
Flossensauger
Sattelfleck-Prachtflossensauger
Homaloptera parclitella
- Endgröße: 8 cm SL
- Aquarium: ab 240 l
- Temperatur: 20-24 °C
- pH-Wert: pH 6-7,5
- Wasserhärte: weich bis mittelhart
- Schwierigkeit: Schwierig
In der Gruppe halten, friedlich
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Zierfische, Familie Balitoridae
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Homaloptera bilineata ist ein gestreckter, vorn abgeflachter Flossensauger aus der Familie Balitoridae, den Edward Blyth 1860 aus den Tenasserim-Provinzen im heutigen Myanmar beschrieben hat.

10 cmEndgröße
5 JahreLebenserwartung
20-25 °CTemperatur
6-7,5pH-Wert
1-10 °dGHGesamthärte
ab 240 lAquariengröße
Der bräunliche, fein gesprenkelte Körper trägt ein breites dunkles Band, das von der spitzen Schnauze durch das Auge bis zur Rückenflosse läuft, von oben gesehen ergibt die Zeichnung zwei Streifen, die sich an der Rückenflosse treffen. Bei den übrigen Homaloptera-Arten geht die Zeichnung der Schnauze dagegen in eine Reihe von Sattelflecken über. Weil das Muster innerhalb der Gruppe schwankt, hilft im Zweifel die Schuppenform: H. bilineata hat auf jeder Schuppe einen einzelnen breiten Kiel, H. orthogoniata, H. ocellata und H. parclitella haben einen breiten Mittelkiel mit zwei kleineren Kielen daneben. Am Untergrund halten sich die Tiere mit Unculi (verhornten Fortsätzen) an den Rändern der Brust- und Bauchflossen. Die Art lebt in schnell fließenden Bächen und Oberläufen in Myanmar und im Westen Thailands, Nachweise aus Nepal gelten als fraglich. Sie eignet sich für erfahrene Aquarianer, die ein eingefahrenes, stark durchströmtes und sauerstoffreiches Becken mit nicht zu warmem Wasser dauerhaft bieten können.
Für die Haltung werden 20-25 °C, pH 6,0-7,5 und eine Gesamthärte von 1-10 °dGH empfohlen. Die Quellen weichen im Detail voneinander ab: Ein englischsprachiges Artprofil nennt als Obergrenze 25,5 °C, Martin Thoene gibt 21-25,5 °C, pH 6,5-7,5 und höchstens 12 °dH an. Frank Schäfer nennt für die verwandte H. ogilviei 22-25 °C als ideal. Wärmeres Wasser sollte vermieden werden, weil es weniger Sauerstoff löst und diese Fließwasserfische einen hohen Sauerstoffbedarf haben. Das Becken sollte mindestens 120 cm Kantenlänge und 240 Liter haben. Entscheidend sind sauberes, sauerstoffreiches Wasser und kräftige Strömung: Der Filter sollte überdimensioniert sein und das Beckenvolumen möglichst 10- bis 15-mal pro Stunde umwälzen, zusätzliche Strömungspumpen oder Ausströmer helfen dabei. Als Boden eignen sich Kies, Sand oder eine Mischung aus beidem, darauf kommt eine Lage wassergerundeter Steine und Kiesel in verschiedenen Größen mit vielen Versteckmöglichkeiten. Wurzeln und Äste sind ebenfalls möglich. Pflanzen sind nicht nötig, weil sie am Naturstandort selten vorkommen, im Aquarium kommen robuste Gattungen wie Microsorum, Crinum und Anubias in Frage. Auf den Blättern von Anubias ruhen die Tiere offenbar gern. Die Beleuchtung sollte hell sein, damit Algen und Aufwuchs wachsen. Aufwuchs darf außer an der Frontscheibe überall stehen bleiben. Regelmäßige Teilwasserwechsel sind Pflicht. Frank Schäfer rät bei der verwandten H. ogilviei zu keimarmem Wasser, das mit Huminstoffen aus Torf, Erlenzäpfchen oder Laub angereichert wird, weil die Tiere sonst für Parasiten anfällig seien. Für H. bilineata ist dieser Rat nicht belegt. Ein englischsprachiges Artprofil beschreibt ihre Heimatgewässer als klar, Martin Thoene nennt dagegen Fangberichte mit Schwarzwasser (weiches, durch Huminstoffe bräunlich gefärbtes Wasser) und empfiehlt, diese Bedingungen nachzubilden. Die Art braucht stabile Wasserwerte und darf nur in ein biologisch eingefahrenes Becken. Die Abdeckung muss dicht schließen. Die Tiere vertragen Transporte schlecht und gewöhnen sich teils schwer ein, sind sie eingewöhnt, können sie laut Martin Thoene rund 5 Jahre alt werden. Stark abgemagerte Importtiere erholen sich nur schwer: Sie brauchen anfangs ständig geeignetes Futter und ein Becken ohne Nahrungskonkurrenten.
