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Zierfische, Familie Percidae

Regenbogen-Springbarsch Etheostoma caeruleum

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Regenbogen-Springbarsch, auch Regenbogen-Darter genannt, ist ein gestreckter, kräftig gebauter Grundfisch aus der Familie der Echten Barsche (Percidae), der als Darter (englisch für Springbarsche) zur nordamerikanischen Fließgewässerfauna gehört. Die Art erreicht maximal 7,7 cm Gesamtlänge, üblich sind rund 5 cm.

  • Schwierigkeit: Mittelschwer
  • Gruppe
  • Territorial
  • 7,7 cmEndgröße

  • 3-5 JahreLebenserwartung

  • 10-20 °CTemperatur

  • 7-8pH-Wert

  • ab 112 lAquariengröße

Beschreibung

Laichbereite Männchen tragen blaugrüne Querbinden mit orangeroten Zwischenräumen, eine orangerote Kopfunterseite und rot-blau gezeichnete Rücken- und Afterflossen, Weibchen bleiben bräunlich bis olivgrau mit dunklen Sattelflecken. Vom ähnlichen Orangekehligen Springbarsch (Etheostoma spectabile) unterscheiden ihn das Rot in der Afterflosse der Männchen und 13 bis 15 Brustflossenstrahlen. Die Art stammt aus dem Einzugsgebiet der Großen Seen und des Mississippi in den USA und in Kanada und lebt dort in schnell fließenden Kiesstrecken. Sie eignet sich für erfahrene Aquarianer, die ein kühles, stark durchströmtes Bachbecken einrichten und regelmäßig Lebend- oder Frostfutter geben, in ein tropisches Gesellschaftsbecken gehört sie nicht. Obwohl seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt, ist sie im Handel eine Rarität geblieben.

Haltung und Pflege

Die Art wird kühl gehalten, der Haltungsbereich liegt bei 10–20 °C mit jahreszeitlichem Wechsel statt eines festen Wertes. Ein Halter kühlte seine Becken im Herbst auf etwa 10 °C ab, in einem Laborversuch lebten und laichten die Tiere bei 10 bis 15 °C. Je nach Klima ist das Kühlhalten im Sommer die schwierigste Aufgabe: Derselbe Halter brachte seine Becken nur mit Lüfter und auf sechs Stunden verkürzter Beleuchtung auf etwa 24 °C herunter und hielt die Tiere so über den Sommer. Das ist eine ertragene Spitze und kein Zielwert. In einem Versuch mit rascher Erwärmung lag die größte Leistungsreserve der Tiere bei 20 °C, bei 30 °C war sie um 76 % kleiner. Bei 30,7 °C verloren sie das Gleichgewicht, das war der niedrigste Wert der drei geprüften Darter-Arten und ist kein Haltungswert. Zur Dauerhaltung über 20 °C liegt keine Untersuchung vor. Trotz der Herkunft aus kühlen, schnell fließenden Gewässern gilt die Art als nicht sonderlich empfindlich. Empfohlen wird neutrales bis leicht alkalisches Wasser mit pH 7,0–8,0, im Labor wurden die Tiere bei pH 8,0 gehalten. Kalkstein puffert das Wasser gegen Absäuern. Tiere laichten zwar auch in abgesäuertem Wasser bei pH 6,2, der Halter hob den Wert danach aber mit Korallenbruch an. Für die Gesamthärte liegt nur ein einzelner Messwert aus einem Zuchtbecken vor (4,5 °dH), einen belegten Bereich gibt es nicht.

