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Zierfische, Familie Synbranchidae

Kiemenschlitzaal Monopterus albus

Redaktion my-fish, aktualisiert am

(Monopterus albus ist die einzige aquaristisch relevante Art der Gattung Monopterus) Kiemenschlitzaale der Gattung Monopterus erreichen bis zu 100 cm Standardlänge und gehören zur Familie der Synbranchidae. Der aalähnliche, schuppenlose Körper ist langgestreckt und seitlich abgeflacht mit stark reduziertem Flossensaum. Die Kopfpartie ist stumpf, die Augen sehr klein und von einer dünnen Hautschicht bedeckt.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Einzelgänger
  • Aggressiv
  • 100 cmEndgröße

  • nicht belegtLebenserwartung

  • 25-28 °CTemperatur

  • 6-8pH-Wert

  • 3-25 °dGHGesamthärte

  • ab 3000 lAquariengröße

Beschreibung

Farblich reicht das Spektrum von schlammbraunen und olivgrauen Grundtönen mit dunklen Sprenkeln bis hin zu xanthistischen und albinotischen Varianten. Im Aquarium zeigen Monopterus ein nachtaktives und zurückgezogenes Verhalten. Tagsüber graben sie sich tief im weichen Substrat ein oder ziehen sich in Höhlen zurück. Nachts werden sie zu aktiven Lauerjägern, die gezielt Beute mit schnellen Vorstößen ergreifen. Alles, was ins Maul passt, wird als Beute betrachtet. Besondere Merkmale sind das ausgeprägte Grabverhalten, die Fähigkeit zur Ästivation (Üüberdauerung von Trockenzeiten im Schlamm), ein akzessorisches Atemorgan mit lungenähnlichen Säcken und die Protogynie: Alle Jungtiere schlüpfen als Weibchen, ein Teil wandelt sich bei Geschlechtsreife in Männchen um. Diese Umwandlung kann bei Weibchenmangel auch rückgängig gemacht werden.

Haltung und Pflege

Die empfohlenen Aquariumwerte betragen 25–28 °C, pH 6,0–8,0 und GH 3–25 dGH. Das Becken sollte mindestens 3.000 Liter fassen mit einer Kantenlänge von 400 cm oder mehr. Als Substrat ist ein tiefer, weicher Sand- oder Schlammboden nötig, damit die Tiere ihr natürliches Grabverhalten ausüben können. Zahlreiche Verstecke in Form von dicken Höhlen, Wurzelstücken oder halboffenen Röhren bieten Rückzugsmöglichkeiten. Dichte Pflanzenbestände am Uferbereich oder Schwimmpflanzen werden empfohlen. Das Becken muss absolut dicht und mit schwerem Deckel abgedeckt sein. Monopterus ist ein ausdauernder Ausbrecher und verlässt das Becken bei der kleinsten Öffnung. Mäßige Strömung ist ausreichend; das akzessorische Atemorgan erlaubt kurzzeitige Luftatmung. Ein leistungsfähiges Filtersystem ist dennoch erforderlich. Monopterus ist ein anspruchsvoller Spezialhalter-Fisch. Die Protogynie, das akzessorische Atemorgan und die Ästivation machen die Gattung biologisch zu einer der interessantesten für erfahrene Aquarianer mit entsprechendem Platzangebot.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Monopterus-Arten sind einzelgängerisch und territorial. Einzelhaltung ist die einzig empfehlenswerte Haltungsform. Artgenossen werden als Konkurrenten betrachtet und attackiert. Das Temperament ist geprägt von ruhigem, aber entschlossenem Räuberverhalten. Im Alltag sind die Tiere zurückgezogen, in Fressphasen und bei Revierverhalten jedoch sehr agil. Monopterus sollte nur mit sehr robusten, großen Fischen aus Südostasien vergesellschaftet werden, die selbst nicht als Beute gelten. Kleine, friedliche oder bodenbewohnende Arten sind ungeeignet. Garnelen und Krebse werden als Futter betrachtet.

