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Zierfische, Familie Callichthyidae

Dianema sp.

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Dianema sp. steht hier für schlanke Schwielenwelse, die keiner Art sicher zugeordnet sind, beschrieben sind in der Gattung bisher nur D. longibarbis und D. urostriatum. Charles König führt die Tiere als Dianema sp. und verweist auf einen Bericht von Frank Schäfer über eine 2011 unter dem Namen Red Ituxi aus Brasilien eingeführte Form.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Gruppenhaltung
  • Friedlich
  • 25-28 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 5-20 °dGHGesamthärte

  • ab 240 lAquariengröße

Beschreibung

Schäfer sah diese Form als eigene Art an, einen eigenen Artnamen gibt es dafür nicht. Der Verweis ist ein Hinweis und keine gesicherte Zuordnung. Die hier gezeigten Tiere sind bräunlich bis orangebraun und unterschiedlich stark dunkel gefleckt, mit heller Bauchseite und langen Barteln, die 2011 eingeführten Tiere waren dagegen intensiv orangerot. Die Schwanzflosse mit dunklen Streifen und Flecken auf hellem, gelblichem Grund schließt D. longibarbis aus, deren Schwanzflosse zeichnungslos ist, und ähnelt D. urostriatum; ob die Tiere zu dieser Art gehören, ist nicht geklärt. Die Pflege gilt nach der Eingewöhnung als unproblematisch, frisch importierte Tiere sind empfindlich; die Haltungsangaben in diesem Steckbrief sind Gattungsangaben.

Haltung und Pflege

Alle Werte sind Gattungsangaben: Für diese Form liegen keine eigenen Haltungswerte vor. Genannt wird der Bereich, in dem sich die Empfehlungen einer Fachquelle für D. longibarbis und D. urostriatum überschneiden. Das sind 25–28 °C, pH 6,0–7,5 und eine Gesamthärte von 5 bis 20 °dGH. Eine zweite Fachquelle nennt für beide Arten 22–26 °C und ebenfalls pH 6,0–7,5. Für eine kleine Gruppe gilt hier ein Becken ab 120 cm Kantenlänge und 240 Litern, ausgerichtet an der höheren der beiden Beckenempfehlungen, solange die Endgröße dieser Form nicht bekannt ist. Geeignet ist ein Sandboden mit Wurzeln und Holz, dazu reichlich Deckung, dicht bepflanzte Becken passen besonders gut. Eine Handvoll getrocknetes Eichen- oder Buchenlaub kommt dem natürlichen Lebensraum nahe. Die Wasseroberfläche muss frei erreichbar bleiben, weil Schwielenwelse dort Luft aufnehmen und über den Darm nutzen. Die beiden beschriebenen Arten kommen als Wildfänge in den Handel. Frisch importierte Tiere sind empfindlich und krankheitsanfällig, nach der Eingewöhnung gelten sie als sehr robust. Zu Strömung und Licht liegen keine Angaben vor, große, kühle Wasserwechsel werden nur im Zusammenhang mit der Zucht genannt.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Gattungsangabe: Dianema sind tagaktive Gruppenfische und extrem friedlich, sie halten sich anders als die meisten Panzerwelse gern im freien Wasser auf. Gegenüber Artgenossen zeigen die beiden beschriebenen Arten keine Aggression. Sie gehören in eine Gruppe von 3 bis 6 Tieren, darin sind sie deutlich aktiver und schwimmen öfter im Schwarm im Mittelwasser. Als Beifische passen Salmler, friedliche Buntbarsche, Panzerwelse und kleinere Harnischwelse aus dem Amazonasgebiet. Ungeeignet sind viel größere oder aggressive Arten. Auch sehr kleine Mitbewohner bleiben unbehelligt, winzige Jungfische können aber gefressen werden. D. longibarbis gilt als scheu und zurückhaltend. Zur Verträglichkeit mit Garnelen und Schnecken liegen in den ausgewerteten Quellen keine Angaben vor.

