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Zierfische, Familie Osphronemidae

Betta ocellata

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Betta ocellata ist ein großer, schlanker Kampffisch aus der Betta-unimaculata-Gruppe, deren Männchen die Eier im Maul ausbrüten. Männchen haben einen spitz zulaufenden, leicht kegelförmigen Kopf und schillern je nach Herkunft blau bis grün (Tiere aus klarem Wasser) oder gelbbraun (Tiere aus trübem Wasser); Weibchen tragen meist zwei dunkle Längsbinden.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Paarweise
  • 21-25 °CTemperatur

  • 5,5-7,5pH-Wert

  • 0-10 °dGHGesamthärte

  • ab 112 lAquariengröße

Beschreibung

Namensgebend ist der dunkle Fleck an der Unterseite der Schwanzwurzel. Von Betta unimaculata ist die Art äußerlich kaum zu trennen: Zähl- und Messwerte überschneiden sich, und auch das oft genannte Merkmal der farblosen Schwanzflossenhäute beim Männchen ist variabel. Einen Hinweis gibt nach Charles König die Färbung: Grün am Kopf spricht für B. ocellata, während B. unimaculata Türkis zeigt und ihre Kopfmaske unter dem Kinn trägt. Die Art lebt im Nordosten Borneos (Sabah in Malaysia und der Norden des indonesischen Kalimantan). Sie eignet sich für Halter mit etwas Erfahrung, die ein gut abgedecktes Artbecken für ein Paar einrichten wollen.

Haltung und Pflege

Betta ocellata wird bei 21–25 °C, einem pH-Wert von 5,5–7,5 und einer Gesamthärte von 0–10 °dGH gehalten; die Art gilt in Bezug auf die Wasserchemie als anpassungsfähig, solange das Wasser sauber ist. Für ein Paar reicht ein Becken ab 80 cm, 112 Liter. Eine Gruppe braucht deutlich mehr Platz, hier sollte das Becken ab 100 cm, 200 Liter messen. Gedämpftes Licht, Wurzelholz, Höhlen und Pflanzen als Sichtschutz sowie eine Schicht Falllaub (etwa Buchen-, Eichen- oder Seemandelbaumblätter) kommen dem Lebensraum nahe. Die Strömung soll schwach bleiben, ein luftbetriebener Schaumstofffilter genügt. Die Art springt ausgezeichnet: Das Becken muss lückenlos abgedeckt sein und sollte nicht bis zum Rand gefüllt werden, damit über der Wasseroberfläche eine feuchtwarme Luftschicht bleibt, aus der die Tiere atmen.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Für ein gewöhnliches Gesellschaftsbecken ist Betta ocellata nicht zu empfehlen. Am besten wird die Art paarweise im Artbecken oder mit sehr friedlichen Beifischen gehalten; geeignet sind einige kleine Karpfenfische und Schmerlen aus ähnlichen Lebensräumen. Eine Gruppe kann in einem ausreichend großen Becken gepflegt werden. Paare finden sich am besten selbst aus einer Gruppe zusammen. Zufällig zusammengesetzte Tiere vertragen sich oft nicht, das schwächere Tier kann dabei getötet werden. Hat sich ein Paar gebildet, ist es meist friedlich, solange der Platz reicht. Zur Verträglichkeit mit Garnelen und Schnecken liegen in den ausgewerteten Quellen keine Angaben vor.

Ernährung

In der Natur frisst Betta ocellata vor allem Insekten, die ins Wasser fallen, daneben Wasserinsekten, andere kleine Wirbellose und Zooplankton. Im Aquarium wird Trockenfutter angenommen, regelmäßig sollte es aber Lebend- oder Frostfutter wie Daphnien, Artemia und Mückenlarven geben. Sparsam füttern, denn Betta-Arten neigen zu Verfettung.

Zucht

Betta ocellata ist ein Maulbrüter mit väterlicher Brutpflege. Für die Zucht empfiehlt sich ein eigenes, dicht abgedecktes Zuchtbecken mit einem Paar, das sich am besten selbst aus einer Gruppe gefunden hat: Zufällig zusammengesetzte Tiere vertragen sich oft nicht, das schwächere Tier kann dabei getötet werden. Die Balz geht in der Regel vom Weibchen aus. Nach dem Ablaichen nimmt das Männchen die Eier ins Maul und trägt sie 12 bis 17 Tage, meist etwa 14 Tage, je nach Temperatur. Das Männchen braucht in dieser Zeit möglichst viel Ruhe, da es bei Störungen die Brut verschlucken kann. Viele Züchter lassen das Weibchen deshalb im Becken, statt das Männchen durch Herausfangen zu beunruhigen; vor allem in kleineren Becken muss das Weibchen aber herausgenommen werden, wenn es das Männchen bedrängt oder Jungfische frisst. Am Ende entlässt es freischwimmende Jungfische von etwa 5 mm Länge, die sofort Mikrowürmchen und Artemia-Nauplien fressen. Die Jungen nicht überfüttern und täglich 5–10 % des Wassers wechseln.

