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Zierfische, Familie Cichlidae

Blaukopf-Brabantbarsch Tropheus moorii

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Blaukopf-Brabantbarsch (Tropheus moorii) ist ein mittelgroßer Buntbarsch aus dem Tanganjikasee, der 14–15 cm erreicht und für seine extreme Farbvariabilität bekannt ist. Über 50 Lokalvarianten sind beschrieben, die sich erheblich in Grundfärbung und Zeichnung unterscheiden.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Gruppenhaltung
  • Aggressiv
  • 14–15 cmEndgröße

  • 7–10 JahreLebenserwartung

  • 23-28 °CTemperatur

  • 8-9pH-Wert

  • 10-20 °dGHGesamthärte

  • ab 500 lAquariengröße

Beschreibung

Typische Varianten zeigen eine dunkelbraune bis schwarze Grundfärbung kombiniert mit leuchtend gelben, orangefarbenen, roten oder bläulichen Bändern, Flecken oder farbigen Kopfpartien. Jungtiere von Tropheus moorii können leicht mit Tropheus duboisi-Jungtieren verwechselt werden, da beide dichte helle Punktmuster zeigen. T. moorii-Jungtiere haben einen gelben Rücken und weniger dichte, größere Punkte, Tropheus duboisi-Jungtiere zeigen kleinere, dichter gestellte weißblaue Punkte. Alle Tropheus-Arten sind extrem anfällig für Bloat (Tanganjika-Aufblähkrankheit). Eiweißreiche Fütterung kann innerhalb von Tagen zum Tod führen. Strikt pflanzliche Ernährung ist Pflicht.

Haltung und Pflege

Der Blaukopf-Brabantbarsch gilt als schwierig bis sehr schwierig und ist für Einsteiger nicht geeignet. Die Wassertemperatur sollte 23–28 °C betragen, der pH-Wert 8,0–9,0, die Gesamthärte 10–20 °dGH und die Karbonathärte 15–20 °dKH. Entscheidend ist die Karbonathärte, sie liegt bei Seebewohnern höher als die Gesamthärte. Für eine artgerechte Gruppe sind mindestens 400–500 Liter nötig. Die Einrichtung besteht aus einer Felsenlandschaft mit zahlreichen Verstecken und Sichtblenden. Sand- oder Kiesboden. Mindestens 15–20 Tiere halten, um die Aggressionen des dominanten Männchens zu verteilen. Regelmäßige Wasserwechsel von 20–30 % wöchentlich und starke Filterung sind Pflicht. Die Ernährung muss ausschließlich pflanzlich sein: Spirulina-Flocken, Algenblätter und pflanzliches Granulat. Kein tierisches Protein, da dies Bloat auslösen kann. Die Lebenserwartung liegt bei 7–10 Jahren.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Tropheus moorii ist innerartlich extrem territorial und aggressiv. Das dominante Männchen verfolgt und drangsaliert schwächere Tiere konsequent. Ohne ausreichend große Gruppe und Verstecke sterben schwache Tiere durch Dauerstress. Gruppen ab 15–20 Tieren sind Pflicht, um die Aggressionen zu verteilen. Kleinere Gruppen führen regelmäßig zu Totalverlusten. Gegenüber anderen Arten ist die Art relativ friedlich, aber sehr aktiv, sodass scheue oder langsame Begleitfische Stress erleiden. Geeignete Partner sind Julidochromis, Eretmodus, Tanganicodus und bodenbewohnende Synodontis-Arten. Weichwasser-Arten sind inkompatibel. Die Mischvergesellschaftung verschiedener Tropheus moorii-Varianten sollte vermieden werden, um Hybridisierung zu verhindern.

Ernährung

Der Blaukopf-Brabantbarsch ist ein strikter Herbivor und Aufwuchsfresser. Hauptfutter: Spirulina-Flocken, Algenblätter (Nori), pflanzliche Pellets und Granulate sowie Tanganjika-Spezialfutter. Kein tierisches Protein, kein Tubifex, keine roten Mückenlarven, kein Rinderherz. Gelegentlich Cyclops oder Artemia-Nauplien in sehr kleinen Mengen sind begrenzt vertretbar, das primäre Futter muss aber pflanzlich sein.