Ernährung

Gattungsangabe: Dianema sind Allesfresser und unkompliziert bei der Fütterung. Geeignet sind sinkendes Trockenfutter sowie kleines Lebend- und Frostfutter wie Rote Mückenlarven, Artemia und zerkleinerte Regenwürmer. Eingewöhnte Tiere fressen oft auch an der Oberfläche.

Zucht

Zur Nachzucht dieser Form liegen in den ausgewerteten Quellen keine Berichte vor. Gattungsangabe: Zur Zucht von Dianema gibt es nur wenige und widersprüchliche Berichte. Eine Quelle kennt für beide Arten nur unbestätigte Erfolge, eine andere nennt für D. urostriatum mehrfach gelungene Nachzuchten. Die Zucht gilt als nicht einfach, weil sich die Tiere schwer stimulieren lassen. Gelingt es, bauen die Männchen unter einem Blatt oder Ähnlichem ein Schaumnest und laichen dort mit einem oder mehreren Weibchen ab. Für D. urostriatum gibt es abweichende Berichte über eine Eiablage in Gruben im Bodengrund. Zur Brutpflege widersprechen sich die Angaben: Frank Schäfer nannte den Pflegetrieb 2011 im Aquarium wenig ausgeprägt, 2020 schrieb er zu D. urostriatum, die Männchen bewachten den Laich bis zum Freischwimmen der Jungtiere. Eine Fachquelle schlägt bei ausdrücklich dünner Datenlage vor: eine Gruppe von 4 bis 6 Tieren, eine schwimmende Unterlage als Nestplatz, reichlich Lebendfutter und große, kühle Wasserwechsel. Hilft das nicht, soll sich die Trockenzeit nachstellen lassen: Wasserstand senken, einige Grad wärmer und wochenlang fasten, danach mit kühlerem, weichem Wasser auffüllen und kräftig füttern. Dieselbe Quelle rät, die Elterntiere nach dem Laichen zu entfernen, weil sie die Eier fressen können. Die Jungfische sollen nach Aufzehren des Dottersacks Artemia-Nauplien und Mikrowürmer nehmen.

Natürlicher Lebensraum

Ein genauer Fundort ist nicht bekannt. Die 2011 unter dem Namen Red Ituxi eingeführten Tiere kamen aus Brasilien, auf diesen Bericht verweist Charles König bei den hier gezeigten Tieren. Gattungsangabe: Die beiden beschriebenen Arten leben im Amazonasbecken, D. longibarbis in Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Bolivien und Peru, D. urostriatum im brasilianischen Amazonasgebiet (Purus, Japurá, Madeira), dazu kommt ein Nachweis aus dem Putumayo in Peru. Sie besiedeln vor allem langsam fließende Bäche, Zuflüsse, Überschwemmungsseen und Tümpel abseits der Hauptströme. Am Fundort gemessene Wasserwerte liegen nicht vor.

Geschlechtsunterschiede

Gattungsangabe: Die Geschlechter sind bei Dianema nicht leicht zu unterscheiden. Männchen erkennt man am sichersten am stärkeren und dickeren Brustflossenstachel, ausgewachsene Weibchen sind meist runder im Körperbau. Für diese Form selbst liegen keine eigenen Angaben vor.

Gut zu wissen

  • Keiner Art sicher zugeordnet: Charles König führt die Tiere als Dianema sp. Frank Schäfer sah eine 2011 als Red Ituxi eingeführte Form als eigene Art an, einen eigenen Artnamen gibt es dafür nicht.
  • Die Gattung Dianema umfasst bisher zwei beschriebene Arten, D. longibarbis und D. urostriatum.
  • Für die 2011 als Red Ituxi eingeführte Form nannte Frank Schäfer eine stets sichtbare Fontanelle (Knochenlücke im Schädeldach) als Unterschied zu den beiden beschriebenen Arten. In den ausgewerteten Quellen ist das nicht wissenschaftlich bestätigt.
  • Gezeichnete Schwanzflosse mit dunklen Streifen und Flecken, ähnlich wie bei D. urostriatum.
  • Tagaktiver Gruppenfisch, der sich anders als die meisten Panzerwelse gern im freien Wasser aufhält.
  • Schwielenwelse nehmen an der Wasseroberfläche Luft auf und nutzen sie über den Darm, die Oberfläche muss frei erreichbar bleiben.
  • Haltungswerte sind Gattungsangaben aus den beiden beschriebenen Arten, für diese Form selbst liegen keine Werte vor.

