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Zierfische, Familie Cichlidae

Nanderbuntbarsch Altolamprologus compressiceps

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Altolamprologus compressiceps ist ein bis zu 12,5 cm großer, stark seitlich abgeflachter Buntbarsch aus dem Tanganjikasee mit steil ansteigender Stirn und spitzem, nach vorn gerichtetem Maul. Die Färbung variiert je nach Herkunftspopulation erheblich: gelbe, goldene, rote und beinahe schwarze Grundtöne kommen vor, oft kombiniert mit dunklen vertikalen Streifen und hellen, perlartig glänzenden Punkten. Bekannte Lokalformen wie „Red Fin“ oder „Gold“ heben die optische Vielfalt innerhalb der Art hervor.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Paarweise
  • Territorial
  • bis 12,5 cmEndgröße

  • bis ca. 15 JahreLebenserwartung

  • 24-28 °CTemperatur

  • 8-9pH-Wert

  • 10-20 °dGHGesamthärte

  • ab 240 lAquariengröße

Beschreibung

Im Aquarium verhält sich der Nanderbuntbarsch ruhig und zurückhaltend. Die Tiere verbringen viel Zeit in unmittelbarer Nähe von Felsstrukturen und Höhlen, wo sie regungslos lauern, bis Beute nah genug ist. Gegenüber artfremden, ausreichend großen Fischen zeigt die Art meist friedliches bis neutrales Verhalten, während innerartlich klare Reviergrenzen etabliert werden.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 24-28 °C, pH 8,0-9,0, GH 10-20 dGH. Eine konstante Wasserchemie ist für das Wohlbefinden dieser Art sehr wichtig. Riftsee-Arten reagieren empfindlich auf chemische Veränderungen.

Beckengröße: ab 120 cm Kantenlänge, 240 Liter. Das Becken muss massive Steinaufbauten mit Höhlen und Spalten enthalten, die territoriale Aufteilung und Rückzugsmöglichkeiten erlauben. Feiner Sand als Bodengrund; im Tanganjikasee als Süßwassersee besteht der Sand aus Schalen- und Gesteinsmaterial, nicht aus Korallenresten. Pflanzen sind in klassischen Riftbecken weniger üblich; robuste Arten können eingesetzt werden.

Mäßige Strömung und gute Sauerstoffversorgung. Regelmäßige Wasserwechsel unter Erhalt der alkalischen, harten Wasserparameter.

Altolamprologus compressiceps ist eine lohnende Art für Liebhaber der Riftsee-Cichliden, die gezielte Konditionierung, geeignete Höhlen und stabile Wasserchemie bieten können.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Altolamprologus compressiceps kann als Paar oder in lockeren Gruppen in ausreichend großen Becken gehalten werden. Die Art ist innerartlich territorial und bildet Reviere um Höhlen oder Felsnischen. In größeren Aquarien findet sich eine lockere Rangordnung mit individuell verteidigten Wohnbereichen. Untergeordnete Tiere benötigen ausreichend Rückzugsmöglichkeiten.

Das Temperament ist zweigeteilt: Im Normalzustand verhält sich die Art ruhig gegenüber passenden Nachbarn. In der Brutzeit steigt die Aggression deutlich an – das Weibchen verteidigt die Bruthöhle energisch, das Männchen schützt das weitere Revier.

Zwerggarnelen sind als Beifische ungeeignet: Die Art ist ein spezialisierter Lauerjäger, der Kleinkrebse und Garnelen zu seiner natürlichen Beute zählt und sie auch im Aquarium gezielt bejagt. Schnecken sind weitgehend verträglich.

Geeignete Beifische sind andere Tanganjika-Cichliden ähnlicher Größe sowie bestimmte Synodontis-Arten. Arten wie Corydoras, Otocinclus, Ancistrus, Neocaridina, Paracheirodon, Apistogramma oder Nannostomus sind ungeeignet – ihre Anforderungen an weiches, saures Wasser sind inkompatibel mit dem Lebensraum dieser Riftsee-Art.

Ernährung

Spezialisierter Fleischfresser (Karnivor) und Lauerjäger. In der Natur ernährt sich die Art überwiegend von Kleinkrebsen, Garnelen, Wirbellosen und kleineren Fischen. Im Aquarium: Artemia, Mysis, Krill, weiße und schwarze Mückenlarven, gehackte Garnelen. Ergänzend kann hochwertiges Cichliden-Granulat angeboten werden. Rinderherz und fettreiche Futtermittel sind nicht artgerecht. Kleine Portionen mehrmals täglich stimulieren das natürliche Jagdverhalten.

