Paracheirodon simulans
Beschreibung
Paracheirodon simulans, der Grüne Neon, ist mit etwa 2,5 cm der kleinste der drei Paracheirodon-Vertreter und gehört zur Familie Acestrorhamphidae. Ein leuchtend blau-grünes Längsband verläuft vom Auge bis zur Schwanzwurzel und schimmert unter Licht gelegentlich türkis bis smaragdgrün. Dieses Längsband ist im Vergleich zum Roten Neon schmaler und grünlicher, was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal darstellt. Der rote Anteil auf der unteren Körperhälfte ist deutlich schwächer ausgeprägt und beschränkt sich auf den hinteren Körperabschnitt.
Im Aquarium zeigt der Grüne Neon typisches Schwarmverhalten und wirkt in grösseren Gruppen dynamisch und attraktiv. Die Art hält sich bevorzugt in den mittleren Wasserschichten auf und ist scheu gegenüber plötzlichen Bewegungen und starker Helligkeit. P. simulans wird im Handel fast ausschliesslich als Wildfang angeboten; Nachzuchten sind sehr selten. Wildfänge benötigen eine sorgfältige Eingewöhnung sowie stabile, artgerechte Wasserverhältnisse.
Besonderheiten
- Kleinste der drei Paracheirodon-Arten: nur ca. 2,5 cm
- Schmäleres, grüneres Längsband als beim Roten Neon
- Strikter Schwarzwasserbewohner: empfindlich gegen hartes oder alkalisches Wasser
- Starke Schwarmneigung, entfaltet Wirkung nur in grösseren Gruppen
- Fast ausschliesslich als Wildfang im Handel
- Scheues, lichtempfindliches Verhalten
- Springt bei Erschrecken – sichere Abdeckung notwendig
- Empfindlich gegenüber Kupfer und kupferhaltigen Medikamenten – in weichem, saurem Wasser besonders toxisch für Salmler
Vergesellschaftungshinweise
Paracheirodon simulans ist ein klassischer Schwarmfisch und sollte niemals einzeln gehalten werden. Mindestgruppe: 8 Tiere, empfohlen 12–15 Exemplare. Das Temperament ist sehr friedlich und zurückhaltend. Aggressionen treten kaum auf.
Verträglichkeit mit Wirbellosen: Schnecken werden toleriert. Sehr kleine Garnelennachzuchten können gefressen werden, adulte Zwerggarnelen werden weitgehend toleriert.
Die Vergesellschaftung sollte ausschließlich mit Arten erfolgen, die weiches, saures Schwarzwasser vertragen. Geeignet sind andere Zwerg-Salmler aus dem Rio Negro, kleine Apistogramma-Arten und ruhige Panzerwelse. Hartwasserfische sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen wirken insgesamt fülliger, besonders während der Laichzeit. Männchen sind schlanker. Äußere Unterschiede sind gering; zur Geschlechtsbestimmung ist die Beobachtung des Laichverhaltens nötig.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 23–28 °C (optimal 25–26 °C), pH 4,5–6,5 (ideal 5,0–6,0), GH 1–5 dGH. Ein pH über 6,5 sollte dauerhaft vermieden werden. Osmosewasser mit Torf- oder Huminsäurezusatz ist die empfohlene Aufbereitungsmethode.
Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter) für eine Gruppe von 12–15 Tieren. Das geringe Körpermaß macht die Art für gut eingefahrene Schwarzwasserbecken geeignet, sofern die Wasserparameter stabil gehalten werden.
Einrichtung: Naturnahe Einrichtung mit Schwimmpflanzen, feinfiedrigen Pflanzen und Moosen. Dunkle Rückwände, schattige Bereiche und schwache bis moderate Beleuchtung. Feiner Sand, Falllaub (Seemandelbaumblätter) und Treibholz für ein Schwarzwasser-Setting. Torffilterung oder Erlenzapfen halten den pH stabil.
Strömung: Moderat bis schwach, entsprechend dem natürlichen Habitat.
Paracheirodon simulans ist eine anspruchsvolle Art, die bei korrekter Haltung in weichem, saurem Wasser mit lebhaftem Schwarmverhalten und dezenter Farbenpracht belohnt.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher. Zuchtschwierigkeit: Schwer. Im Handel dominieren Wildfänge, Nachzuchten sind selten.
Zuchtwerte: Temperatur 25–27 °C, pH 4,5–5,5, GH maximal 2 dGH. Eier sind extrem lichtempfindlich; das Becken muss dunkel gehalten werden. Elterntiere nach dem Ablaichen sofort entfernen (Laichräuber). Gelege ca. 130 Eier. Inkubation 24–36 Stunden. Erstfutter: Infusorien und Rädertierchen, danach Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Paracheirodon simulans ist ein omnivorer Mikro-Prädator. Im Aquarium eignen sich feines Lebendfutter (Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien, Mikrowürmer), Frostfutter und hochwertige fein gemahlene Granulate. Mehrere kleine Fütterungen am Tag sind besser als eine einzige Futtergabe.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Paracheirodon simulans stammt aus Südamerika und kommt im mittleren bis oberen Rio Negro (Brasilien) sowie im Orinoco-System (Kolumbien/Venezuela) vor. Die Art besiedelt langsam fließende, stark beschattete Schwarzwasserbäche mit dichtem Uferbewuchs und überhängender Vegetation. Typische Wasserwerte: pH 3,0–5,0, GH nahe 0.