Zucht

Tropheus moorii ist ein Maulbrüter mit maternaler Brutpflege und polygynem Paarungssystem. Das Weibchen trägt die Eier etwa 3–4 Wochen im Maul. Pro Laich werden 5–15 Eier gelegt. Brütende Weibchen fressen nicht und magern ab, ausreichend Kondition vor dem Ablaichen ist daher wichtig. Das brütende Weibchen sollte isoliert werden, da es von Artgenossen verfolgt werden kann und die Eier bei Stress zu früh ausspuckt. Der Zucht-Schwierigkeitsgrad ist mittel.

Natürlicher Lebensraum

Tropheus moorii ist ein Endemit des Tanganjikasees in Ostafrika. Die Art bewohnt flache Gewässerbereiche rund um felsige Küstenabschnitte. Das Wasser ist sehr hart, hochalkalin, klar und sauerstoffreich. Wilde Wasserwerte liegen bei 24–26 °C, pH 8,0–9,2, KH 15–20 °dKH und GH 8–12 °dGH (bis 20 °dGH).

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Subtile Unterschiede in Wachstumsrate und Körperform bestehen. Die einzig zuverlässige Methode ist die Untersuchung der Genitalpapille: beim Männchen spitz zulaufend, beim Weibchen abgerundet. Nur für erfahrene Halter empfohlen.

Gut zu wissen

  • Extrem Bloat-gefährdet, ausschließlich pflanzliche Ernährung, kein Tubifex, keine roten Mückenlarven
  • Über 50 Farbvarianten aus verschiedenen Seegebieten, Mischung verschiedener Varianten führt zu Hybridisierung
  • Verwechslungsgefahr mit Tropheus duboisi bei Jungtieren
  • Endemit des Tanganjikasees, hartes alkalisches Wasser ist Pflicht
  • Maulbrüter, Weibchen trägt Eier 3–4 Wochen im Maul
  • Polygames System, Männchen begatten mehrere Weibchen

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Blaukopf-Brabantbarsch?

Der Blaukopf-Brabantbarsch benötigt 23–28 °C, pH 8,0–9,0, GH 10–20 °dGH und KH 15–20 °dKH. Hartes, alkalisches Wasser entsprechend dem Tanganjikasee ist Pflicht.

Was frisst der Blaukopf-Brabantbarsch?

Ausschließlich pflanzliche Kost: Spirulina-Flocken, Algenblätter und pflanzliche Granulate. Kein Tubifex, keine roten Mückenlarven, kein Rinderherz. Eiweißreiche Fütterung löst Bloat aus und kann innerhalb von Tagen tödlich enden.

Wie groß muss die Gruppe bei der Blaukopf-Brabantbarsch sein?

Mindestens 15–20 Tiere sind Pflicht, um die Aggressionen des dominanten Männchens zu verteilen. Kleinere Gruppen führen regelmäßig zu Totalverlusten. Das Aquarium sollte mindestens 500 Liter fassen.

Kann man verschiedene der Blaukopf-Brabantbarsch-Varianten zusammen halten?

Nein, verschiedene Farbvarianten sollten nicht gemischt werden, da dies zu Hybridisierung führt. Pro Becken nur eine Variante halten. Beim Kauf von Jungtieren auf Verwechslung mit Tropheus duboisi achten.

Hinweis zu den Daten

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Fragen und Erfahrungen

4 Kommentare, der letzte vom 5. März 2016
  1. Maggi

    Bitte hier die Nahrungsansprüche denen des Tropheus Maswa angleichen, Aufwuchsfresser sollte mit Spirulina ernährt werden!

    1. Matthias WiesenseeRedaktion

      Hi Maggi, im Text steht nix falsches. Es gibt auch pflanzliches Frost- und Trockenfutter. Ergänzen aber gerne deinen Hinweis.

      1. Maggi

        Moin Matthias, auch ist der pH Wert zu niedrig angegeben, sorry, dass ich so nerve, aber ich habe selber seit vielen Jahren Tropheus…

        Übrigens eine tolle Sache die Ihr hier gemacht habt, genau wie das Schleswig-Holstein-Aquaristikforum…
        Liebe Grüße Maggi

        1. Matthias WiesenseeRedaktion

          Hi Maggi,
          danke für den Hinweis. Wenn du uns über das Formular neue Daten zukommen lässt oder hier in den Kommentaren, arbeiten wir es gerne ein!

          Danke für deine Hilfe.

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Aus der Gruppe Buntbarsche, ähnlich groß.

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  • Aquarium: ab 500 l
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  • Schwierigkeit: Schwierig

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  • Wasserhärte: weich bis mittelhart
  • Schwierigkeit: Mittel

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