Homaloptera bilineata ist nicht aggressiv. In der Natur lebt sie in Ansammlungen, deshalb sollten mindestens 6 Tiere zusammen gehalten werden. Einzeln oder in kleinen Gruppen bleiben die Fische zurückhaltender. Eine Gruppe ordnet sich zu bestimmten Tageszeiten dicht beieinander mit dem Kopf gegen die Strömung an. Untereinander und mit anderen Flossensaugern kommt es zu harmlosen Rangeleien. Bei der Fütterung ändert sich das Bild: Martin Thoene beschreibt, dass die Tiere beim Geruch von Futter hektisch durchs Becken schießen und kleinere Fische zur Seite stoßen. Die Ansprüche an das Becken schränken die Auswahl der Mitbewohner ein. Infrage kommen Fische ähnlicher Lebensräume wie Barilius, Discherodontus, Garra, größere Devario und einige Rasbora, Grundeln der Gattungen Rhinogobius, Sicyopterus und Stiphodon sowie Welse wie Glyptothorax, Akysis und Oreoglanis. Viele Schmerlen aus der Familie Nemacheilidae und die meisten Balitoridae passen ebenfalls, das muss aber je Art geprüft werden. Arten, die warmes oder ruhiges Wasser brauchen, scheiden durch die Haltungsbedingungen aus. Zu Garnelen und zur Verträglichkeit mit Schnecken machen die ausgewerteten Quellen keine Aussage.
Homaloptera-Arten sind spezialisierte Weidegänger, die Biofilm (Aufwuchs aus Algen und Kleinstlebewesen), kleine Krebstiere, Insektenlarven und andere Wirbellose fressen. Im Aquarium werden sinkendes Trockenfutter, Flocken und Algentabletten angenommen, regelmäßige Gaben von Lebend- oder Frostfutter wie Daphnien, Artemia, Roten Mückenlarven oder Mysis sind für die Gesunderhaltung aber wichtig. Frank Schäfer schreibt zur verwandten H. ogilviei, dass anfangs Lebendfutter bevorzugt wird und die Tiere später auch Frost- und Trockenfutter nehmen. Steine und andere feste Flächen mit Algen und Aufwuchs sollten im Becken vorhanden sein. Bei der Fütterung ist darauf zu achten, dass auch zurückhaltendere Mitbewohner etwas abbekommen.
Eine Nachzucht im Aquarium ist in den ausgewerteten Quellen nicht beschrieben. In der Natur laicht die Art vermutlich saisonal. Charles König beobachtete im Aquarium: Das Weibchen ist voll Eier und treibt, das Männchen erblasst, werden sich beide einig, wechselt der Farbton zu Bronze. Zur Eiablage, zur Entwicklung der Eier und Jungfische und zu Zuchtwasserwerten liegen keine Angaben vor.