Ernährung

Monopterus sind strikte Fleischfresser. Das natürliche Beutespektrum umfasst Würmer, kleine Fische, Krebstiere, Amphibien und größere Insektenlarven. Im Aquarium eignen sich große Regenwürmer, ganze oder zerkleinerte Garnelen, Weißfischstücke und große Insektenlarven. Viele Tiere gewöhnen sich an sinkende Raubfisch-Pellets mit hohem Fleischanteil. Fütterung sollte abends erfolgen, um das nachtaktive Jagdverhalten zu nutzen.

Zucht

Die Zucht von Monopterus im Aquarium ist nicht zuverlässig dokumentiert. In der Natur erfolgt die Fortpflanzung in flachen Gewässern, wobei Männchen großflächige Schaumnester in Ufernähe zwischen dichter Vegetation bauen. Weibchen legen bis zu 1.000 Eier, die vom Männchen bewacht werden. Für verwandte Arten (Monopterus albus) wurden folgende Zuchtparameter berichtet: 28 °C, pH 6,5–7,5, GH maximal 15 dGH. Als Auslöser dient die Simulation der Regenzeit mit Absenkung und anschließender Überflutung des Wasserstandes. Die Inkubationszeit beträgt etwa 3–5 Tage. Diese Angaben sind experimentell und nicht auf alle Arten der Gattung übertragbar.

Zuchtwasser: ab 28 °C, pH 6,5 bis 7,5, bis 15 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Monopterus kommt in Südostasien und Ostasien vor, mit Verbreitungsschwerpunkten in Indien, China, Thailand, Vietnam, Indonesien und Malaysia. In der Natur besiedeln diese Fische überwiegend stehende bis träge Gewässer mit schlammigem Bodengrund und dichter Ufervegetation. Typische Habitate sind Reisfelder, langsam fließende Kanäle, Altwasserarme und temporäre Wasseransammlungen, die während der Regenzeit überflutet werden.

Geschlechtsunterschiede

Äußerlich sind Männchen und Weibchen nicht sicher zu unterscheiden. Männchen erreichen nach der Geschlechtsumwandlung größere Endmaße als Weibchen. Die Gattung ist proterogyn (alle Jungtiere weiblich; ein Teil wird bei Geschlechtsreife zu Männchen), was eine zuverlässige visuelle Geschlechtsbestimmung im Aquarium erschwert.

Gut zu wissen

  • Grabender Lebensstil: benötigt tiefes, weiches Substrat zum Eingraben
  • Ästivation: kann in feuchtem Schlamm (bis 1,5 m Tiefe) längere Trockenperioden überdauern
  • Nachtaktiv und scheu; tagsüber selten sichtbar
  • Stark räuberisch; nimmt Lebendfutter und größere Beute
  • Akzessorisches Atemorgan: nur ein Kiemenspalt an der Kehle, lungenähnliche Säcke ermöglichen Luftatmung
  • Protogynie: alle Jungtiere weiblich, Umwandlung in Männchen bei Geschlechtsreife möglich und reversibel
  • Extremer Fluchtantrieb: Becken muss absolut sicher mit schwerem Deckel abgedeckt sein

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Kiemenschlitzaal?

Die empfohlenen Werte sind 25–28 °C, pH 6,0–8,0 und GH 3–25 dGH. Monopterus toleriert ein breites Spektrum an Wasserhärten und pH-Werten.

Kann man den Kiemenschlitzaal vergesellschaften?

Einzelhaltung ist am sichersten. Eine Vergesellschaftung ist nur mit sehr robusten, großen Fischen aus Südostasien möglich. Kleine Fische, Garnelen und Krebse werden als Beute betrachtet.

Kann man den Kiemenschlitzaal im Aquarium züchten?

Die Zucht im Aquarium ist nicht zuverlässig dokumentiert. In der Natur bauen Männchen Schaumnester und bewachen bis zu 1.000 Eier. Die Art zeigt Protogynie – alle Jungtiere schlüpfen als Weibchen.

Wie groß muss das Aquarium für den Kiemenschlitzaal sein?

Mindestens 3.000 Liter mit 400 cm Kantenlänge. Ein absolut sicherer, schwerer Deckel ist Pflicht, da Monopterus ein ausdauernder Ausbrecher ist.

Hinweis zu den Daten

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Fragen und Erfahrungen

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