werden; adulte Garnelen und Schnecken sind meist sicher.

Vergesellschaftungshinweise

Epiplatys esekanus wird als Gruppenhalter empfohlen – es handelt sich um einen geselligen Oberflächenbewohner, der von Artgenossen in seiner Aktivität und Ausprägung profitiert. In der Praxis hat sich ein Verhältnis von einem Männchen zu mehreren Weibchen bewährt, da Männchen untereinander territorial reagieren können. Innerartlich können Männchen gegenüber anderen Männchen und gegenüber nah verwandten Epiplatys-Arten aggressives Revierverhalten zeigen, während die Weibchen deutlich friedlicher auftreten. Temperament-Detail: Insgesamt ist die Art als eher friedlich einzuschätzen, wobei ihr scheues Naturell dafür sorgt, dass sie sich bei Hektik oder schlechter Wasserqualität rasch verbergen. Während aktiver Balz- und Fortpflanzungszeiten steigt die Aktivität und das territoriale Verhalten zwischen Männchen kann zunehmen. Gegenüber Begleitfischen ist die Art in der Regel verträglich, solange diese nicht zu klein und damit als Beute einzustufen sind. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Schnecken werden generell toleriert. Bei Garnelen besteht ein differenziertes Risiko: Junge Garnelen können als Nahrung angesehen werden, während adulte Garnelen meist toleriert werden. Epiplatys esekanus fügt sich am besten in ein ruhiges Gesellschaftsbecken westafrikanischer Herkunft ein, in dem überwiegend friedliche, oberflächen- bis mittelwasserschichtbewohnende Arten gehalten werden. Geeignete Begleitfische sollten in Größe, Temperament und Wasserwertansprüchen zur Art passen. Aggressive oder deutlich größere räuberische Arten sind zu vermeiden. Bevorzugt werden Beifische aus westafrikanischen Biotopen, etwa kleine Charakterfische der Gattungen Nanochromis, Procatopus oder ruhige Bärblinge gleicher Herkunft.

Geschlechtsdimorphismus

Bei Epiplatys esekanus ist ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus ausgeprägt. Männchen sind farbenprächtiger, mit goldenen Grundtönen, grünen bis blaugrün schimmernden Anteilen und charakteristischen roten Flecken; zudem tragen sie oft verlängerte Flossen, die ihre Balzwirkung unterstützen. Weibchen sind insgesamt matter gefärbt, meist silbergrau bis blassgolden, und besitzen kürzere sowie unauffälligere Flossen. Männchen wachsen tendenziell etwas größer als Weibchen; die dokumentierte Maximalgröße der Art beträgt bis zu 6,5 cm TL.
Größe: ca. 6,5 cm TL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Für die Aquarienhaltung sind folgende Wasserparameter anzustreben: Temperatur 22–26 °C, pH 5,5–7,0, Gesamthärte (GH) 3–10 dGH. Die Art stammt aus Schwarzwasser-geprägten Bächen Kameruns und bevorzugt weiches, leicht saures bis neutrales Wasser. Konstante Wasserwerte sind entscheidend, da die Tiere empfindlich auf Schwankungen reagieren. Beckengröße und Einrichtung: Als artgerechte Mindestgröße wird ein Becken mit 60 cm Kantenlänge empfohlen. Eine längere Frontseite bietet den Fischen ausreichend Schwimmraum für ihr oberflächenorientiertes Verhalten. Dichte Bepflanzung mit schwimmenden Pflanzen, Scheuchwurzeln und fein verzweigten Pflanzenarten schafft notwendige Verstecke und Laichsubstrate. Offene Schwimmbereiche nahe der Oberfläche sollten erhalten bleiben. Substrat und Dekoration: Feines bis mittelfeines, dunkles Substrat kombiniert mit Wurzeln, Laub und Pflanzen schafft ein naturnahes Bild. Schwimmende Pflanzen und strukturreiche Einrichtung sind wichtig, da die Art gerne in deren Nähe verweilt und dort auch ablaicht. Filterung und Strömung: Eine sanfte bis moderate Filterung ist zu bevorzugen, ohne starke Oberflächenströmungen zu erzeugen. Epiplatys esekanus bevorzugt ruhige Oberflächenbereiche. Ein Schwammfilter oder gedrosselter Innenfilter eignet sich gut. Beleuchtung: Gedimmte bis moderat helle Beleuchtung unterstützt das natürliche Verhalten. Zu intensive Lichtverhältnisse bringen scheue Tiere vermehrt zum Verstecken. Dichte Bepflanzung oder schwimmende Pflanzen können zur Abdunkelung genutzt werden. Wasserwechsel und Pflege: Regelmäßige, schonende Wasserwechsel sind wichtig. Plötzliche Wasserverschlechterungen oder -schwankungen werden schlecht toleriert. Frisches, weiches Wasser fördert Aktivität und Reproduktionsbereitschaft. Sicherheit: Diese Art hat eine ausgeprägte Sprungneigung. Eine lückenlose Abdeckung des Aquariums ist zwingend erforderlich.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
PH-wert
5,5-7
Temperatur:
22–26 °C
Beckengröße:
ab 60 cm Kantenlänge