Natürlicher Lebensraum

Betta ocellata kommt nur im Nordosten Borneos vor: in Sabah (Malaysia), unter anderem bei Bettotan nahe Sandakan (Typusfundort), im Einzug des Kinabatangan, bei Lahad Datu, Tawau und Kudat, sowie im Norden des indonesischen Teils von Borneo (Kalimantan), dort nur aus dem Einzug des Sebuku bekannt. Die Art besiedelt ruhigere Abschnitte von Oberläufen, Schluchten und höher gelegene, isolierte Tümpel, klare fließende Bäche ebenso wie trübe Waldbäche, Altarme und Teiche in Ölpalmplantagen. Bei Tawau war sie in stillen, trüben Tümpeln zwischen Ölpalmplantagen die häufigste Fischart. Am Fundort gemessene Wasserwerte liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Geschlechtsunterschiede

Männchen werden größer, sind kräftiger gefärbt, haben einen breiteren Kopf und längere Flossen als die Weibchen. Weibchen zeigen meist zwei dunkle Längsbinden an den Flanken, die den Männchen fehlen. Die Schwanzflosse der Weibchen trägt teils feine Streifen, teils keine.

Krankheiten

Artspezifische Krankheiten sind nicht beschrieben. Erwachsene Tiere verfetten bei zu reichlicher Fütterung leicht, und überfütterte Jungfische können Darmprobleme bekommen.

Gut zu wissen

  • Maulbrüter mit väterlicher Brutpflege: Das Männchen trägt Eier und Larven 12 bis 17 Tage im Maul.
  • Sehr guter Springer, das Becken muss dicht abgedeckt sein.
  • Wurde lange zu Betta unimaculata gestellt; erst die Revision von Tan & Ng (2005) hat sie als eigene Art fest etabliert. Äußerlich ist sie von B. unimaculata kaum zu unterscheiden, einen Hinweis gibt die Färbung am Kopf; die ersten 1980 aus Tawau eingeführten „B. unimaculata“ waren nach heutigem Stand B. ocellata.
  • Der Artname ocellata (mit Augenfleck) bezieht sich auf den Fleck an der Unterseite der Schwanzwurzel.
  • Labyrinthfisch (besitzt ein zusätzliches Atmungsorgan) und kann an der Oberfläche Luft atmen.
  • Färbung je nach Herkunft: blau bis grün bei Tieren aus klarem Wasser, gelbbraun bei Tieren aus trübem Wasser.

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht Betta ocellata?

21–25 °C, pH 5,5–7,5 und eine Gesamthärte von 0–10 °dGH. Die Art ist bei der Wasserchemie anpassungsfähig, das Wasser muss aber sauber sein.

Wie groß muss das Aquarium sein?

Für ein Paar ab 80 cm, 112 Liter, für eine Gruppe ab 100 cm, 200 Liter. Das Becken muss dicht abgedeckt sein, denn die Art springt sehr gut.

Wie groß wird Betta ocellata?

Die Angaben beziehen sich auf die Standardlänge ohne Schwanzflosse: 8 cm bis 9 cm. Eine belegte Gesamtlänge mit Schwanzflosse liegt in den ausgewerteten Quellen nicht vor.

Mit welchen Fischen kann man Betta ocellata vergesellschaften?

Am besten paarweise im Artbecken. Möglich sind sehr friedliche Beifische, etwa kleine Karpfenfische und Schmerlen aus ähnlichen Lebensräumen. Für ein normales Gesellschaftsbecken ist die Art nicht geeignet.

Wie unterscheidet man Betta ocellata von Betta unimaculata?

Äußerlich kaum sicher: Zähl- und Messwerte überschneiden sich. Bei Männchen von B. ocellata sollen die Häute der Schwanzflosse farblos sein, bei B. unimaculata gestreift oder gepunktet, doch auch dieses Merkmal schwankt. Auch Weibchen aus einem einzigen Biotop zeigen die Schwanzflosse mit oder ohne Streifchen. Hinweise sind der spitz zulaufende Kopf und nach Charles König die Färbung: Grün am Kopf spricht für B. ocellata. B. unimaculata zeigt Türkis, B. ocellata nicht oder kaum und dann nur auf dem Kopf. Die Kopfmaske sitzt bei B. unimaculata unter dem Kinn und wird bei voller Färbung praktisch unsichtbar.

Wie verläuft die Zucht?

Das Männchen ist Maulbrüter und trägt die Brut 12 bis 17 Tage, meist etwa 14 Tage. Es braucht Ruhe, sonst verschluckt es die Eier. Die etwa 5 mm großen Jungfische fressen sofort Mikrowürmchen und Artemia-Nauplien.

Hinweis zu den Daten

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Fragen und Erfahrungen

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