Steatocranus casuarius
Beschreibung
Der Buckelkopfbuntbarsch (Steatocranus casuarius) erreicht als Männchen bis 12 cm, Weibchen bleiben mit etwa 8 cm deutlich kleiner. Sein markantestes Merkmal ist der ausgeprägte Stirnbuckel der Männchen, der sich mit zunehmendem Alter vergrößert. Weibchen zeigen diesen Buckel kaum oder gar nicht.
Die Art stammt aus dem schnell strömenden Unterlauf des Kongo-Flusses sowie dem Malebo Pool. In diesem Lebensraum hat sich eine stark reduzierte Schwimmblase entwickelt: Der Fisch schwimmt kaum aktiv, sondern bewegt sich mit ruckartigen, hüpfenden Sprüngen über den Bodengrund und verankert sich mit den Brustflossen zwischen Felsen. Dieser typische Hüpf-Schwimmstil ist kein Krankheitszeichen, sondern artspezifisch. Die Grundfärbung ist olivbraun bis dunkelgrau mit unregelmäßigen Querstreifen und dunklen Schuppenmitten.
Besonderheiten
- Reduzierte Schwimmblase – der typische Hüpf-Schwimmstil ist artspezifisch und kein Krankheitszeichen
- Stirnbuckel nur beim Männchen stark ausgeprägt – wächst mit dem Alter
- Rheophil – starke Strömung und sauerstoffreiches Wasser sind Pflicht
- Monogame Paarbindung – hält oft ein Leben lang
- Höhlenbrüter mit biparentaler Brutpflege – beide Eltern bewachen die Brut bis zu 3 Monate
- Intensives Grabverhalten – feiner Sand als Bodengrund nötig
Vergesellschaftungshinweise
Der Buckelkopfbuntbarsch ist ein ausgeprägter Revierhalter, der am besten als monogames Paar gehalten wird. Beide Partner verteidigen ihr Territorium aktiv, besonders während der Brutpflege. Die Paarbindung ist so stark, dass sich ein verwitwetes Tier mitunter nicht erneut verpaart.
Als Gesellschaftsfische eignen sich westafrikanische Arten mit ähnlichen Wasseransprüchen: Phenacogrammus-Salmler und Synodontis-Welse aus der Region. Pelvicachromis-Arten sind nur in großen Becken (ab 300 Liter) denkbar. Vorsicht bei Bodenfischen wie Corydoras – obwohl die Wasserwerte kompatibel sind, konkurrieren beide um denselben Bodenbereich, was zu Stress führt. Garnelen sind riskant, da Jungtiere gefressen werden. Schnecken sind verträglich.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden deutlich größer (bis 12 cm SL) als Weibchen (bis 8 cm SL) und entwickeln den namensgebenden Stirnbuckel, der mit dem Alter wächst. Weibchen haben einen kaum sichtbaren oder fehlenden Buckel. Männchen zeigen zudem längere Flossen.
Haltungstipps / Pflege
Ein Becken ab 100 cm Kantenlänge und 150 Liter wird für ein Paar empfohlen. Der Bodengrund muss aus feinem Sand bestehen, da die Fische intensiv graben. Eine strukturreiche Einrichtung mit Felsspalten, Höhlen (Tontöpfe, Steinaufbauten) und robustem Pflanzenbewuchs wie Anubias oder Bolbitis ist wichtig. Pflanzen direkt auf Steine oder Wurzeln binden, da sie sonst ausgegraben werden.
Entscheidend ist starke Strömung: Steatocranus casuarius stammt aus schnell fließendem, sauerstoffreichem Wasser. Eine Strömungspumpe ist für die Langzeitgesundheit unverzichtbar. Gleichzeitig sollten ruhigere Rückzugszonen vorhanden sein. Das Wasser muss gut belüftet und sauerstoffreich sein.
Empfohlene Wasserwerte: Temperatur 24–28 °C, pH 6–7,5, GH 2–15 dGH. Extreme Schwarzwasserwerte sind für diese Art nicht nötig – der Kongo-Unterlauf hat moderate Wasserchemie.
Zucht und Fortpflanzung
Steatocranus casuarius ist ein Höhlenbrüter mit ausgeprägter biparentaler Pflege – beide Elternteile bewachen und leiten die Brut gemeinsam. Das Weibchen legt 20–150 orange-gelbe Eier an die Wand oder Decke einer Höhle. Die Inkubationszeit beträgt 4–7 Tage, nach weiteren 5–14 Tagen sind die Jungfische freischwimmend.
Beide Eltern bewachen die Brut intensiv für bis zu 3 Monate. Startfutter: Artemia-Nauplien oder feines Staubfutter. Für die Zucht empfiehlt sich ein eigenes Becken (ab 150–200 Liter) mit mehreren Höhlen, starker Strömung und Temperaturen im oberen Bereich (26–28 °C). Die Hauptschwierigkeit liegt in der Paarbildung – am besten gelingt dies durch gemeinsame Aufzucht mehrerer Jungtiere.
Ernährung/Futterbedarf
Der Buckelkopfbuntbarsch ist omnivor mit Schwerpunkt auf tierischer Kost. Im Aquarium nimmt er Qualitätsgranulat und -flocken an, sollte aber regelmäßig mit Lebend- und Frostfutter versorgt werden: Mückenlarven, Artemia, Mysis und Daphnien. Auf übermäßige Fütterung mit fettreichem Futter wie Tubifex sollte verzichtet werden, da dies zu Verdauungsproblemen führen kann. 2–3 kleine Mahlzeiten täglich sind ideal.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Steatocranus casuarius stammt aus dem schnell strömenden Unterlauf des Kongo-Flusses und dem Malebo Pool in der Demokratischen Republik Kongo. Die natürlichen Habitate sind turbulente, sauerstoffreiche Strömungsgewässer mit felsigem Untergrund. Die Wasserchemie ist moderat – kein extremes Schwarzwasser wie bei amazonischen Arten.
Hallo,
ich bin an einem Weibchen (Steatocranus casuarius) interessiert. Wäre nett und schön, wenn Sie eins für mich hätten, falls man das zu dieser Jahreszeit verschicken kann.
Schöne Grüße, Frank Enke
Hallo Frank, sprich doch mal aqua-global und Aquarium Dietzenbach an, ob ein Kunde von denen in deiner Nähe die Tiere hat.