Für eine kleine Gruppe ist ein Becken ab 80 cm, 112 Liter sinnvoll. Die Grundfläche zählt mehr als die Höhe. Die Einrichtung folgt einer Stromschnelle: grober Kies, darauf viele einzeln verteilte Steine, die Höhlen bilden. Steinaufbauten werden verklebt, weil die Fische sie sonst durch ihre schnellen Bewegungen zum Einsturz bringen. Pumpe oder Außenfilter richten den Wasserstrom längs durchs Becken, die Strömung soll kräftig sein, zusätzliche Belüftung wird empfohlen, weil warmes Wasser weniger Sauerstoff hält. Eine voll untergetauchte Pumpe heizt kleine Becken gefährlich auf, dort ist ein aus dem Wasser ragendes Modell besser. Starke Strömung vertragen wenige Pflanzen, genannt werden Cryptocorynen, wenn das Wasser nicht länger unter etwa 16 °C fällt. Bei einer Überwinterung um 10 °C kommen sie deshalb nicht in Frage. Algenbewuchs darf bleiben.

Wasser wird häufig gewechselt, Chloramin (Desinfektionsmittel im Leitungswasser) ist für Darter sehr schädlich, deshalb die Aufbereitung beim Wasserversorger erfragen. Die Beleuchtungsdauer sollte der Jahreszeit folgen. Zur Eingewöhnung von Wildfängen liegen keine artspezifischen Angaben vor.

Verhalten und Vergesellschaftung

Regenbogen-Springbarsche leben am Boden, sitzen auf oder zwischen Steinen und schießen ruckartig los. Dokumentiert ist die Haltung als kleine Gruppe, etwa drei Paare oder zwei Männchen mit drei Weibchen. Eine Mindestgruppengröße nennen die Quellen nicht. Außerhalb der Laichzeit verteidigen die Tiere im Freiland kein festes Revier, zur Laichzeit besetzen die Männchen wechselnde Reviere um Steine oder Kiesmulden und drohen Rivalen. Für aggressive Darter gilt die Erfahrung, dass ein leicht dichterer Besatz hilft, weil dann kein einzelnes Tier das ganze Becken beansprucht. Das setzt ausreichende Filterung voraus.

Als Beifische werden kleine Trupps kühlwasserverträglicher Bachfische empfohlen, etwa Chrosomus (früher Phoxinus), Rhinichthys und Macrhybopsis. Große Schwärme fressen den Dartern das Futter weg, deshalb die Mitbewohner zuerst füttern. Größere Groppen und Noturus-Welse sind wegen ihrer Aggressivität ungeeignet. Zu Garnelen und Schnecken im Aquarium liegen keine Berichte vor, im Freiland stehen kleine Schnecken und Kleinkrebse auf dem Speiseplan.

Ernährung

Fleischfresser. Im Freiland sucht die Art am Grund nach kleinen Wirbellosen, vor allem Zuckmücken-, Köcherfliegen- und Eintagsfliegenlarven, dazu Fischeier, kleine Schnecken und kleine Krebse, Jungfische beginnen mit Kleinkrebsen. Im Aquarium bewährt haben sich gefrostete Rote Mückenlarven und Artemia sowie lebende Zuckmückenlarven, Weiße Mückenlarven, Tubifex und Lumbriculus-Würmer. Die meisten Darter brauchen einen erheblichen Lebendfutteranteil. Da die Tiere meist dicht über dem Boden fressen, muss das Futter den Grund erreichen. In einem Laborversuch gab es zweimal täglich Lebendfutter. Trockenfutter ist in den ausgewerteten Fachquellen nicht als Grundlage belegt.

Zucht

Die Nachzucht gelingt im Aquarium und gilt unter Darter-Pflegern als einfach, wenn jahreszeitliche Wechsel und fließendes Wasser geboten werden. Berichtet wird von Tieren in dritter Generation aus Aquarienhaltung. Eine kühle Überwinterung verbessert die Laichergebnisse: Ein Pfleger kühlte auf etwa 10 °C ab und hob ab Januar Temperatur und Tageslänge an, in einem anderen Becken lag der Winterwert bei rund 15 °C. Die beiden Aquarienberichte zur Art nennen 18 bis 20 °C, das deckt sich mit einem Züchter, bei dem die meisten Laichakte seiner Darter-Arten bei 18–20 °C lagen. In einem Laborversuch laichte die Art auch bei 10 bis 15 °C. Eine Verlängerung der Beleuchtung auf 16 Stunden löste bei 19 bis 20 °C auch ohne weitere Abkühlung im November sechs Wochen lang tägliches Laichen aus.

