Rasbora rasbora
Beschreibung
Der Ganges-Scherenschwanz (Rasbora rasbora) ist ein mittelgroßer Bärbling aus der Familie Cyprinidae mit einer Endgröße von bis zu 13 cm TL. Der Körper ist schlank und seitlich leicht komprimiert. Die Grundfärbung ist silbrig bis hellbeige mit einem feinen dunklen Längsstreifen.
Im Aquarium zeigt die Art aktives Schwarmverhalten in der mittleren bis oberen Wasserschicht. Rasbora rasbora ist ein bekannter Springer.
Besonderheiten
- Südasiatische Art aus dem Ganges/Brahmaputra-System, NICHT aus Südostasien
- Bekannter Springer, lückenloser Deckel ist Pflicht
- Nicht verwechseln mit Rasbora trilineata (Südostasien)
- Selten im Handel erhältlich
- Empfindlich gegenüber Wasserverschlechterung
Vergesellschaftungshinweise
Rasbora rasbora ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und sollte mindestens in einer Gruppe von 6 Individuen gepflegt werden; eine Gruppe von 8–10 Exemplaren ermöglicht natürlicheres Schwarmverhalten und reduziert Stress spürbar. In der Gruppe zeigt die Art ein ruhiges, soziales Temperament; die Fische sind aktiv und wachsam, aber nicht aggressiv gegenüber gleichgroßen oder ähnlich temperierten Nachbarn. Das Temperament ist außerhalb der Fortpflanzungszeit durchweg friedlich und gut für größere Gemeinschaftsbecken geeignet. Aufgrund ihrer Körpergröße und aktiven Schwimmbewegungen kann Rasbora rasbora kleinere, sehr scheue oder langsam bewegte Arten beeinträchtigen. Geeignete Mitbewohner sind daher Arten mit vergleichbarer Körpergröße und ähnlichem Aktivitätsniveau. Verträglichkeit mit Wirbellosen:
– Schnecken: Weitgehend verträglich; adulte Schnecken werden in der Regel toleriert.
– Garnelen: Junggarnelen sind gefährdet; adulte Garnelen werden meist toleriert.
– Bodenbewohner: Friedliche asiatische Schmerlen sind geeignete Mitbewohner, sofern ähnliche Wasserwerte eingehalten werden. Rasbora rasbora eignet sich am besten in einem südasiatisch orientierten Gemeinschaftsbecken mit anderen friedlichen, ähnlich großen Arten aus Indien, Bangladesch, Myanmar und Pakistan. Geeignete Mitbewohner umfassen andere Rasboras vergleichbarer Größe, friedliche asiatische Schmerlen sowie kleine bis mittelgroße Bodenbewohner. Vermieden werden sollten aggressive oder deutlich größere Raubfische sowie sehr scheue Zwergarten. Achtung: Rasbora rasbora ist NICHT identisch mit Rasbora trilineata (Scherenschwanz-Rasbora aus Südostasien). R. trilineata stammt aus Sumatra, Borneo und dem malaysischen Festland; R. rasbora ist eine südasiatische Art aus dem Ganges- und Brahmaputra-System. Beide Arten sollten nicht verwechselt werden.
Geschlechtsdimorphismus
Geschlechtsreife Weibchen sind deutlich runder im Bauchbereich und oft etwas größer als die schlanker wirkenden Männchen. Konkrete Standardgrößen getrennt nach Geschlecht sind nicht dokumentiert.
Haltungstipps / Pflege
Im Aquarium zeigt die Art aktives Schwarmverhalten in der mittleren bis oberen Wasserschicht. Rasbora rasbora ist ein bekannter Springer, ein dicht schließender Deckel ist notwendig. Die Art ist NICHT identisch mit R. trilineata (Südostasien), sondern eine südasiatische Art. Die Haltung erfolgt in Gruppen von mindestens 6 bis 10 Tieren bei 20-25 °C, pH 6-7,5 und GH 2-12 °dGH in einem Becken ab 260 Litern.
Zucht und Fortpflanzung
Rasbora rasbora ist ein Freilaicher (Eierstreuer) ohne Brutpflege. Die Zucht gilt als mittelschwer bis schwierig. Die Eier schlüpfen innerhalb von 18-48 Stunden. Für gezielte Zucht wird ein separates Becken mit Gitterrost-Bodengrund empfohlen. Elterntiere nach dem Ablaichen entfernen.
Ernährung/Futterbedarf
Rasbora rasbora ist ein Allesfresser mit Neigung zu tierischer Kost. Im Aquarium eignen sich Flocken und Granulat als Basis, ergänzt durch Artemia, Daphnien, Cyclops und Mückenlarven. Mehrere kleine Portionen täglich sind optimal.
Natürlicher Lebensraum
Rasbora rasbora stammt aus dem Ganges- und Brahmaputra-System in Südasien (Indien, Bangladesh, Nepal, Pakistan, Myanmar). Die Art bewohnt klarere, mäßig fließende Gewässerabschnitte, wo sie pelagisch in der freien Wassersäule lebt. Das Substrat besteht aus Fels- oder Kiesbereichen mit dichter Ufervegetation.