Galerie

Häufige Fragen

Um welche Art handelt es sich bei Dianema sp.?

Das ist nicht geklärt. Charles König führt die Tiere als Dianema sp. und verweist auf Frank Schäfers Bericht von 2011 über eine als Red Ituxi eingeführte Form, die Schäfer als eigene Art ansah. Einen eigenen Artnamen gibt es dafür nicht, und der Verweis ist keine gesicherte Zuordnung. D. longibarbis scheidet wegen der gezeichneten Schwanzflosse aus, D. urostriatum ist in diesem Merkmal ähnlich.

Wie groß wird Dianema sp.?

Die Endgröße dieser Form ist nicht belegt. Die 2011 als Red Ituxi eingeführten Tiere waren 4–6 cm lang, das waren keine Endmaße. Für die beschriebenen Arten nennen die Quellen rund 10 cm Standardlänge (ohne Schwanzflosse) bei D. longibarbis und je nach Quelle 8,4 bis 12,5 cm Standardlänge bei D. urostriatum.

Welche Wasserwerte braucht Dianema sp.?

Als Gattungsangabe gelten 25–28 °C, pH 6,0–7,5 und 5 bis 20 °dGH. Das ist die Überschneidung der Empfehlungen einer Fachquelle für die beiden beschriebenen Arten, eine zweite Fachquelle nennt 22–26 °C. Eigene Werte für diese Form liegen nicht vor.

Wie groß muss das Aquarium sein?

Für eine kleine Gruppe gilt ab 120 cm Kantenlänge und 240 Liter. Dieser Wert richtet sich nach der höheren der beiden Beckenempfehlungen für die beschriebenen Arten, weil die Endgröße dieser Form nicht bekannt ist.

Mit welchen Fischen lässt sich Dianema sp. vergesellschaften?

Gattungsangabe: Dianema sind extrem friedlich und passen zu Salmlern, friedlichen Buntbarschen, Panzerwelsen und kleineren Harnischwelsen. Viel größere oder aggressive Arten sind ungeeignet. Am besten hält man eine Gruppe von 3 bis 6 Tieren.

Lässt sich Dianema sp. im Aquarium züchten?

Für diese Form liegen keine Berichte vor. Innerhalb der Gattung gibt es nur wenige und widersprüchliche Berichte, beschrieben wird ein Schaumnest, das die Männchen unter einem Blatt oder Ähnlichem bauen.

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Fragen und Erfahrungen

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Ähnliche Arten

Aus der Gruppe Panzerwelse, ähnlich groß.

Alle Zierfische
Flaggenschwanz-Schwielenwels

Panzerwelse

Flaggenschwanz-Schwielenwels

Dianema urostriatum

  • Endgröße: bis 12,5 cm
  • Aquarium: ab 140 l
  • Temperatur: 25-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-8
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, aggressiv

Sterbas Panzerwels

Panzerwelse

Sterbas Panzerwels

Hoplisoma sterbai

  • Endgröße: 6,5 cm
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 24-28 °C
  • pH-Wert: pH 6-7,6
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Einfach

Schwarmfisch, friedlich

Zwergpanzerwels (Gastrodermus pygmaeus)

Panzerwelse

Zwergpanzerwels

Gastrodermus pygmaeus

  • Endgröße: bis 3 cm
  • Aquarium: ab 54 l
  • Temperatur: 22-26 °C
  • pH-Wert: pH 6,4-7,4
  • Wasserhärte: weich bis hart
  • Schwierigkeit: Mittel

Schwarmfisch, friedlich

Pantanal-Panzerwels

Panzerwelse

Pantanal-Panzerwels

Brochis pantanalensis C5

  • Endgröße: bis 8 cm
  • Aquarium: ab 112 l
  • Temperatur: 22-26 °C
  • pH-Wert: pH 6,5-7,5
  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

In der Gruppe halten, friedlich

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