Die Art ist Substratlaicher (legt die Eier auf feste Unterlagen), genauer ein Kieslaicher: Das Weibchen gräbt sich mit dem Bauch in den Kies, das Männchen legt sich darüber, beide vibrieren, und die Eier bleiben im Kies vergraben. Pro Laichakt fallen wenige Eier an, im Labor im Mittel etwa acht, im Aquarium 5 bis 27 Eier am Tag. Über eine Saison zählte ein Laborversuch im Mittel 309 Eier je Weibchen (180 bis 607). Brutpflege gibt es keine, im Labor wurden Eier von den Elterntieren gefressen. Bewährt hat sich eine Glasschale mit Kies von 1 bis 3 mm Korngröße, aus der die Eier täglich ausgesiebt werden. Es gibt auch einen Bericht über Laichen in einen sinkenden Laichmop aus Kunstfasergarn im Becken ohne Kies, dort bei pH 6,2 und 4,5 °dH.

Die Eier messen etwa 1,5 mm und schlüpfen nach rund 11 Tagen bei 20 °C, verpilzte Eier werden entfernt. Die Jungfische bleiben am Boden, nahmen wenige Tage nach dem Schlupf Mikrowürmer und danach frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien und waren nach einem Monat etwa 1,6 cm lang.

Zuchtwasser: 18 bis 20 °C

Natürlicher Lebensraum

Die Art kommt im östlichen Zentralnordamerika vor, im Einzugsgebiet der Großen Seen und des Mississippi: von Süd-Ontario und dem Westen New Yorks bis Minnesota, südlich bis Nord-Alabama und Arkansas. Isolierte Bestände leben im Südwesten von Mississippi, im Osten von Louisiana und im oberen Potomac in West Virginia. Der Typusfundort ist der Fox River in Illinois.

Sie bewohnt klare, schnell fließende Bäche und kleine bis mittelgroße Flüsse mit Kies- und Geröllstrecken, wenig Schlamm und Wassertiefen von etwa 10 bis 50 cm. Trübung verträgt sie schlechter als der Orangekehlige Springbarsch, auch Verschmutzung verträgt sie schlecht. Naturwerte: Die Laichzeit liegt je nach Region zwischen März und Juni, der Höhepunkt bei 17 bis 18 °C Wassertemperatur, gelaicht wird in flachen Stromschnellen über Kies. Als Klimabereich des Verbreitungsgebiets werden 4 bis 18 °C angegeben, eine Studie nennt für die Art und zwei verwandte Darter im Fluss etwa 4 bis 20 °C. Beides sind keine Haltungsempfehlungen.

Geschlechtsunterschiede

Männchen werden größer als Weibchen und haben längere Rücken-, After-, Brust- und Bauchflossen. Zur Laichzeit zeigen sie 8 bis 12 blaugrüne Querbinden mit orangeroten Zwischenräumen, eine orangerote Kopfunterseite und Rot in der Afterflosse. Weibchen sind bräunlich bis olivgrau gefärbt, ihre Flossen sind fast durchsichtig und braun gefleckt, die dunkelblauen Binden fehlen. Die Genitalpapille ist beim Männchen klein und spitz, beim Weibchen geschwollen, breit und oben abgeflacht. Außerhalb der Laichzeit wirken die Männchen deutlich blasser.

Krankheiten

Darter gelten unter passenden Bedingungen als recht widerstandsfähig. In einem Laborversuch wurden zwei Tiere eines Paares in Gefangenschaft krank, sie magerten ab und bekamen hervortretende Augen, eine Ursache nennt der Bericht nicht.