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Eierlegend – Epiplatys esekanus ist ein Egg-Scatterer (Freilaicher), der befruchtete Eier in kleinen Chargen über mehrere Tage zwischen Pflanzen oder in Laichmopps ablegt. Es handelt sich um einen nicht-saisonalen Killifisch, der ganzjährig laichbereit sein kann. Zuchtbedingungen: Erfolgreiche Aufzuchten nutzen ein separates Zuchtbecken mit weichem, leicht saurem Wasser (pH 5,5–6,5, GH 2–6 dGH), Temperatur 22–24 °C, gedimmter Beleuchtung und dichten Pflanzen oder Laichmopps als Laichsubstrat. Ein Schwammfilter verhindert Saugverluste der winzigen Eier. Paarungsverhalten und Laichablage: Das Weibchen legt kleine Mengen befruchteter Eier in Pflanzen oder Laichmopps ab; das Männchen befruchtet die Eier unmittelbar danach. Die Laichausschüttung erfolgt in mehreren kleinen Partien über mehrere Tage. Um Fraß an den Eiern zu vermeiden, werden Laichmopps täglich überprüft und in ein separates Aufzuchtbecken übertragen. Eiablage, Inkubation und Pflege der Jungen: Die Entwicklungszeit beträgt abhängig von der Temperatur etwa zwei Wochen bis zum Schlupf. Es findet keine elterliche Brutpflege statt. Frisch geschlüpfte Jungfische sind sehr klein und benötigen feinste Lebendnahrung wie frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien oder Paramecien. Regelmäßiges Sortieren nach Größe minimiert Kannibalismus. Häufige kleine Wasserwechsel mit frischem, weichem Wasser fördern das Wachstum. Schwierigkeit: Die Zucht ist möglich, gilt jedoch als anspruchsvoll. Besondere Herausforderungen liegen in der Pflege der winzigen Jungfische und der Notwendigkeit konstant guter Wasserqualität.

Ernährung/Futterbedarf

Epiplatys esekanus ist ein Karnivor mit einem Trophieniveau von 3,3. Die natürliche Ernährung besteht aus kleinen Insekten, Insektenlarven, Kleinkrebstieren und anderen wirbellosen Tieren an der Wasseroberfläche. Im Aquarium werden lebende und gefrorene Nahrung sehr gut angenommen: Artemia-Nauplien, kleine Daphnien, Mückenlarven (weiß, schwarz), Cyclops und Mysis. Hochwertiges Trockenfutter in Form kleiner Flocken oder Granulate kann die Ernährung ergänzen, sollte jedoch nicht die Hauptnahrung darstellen. Abwechslungsreiche Fütterung mit Lebend- und Gefrierfutter ist für optimale Gesundheit und Farbpracht wichtig. Kleine Portionen, die schnell aufgenommen werden, schonen die Wasserqualität.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung

Natürlicher Lebensraum

Epiplatys esekanus stammt aus Westafrika, mit Verbreitungsschwerpunkt um Eseka im südwestlichen Kamerun. In der Natur bewohnt die Art Bäche und kleine, langsam fließende Gewässer in Übergangszonen zwischen Binnenplateaus und Küstentiefländern. Diese Habitate sind oft von einer Schwarzwassercharakteristik geprägt: Das Wasser weist einen hohen Gehalt an organischen Substanzen auf, ist braun gefärbt und von dichtem Uferbewuchs sowie überhängender Vegetation umgeben. Die natürlichen Gewässer bieten zahlreiche Versteckmöglichkeiten in Form von Wurzeln, Laub und dichter Ufervegetation sowie schwimmende Pflanzen als bevorzugten Aufenthaltsraum an der Oberfläche. In diesen Biotopen herrschen Temperaturen zwischen 22 °C und 26 °C sowie ein leicht saures Milieu. Das Substrat ist häufig reich an organischem Material, teils sandig-schlickig, und die Strömung ist schwach bis mäßig. Wilde Wasserwerte können lokal variieren.

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