Die Art ist aus Nepal, Myanmar und Thailand gemeldet. Als Typusfundort (Fundort der beschriebenen Tiere) nennt die Erstbeschreibung die Tenasserim-Provinzen in Myanmar, Typusexemplare sind nicht bekannt. Blyths Bericht behandelt Fische vor allem aus dem Sittaung und seinen Zuflüssen. Weitere Vorkommen liegen im Einzugsgebiet des Salween in Myanmar und im Nordwesten Thailands sowie in Zuflüssen des Mae Klong im Westen Thailands. Die Meldungen aus Nepal gelten als fraglich. Die Art lebt in schnell fließenden Bächen und Oberläufen mit klarem, sauerstoffgesättigtem Wasser, oft in Stromschnellen und Fließstrecken und vermutlich bevorzugt in flacheren Abschnitten. Der Grund besteht aus Kies, Steinen, Felsblöcken oder Fels mit dichtem Biofilm (Aufwuchs aus Algen und Kleinstlebewesen). Wasserpflanzen kommen nur stellenweise vor, die Ufervegetation ist meist gut entwickelt. Im Huai Mae Charno, einem Bach im Salween-System in der Provinz Tak im Westen Thailands, lebten im selben Gewässer unter anderem Acanthocobitis zonalternans, Homalopteroides modestus, Schistura paucicincta, Pangio pangia, Rasbora daniconius und Trichopsis vittata. Am Fundort gemessene Wasserwerte liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Die IUCN führt die Art seit der Bewertung von 2011 als ungenügend bekannt (Data Deficient). Die Gattung Homaloptera war lange sehr weit gefasst, seit der Revision von Randall und Page (2015) gehören nur noch sechs Arten dazu, H. bilineata ist eine davon.
Geschlechtsreife Weibchen sind meist etwas größer und fülliger als die Männchen, bei gesunden, gut gefütterten Tieren ist der Unterschied am runderen Körper deutlich zu sehen. Weitere Unterschiede in Färbung oder Flossenform nennen die ausgewerteten Quellen nicht.
Als Maximalgröße werden rund 10 cm genannt. FishBase nennt 10 cm ohne Angabe der Messart, Martin Thoene 4 Zoll, ein englischsprachiges Artprofil 100 mm Standardlänge (Länge ohne Schwanzflosse). Weibchen werden meist etwas größer und fülliger als Männchen.
Empfohlen werden 20-25 °C, pH 6,0-7,5 und 1-10 °dGH. Wichtiger als die genauen Zahlen sind sauberes, sauerstoffreiches Wasser, kräftige Strömung und stabile Werte. Wärmer als rund 25 °C sollte das Wasser nicht werden.
Für eine Gruppe ab 6 Tieren braucht es ein Becken ab 120 cm Kantenlänge und 240 Litern. Es muss eingefahren sein, das Volumen möglichst 10- bis 15-mal pro Stunde umwälzen und eine dicht schließende Abdeckung haben.
Geeignet sind Fische ähnlicher Lebensräume wie Garra, größere Devario, einige Rasbora, Grundeln der Gattungen Rhinogobius, Sicyopterus und Stiphodon sowie Welse wie Glyptothorax und Akysis. Viele Nemacheilidae und die meisten Balitoridae passen ebenfalls. Bei der Fütterung werden kleinere Fische zur Seite gedrängt. Von der Art selbst sollten mindestens 6 Tiere gehalten werden.
Sie weidet Biofilm (Aufwuchs aus Algen und Kleinstlebewesen) von Steinen und frisst kleine Wirbellose. Im Aquarium nimmt sie sinkendes Trockenfutter und Algentabletten, regelmäßig sollte es aber Lebend- oder Frostfutter wie Daphnien, Artemia, Rote Mückenlarven oder Mysis geben.
Eine Nachzucht ist in den ausgewerteten Quellen nicht beschrieben. Charles König beobachtete im Aquarium ein eiervolles, treibendes Weibchen und ein erblassendes Männchen, zu Eiablage und Aufzucht liegen keine Angaben vor.
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