Rineloricaria lanceolata

Deutscher Name: Lanzenhexenwels

Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
Brasilien, Peru
Farben:
braun, grau
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Rineloricaria lanceolata
Gattung: Rineloricaria
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Der Hexenwels (Rineloricaria lanceolata) erreicht bis zu 9,5 cm SL und ist einer der beliebtesten und am häufigsten gehaltenen Peitschenwelse in der Aquaristik. Der Körper ist langgestreckt, lanzettförmig abgeflacht und vollständig mit Knochenplatten bedeckt.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Höhlenbrüter mit gut dokumentierter, einfacher Zucht
  • Beliebtester Einstiegswels für Loricariiden-Nachzucht
  • Männchen mit Odontoden an Wangen und Brustflossenstacheln
  • Individuell sehr variable Farbgebung
  • Dämmerungs- bis nachtaktive Lebensweise
  • Kupfer-empfindlich, Holz als Nahrungsquelle
  • Lebenserwartung: 8 bis 12 Jahre

Vergesellschaftungshinweise

Rineloricaria lanceolata ist ein friedlicher Bodenwels, der in Anwesenheit artverwandter Individuen ein natürlicheres Verhalten zeigt. Die Art ist nicht territorial aggressiv gegenüber ruhigen Beifischen, sodass eine Gesellschaftshaltung mit friedlichen Arten gut möglich ist. Während der Fortpflanzungszeit kann das Männchen am Brutplatz ein erhöhtes Revierverhalten zeigen, das jedoch selten zu ausgeprägter Aggressivität führt. In Gemeinschaftsbecken ist darauf zu achten, dass keine sehr dominanten oder schnellen Fische die Welse in Futterkonkurrenz drängen, da sie sonst zurückgezogen leben und kaum noch Futter aufnehmen. Das Temperament der Art ist als ausgesprochen ruhig und scheu zu beschreiben. In normalen Haltungsbedingungen sind Konflikte mit anderen Bodenbewohnern gering, sofern ausreichend Verstecke und Futterangebot vorhanden sind. Verträglichkeit mit Wirbellosen – Schnecken: weitgehend ungefährdet; Schnecken werden in der Regel toleriert. – Garnelen: überwiegend verträglich — adulte Garnelen werden meist toleriert, sehr kleine Junggarnelen können gelegentlich gefressen werden. Aufgrund der bodenorientierten Nahrungssuche sollten Verantwortliche bei sehr kleinen Zwerggarnelen vorsichtig sein. – Bodenbewohner (z. B. Corydoras): gut geeignet; Corydoras und ähnliche kleine Welse sind passende Mitbewohner, da sie ähnliche Ruhezonen nutzen und kein direktes Konkurrenzverhalten zeigen. – Kleine südamerikanische Zwergbuntbarsche (z. B. Apistogramma): können verwendet werden, jedoch erhöhtes Risiko für Garnelen bei manchen Arten. – Große, aggressive Raubfische sind ungeeignet, da sie die ruhigen Welse stressen oder fressen könnten. Rineloricaria lanceolata sollte in Gesellschaft mit friedlichen, bioregional passenden südamerikanischen Arten gehalten werden. Geeignete Mitbewohner sind beispielsweise kleinere südamerikanische Salmler, Panzerwelse (Corydoras) und ruhige Zwergbuntbarsche derselben Region (z. B. Apistogramma). Vermeiden Sie ostafrikanische Hartwasser-Buntbarsche wie Malawi- oder Tanganjikasee-Arten, da diese sehr unterschiedliche Wasserbedingungen benötigen. Achten Sie auf ruhige Futterverteilung, ausreichend Verstecke und eine strukturierte Bodenzone, damit die relativ scheuen Welse sich wohlfühlen und nicht in Futterkonkurrenz verdrängt werden.

Geschlechtsdimorphismus

Geschlechtsreife Männchen entwickeln Odontoden an den Wangen und Brustflossenstacheln. Männchen wirken mit kräftigeren, breiteren Köpfen, laichbereite Weibchen sind rundlicher und voller. Die maximale Größe beider Geschlechter liegt bei etwa 9,5 cm SL.

Größe: ca. 9,5 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Der Hexenwels benötigt ein Becken mit mindestens 160 Litern bei 80 cm Kantenlänge. Die Wasserwerte sollten bei 25 bis 28 °C, pH 6,0 bis 8,0 und GH 5 bis 20 °dGH liegen. Feiner Sand als Bodengrund, Laubstreu, Wurzeln und Tonröhren oder PVC-Rohre als Höhlen sind die wichtigsten Einrichtungselemente. Die Beleuchtung sollte gedämpft sein. Ruhige bis mäßige Strömung mit guter biologischer Filterung ist ideal. Kupfer-haltige Medikamente vermeiden.

Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6-8
Temperatur:
Tropisch
Beckengröße:
ab 100 cm, 160 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Die Zucht des Hexenwels ist gut dokumentiert und gilt als einfach, weshalb die Art ein beliebtes Einsteiger-Zuchtobjekt ist. Der Hexenwels ist ein Höhlenbrüter: Das Männchen reinigt eine Röhre (5 bis 7 cm Durchmesser), lockt das Weibchen an und bewacht nach der Befruchtung das Gelege allein. Die Eier schlüpfen nach 4 bis 5 Tagen, die Larven werden 2 bis 3 Tage später freischwimmend. Zucht-Wasserwerte: pH unter 7,0 (ideal 5,5 bis 6,5), GH unter 10 °dGH. Große Wasserwechsel mit kühlerem Wasser stimulieren die Laichbereitschaft. Vorsicht: Elterntiere können Eier gelegentlich fressen.

Ernährung/Futterbedarf

Rineloricaria lanceolata ist ein Allesfresser mit einer Neigung zu pflanzenbasierter Nahrung und Biofilm, ergänzt durch proteinreiche Kost. Im Aquarium stellt eine abwechslungsreiche Ernährung sicher, dass alle Nährstoffbedürfnisse gedeckt werden. Geeignete Futtersorten sind sinkende Futtertabletten und -scheiben für Welse, Algen- oder Spirulina-Tabs sowie sinkende Pellets für bodenorientierte Fische. Ergänzend sollten regelmäßig tierische Komponenten angeboten werden: gefrorene oder lebende Mysis, Artemia, Daphnia, Cyclops oder fein geschnittene Blutwürmer. Pflanzliche Komponenten sind ebenfalls wichtig: blanchierte Zucchini, Gurke, Spinat oder Grünkohl werden gerne genommen. Biofilm und Detritus in Laubschichten werden natürlicherweise aufgenommen. Achten Sie auf eine konstante Verfügbarkeit von sinkendem Futter, damit die Tiere nicht in Futterkonkurrenz mit schnelleren Schwimmern benachteiligt werden.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 8-12 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Rineloricaria lanceolata stammt aus dem oberen Amazonasbecken in Peru und Brasilien. Die Art lebt in ruhigen bis mäßig strömenden Bereichen mit feinem Sand- oder Schlammboden und Laubstreu. Das Mikrohabitat zeichnet sich durch Laub, Treibholz und Höhlenstrukturen aus.

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