Zucht

Altolamprologus compressiceps ist ein Höhlenbrüter. Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittelschwer.

Zuchtwasser: Temperatur ca. 25 °C, pH 8,0-9,0.

Das Weibchen legt die Eier in sehr engen Höhlen oder in großen Schneckenhäusern ab, in die oft nur das Weibchen hineinpasst. Konditionierung mit hochwertigem Lebend- und Frostfutter (Mysis, Krill, Artemia).

Inkubationszeit: 3-5 Tage bei ca. 25 °C. Frisch geschlüpfte Larven sind zunächst dottersackabhängig. Erstfutter: Artemia-Nauplien. Die Jungfische wachsen sehr langsam. Geschlechtsreife wird nach etwa einem Jahr oder länger erreicht.

Zuchtschwierigkeit: mittel.

Zuchtwasser: 25 °C, pH 8 bis 9

Natürlicher Lebensraum

Altolamprologus compressiceps ist endemisch im Tanganjikasee, Ostafrika. Die Art besiedelt bevorzugt felsige Uferbereiche mit zahlreichen Spalten, Höhlen und Geröllfeldern. Das Substrat ist sandig und kalkhaltig, geprägt von Schneckenschalen und Gesteinsmaterial. Die Wasserbedingungen sind charakteristisch: sehr klares, sauerstoffreiches Wasser bei hoher Karbonathärte und alkalischem pH-Wert. Mäßige Strömungen sind typisch.

Geschlechtsunterschiede

M: deutlich größer, bis ca. 12,5 cm, massiger Körperbau mit leicht verlängerten Rücken- und Bauchflossen. W: kleiner, ca. 9-10 cm, schlanker. Geschlechtsreife Weibchen zeigen einen gut sichtbaren Legedorn (Genitalpapille). Farbliche Unterschiede sind weniger ausgeprägt als die Größen- und Flossenunterschiede.

Gut zu wissen

  • Extrem seitlich abgeflachter Körperbau, typisch für Spalten- und Höhlenbewohner
  • Lauerjäger: verharrt regungslos zwischen Felsen und überrascht Beute mit explosiven Angriffen
  • Nutzt enge Höhlen und gelegentlich große Schneckenhäuser als Brutplatz
  • Sehr langsames Wachstum der Jungfische; die Aufzucht erfordert mehrere Monate Geduld
  • Revierbildend und innerartlich aggressiv, besonders während der Fortpflanzungsphase
  • Geringes Sprungrisiko, dennoch Abdeckung empfohlen

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Nanderbuntbarsch?

Altolamprologus compressiceps benötigt eine Temperatur von 24-28 °C, einen pH-Wert von 8,0-9,0 und eine Gesamthärte von 10-20 dGH. Konstante, hart-alkalische Wasserbedingungen sind wichtig, da Riftsee-Arten empfindlich auf Schwankungen reagieren.

Kann man den Nanderbuntbarsch vergesellschaften?

Ja, mit anderen Tanganjika-Cichliden ähnlicher Größe und bestimmten Synodontis-Arten. Arten aus weichen, sauren Biotopen wie Corydoras, Apistogramma oder Paracheirodon sind wegen inkompatibler Wasserchemie ungeeignet. Junggarnelen können gefressen werden.

Kann man den Nanderbuntbarsch züchten?

Die Zucht ist gut dokumentiert und mittelschwer. Die Art ist ein Höhlenbrüter. Die Eier werden in sehr enge Höhlen oder Schneckenhäuser gelegt und schlüpfen nach 3-5 Tagen. Die Jungfische wachsen sehr langsam.

Was frisst der Nanderbuntbarsch?

Altolamprologus compressiceps ist ein spezialisierter Fleischfresser und Lauerjäger. Bevorzugt werden Artemia, Mysis, Krill und Mückenlarven. Ergänzend kann Cichliden-Granulat angeboten werden. Rinderherz ist nicht artgerecht.

Hinweis zu den Daten

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  • Aquarium: ab 200 l
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  • Schwierigkeit: Mittelschwer

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