Ituglanis amazonicus
Beschreibung
Der Leopard-Candiru (Ituglanis amazonicus) erreicht etwa 7,5 bis 8 cm Gesamtlänge und gehört zu den Trichomycteridae. Der schlanke, langgestreckte und annähernd zylindrische Körper ist typisch für die Gattung Ituglanis. Der abgeflachte Kopf trägt drei Paar gut entwickelte Barteln. Die Grundfärbung ist hellgrau bis orange-braun mit einem Muster aus grünlich-braunen Flecken, das der Art ihren Handelsnamen eingebracht hat.
Obwohl I. amazonicus zur Familie der Trichomycteridae gehört, die als „Parasiten-Welse“ bekannt ist, handelt es sich bei dieser Art nicht um einen Parasiten. Sie gehört zur nicht-parasitischen Unterfamilie Trichomycterinae und ernährt sich im Aquarium von konventionellem Futter.
Im Aquarium zeigt die Art typisches Bodenfischverhalten: tagsüber ruhen die Tiere in Verstecken, bei Dämmerung und nachts werden sie aktiv. Sie sondieren Bodenstrukturen und Ritzen intensiv auf der Suche nach tierischer Nahrung. Die Haltung erfordert Erfahrung mit nachtaktiven Bodenwelsen.
Besonderheiten
- Nachtaktiv und stark verborgen lebend, bevorzugt Höhlen und dichte Unterschlüpfe
- Intensives benthopelagisches Suchverhalten im Substrat
- Trichomycteridae-Familie, aber nicht parasitisch (Unterfamilie Trichomycterinae)
- Fortpflanzung im Aquarium nicht dokumentiert
- Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen und Schnecken meist unproblematisch
- Abdeckung empfohlen – Fluchtverhalten bei Trichomycteriden möglich
- Fütterung nach Lichtabschalten empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Ituglanis amazonicus kann in kleinen Gruppen von 3 bis 5 Tieren gehalten werden. Das Verhalten ist weitgehend verträglich gegenüber Artgenossen und ruhigen Beckenbewohnern. Gelegentliche innerartliche Auseinandersetzungen treten bei Konkurrenz um Höhlen auf, daher sind ausreichend Verstecke wichtig.
Für die Vergesellschaftung eignen sich friedliche südamerikanische Salmler und Bodenfische wie Corydoras, die im freien Schwimmraum oder in der Mittelschicht aktiv sind. Aggressive Arten und grobe Fressfeinde sind zu meiden. Schnecken werden toleriert, Junggarnelen sind gefährdet.
Geschlechtsdimorphismus
Eindeutige äußere Geschlechtsunterschiede sind nicht dokumentiert. Teilweise wird ein etwas robusterer Körperbau bei Weibchen berichtet, was auf die Füllung des Bauchraums zurückzuführen sein kann. Eine sichere visuelle Geschlechtsbestimmung ist derzeit nicht möglich.
Haltungstipps / Pflege
Der Leopard-Candiru benötigt tropisches Wasser mit 24 bis 28 °C, einem pH-Wert von 6,0 bis 7,2 und einer Gesamthärte unter 15 °dGH. Ein Becken ab 80 cm Kantenlänge und mindestens 112 Litern bietet ausreichend Bodenfläche für eine kleine Gruppe.
Das Aquarium sollte reich strukturiert sein mit zahlreichen Verstecken: Höhlen, Wurzeln, aufgestellte Steine und dichte Pflanzenbereiche. Flache Höhlen und halb offene Unterschlüpfe sind besonders wertvoll. Feines bis mittelkörniges Substrat ohne scharfe Kanten schützt Barteln und Körper.
Moderate Wasserbewegung mit ruhigen Rückzugsbereichen entspricht den natürlichen Bedingungen. Die Beleuchtung sollte nicht zu intensiv sein, schattige Bereiche fördern das Wohlbefinden. Die Fütterung erfolgt bodennah nach dem Abschalten der Beleuchtung.
Ituglanis amazonicus ist ein anspruchsvoller, nachtaktiver Bodenwels für erfahrene Aquarianer. Trotz der Zugehörigkeit zu den Trichomycteridae ist die Art im Aquarium nicht parasitisch. Ein naturnahes Bodenzonenkonzept und die Berücksichtigung der nächtlichen Aktivität sind entscheidend.
Zucht und Fortpflanzung
Die Fortpflanzung von Ituglanis amazonicus im Aquarium ist nicht dokumentiert. Weder Zuchtprotokolle noch reproduzierbare Berichte zu Laichverhalten, Gelegegröße oder Brutpflege liegen vor. Aquarianer, die eine Zucht versuchen möchten, sollten sich an Vorgehensweisen verwandter Gattungen orientieren.
Ernährung/Futterbedarf
Ituglanis amazonicus ist ein Karnivore. In der Natur ernährt sich die Art von kleinen Wirbellosen, Insektenlarven und Kleinkrebsen. Im Aquarium eignen sich Tubifex, Artemia-Nauplien, Wasserflöhe und gehackte Regenwürmer als Lebendfutter. Gefrorene Mückenlarven, Mysis und Cyclops werden gut angenommen. Sinkende Futtertabletten mit hohem Proteingehalt können ergänzend eingesetzt werden. Das Futter sollte bodennah nach dem Abschalten der Beleuchtung angeboten werden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Ituglanis amazonicus stammt aus dem Amazonas- und Suriname-Flussbecken in Südamerika. Die Art besiedelt kleinere Waldbäche und Nebenläufe mit deutlicher Strömung sowie sandig-steinigen Bodengründen. Typische Habitate bieten aufgewühlte Substrate, Wurzelwerk und Steinanrisse als Verstecke und ein reiches Nahrungsangebot an benthischen Wirbellosen. Überhängende Pflanzen und Laubstreu strukturieren die Uferzonen.