Gut zu wissen

  • Kühlwasserfisch: Haltung bei 10–20 °C mit jahreszeitlichem Wechsel
  • Lebt am Boden und schwimmt ruckartig von Stein zu Stein, frisst meist dicht über dem Grund
  • Braucht starke Strömung und viel Sauerstoff, ein längs gerichteter Wasserstrom über Kies und Steine ist wichtiger als Beckenhöhe
  • Männchen verblassen im Aquarium allmählich, auf gesteuerte Temperatur- und Lichtwechsel reagieren sie mit deutlicher jahreszeitlicher Veränderung
  • Gräbt die Eier in den Kies und betreibt keine Brutpflege, die Nachzucht im Aquarium ist bis zur dritten Generation dokumentiert
  • Schreckhaft und sprungfreudig, das Becken muss vollständig abgedeckt sein
  • Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt, im Handel aber eine Rarität

Galerie

Häufige Fragen

Wie groß wird der Regenbogen-Springbarsch?

Die Art erreicht maximal 7,7 cm Gesamtlänge, üblich sind rund 5 cm. Männchen werden größer als Weibchen.

Welche Wasserwerte braucht die Art?

Gehalten wird sie bei 10–20 °C mit jahreszeitlichem Wechsel. Ein Halter brachte Tiere mit Kühlung bei etwa 24 °C über den Sommer, das ist eine ertragene Spitze und kein Zielwert. Empfohlen wird neutrales bis leicht alkalisches Wasser mit pH 7,0–8,0. Einen belegten Bereich für die Gesamthärte gibt es nicht, ein Zuchtbecken hatte 4,5 °dH. Wichtiger als die Einzelwerte sind kräftige Strömung, viel Sauerstoff und häufige Wasserwechsel.

Wie groß muss das Becken sein?

Für eine kleine Gruppe ab 80 cm, 112 Liter. Die Grundfläche zählt mehr als die Höhe, das Becken braucht groben Kies, viele Steine, einen längs gerichteten Wasserstrom und eine vollständige Abdeckung.

Mit welchen Fischen lässt sich die Art vergesellschaften?

Empfohlen werden kleine Trupps kühlwasserverträglicher Bachfische wie Chrosomus, Rhinichthys und Macrhybopsis. Größere Groppen und Noturus-Welse sind ungeeignet, tropische Gesellschaftsbecken ebenfalls, weil sie zu warm sind. Zu Garnelen und Schnecken liegen keine Aquarienberichte vor.

Was frisst der Regenbogen-Springbarsch?

Kleine Wirbellose vom Boden. Bewährt haben sich gefrostete Rote Mückenlarven und Artemia sowie lebende Zuckmückenlarven und Würmer. Das Futter muss den Grund erreichen, Mitbewohner werden am besten vorher gefüttert.

Lässt sich die Art im Aquarium nachziehen?

Ja, nach kühler Überwinterung und mit längeren Tagen laicht sie im Aquarium bei 18–20 °C im Kies. Die Eier werden nicht bewacht und schlüpfen nach rund 11 Tagen bei 20 °C. Die Jungfische nehmen Mikrowürmer und frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.

Hinweis zu den Daten

Disclaimer

Obwohl wir von my-fish.org uns bemühen, die bereitgestellten Informationen sorgfältig zu sammeln und aktuell zu halten, können wir keine Garantie für deren Vollständigkeit oder Richtigkeit geben. Unsere Daten stammen von Experten, Züchtern und Partnern aus dem Zierfischgroßhandel und basieren auf deren Beiträgen. Bei Abweichungen oder fehlenden Informationen bitten wir um Verständnis. Wir freuen uns über Ergänzungen und Verbesserungsvorschläge von der Community, um die Qualität unseres Angebots kontinuierlich zu steigern. Bitte nutzen Sie unser Formular für Ihre Rückmeldungen und Anregungen.

Quellen (my-fish Content Commons)

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