Der einzige Fisch, mit dem die Schachbrettschmerle sich nicht verträgt, ist nach meiner Erfahrung die Pferdekopf-Schmerle ((Acantopsis dialuzona). Während die gründelt, wühlt die Schachbrettschmerle sich hinter ihre Kiemendeckel und ist ihr damit mindestens lästig. Im übrigen ist sie ein ganz toller Aquarienfisch!
Zierfische, Familie Botiidae
Schachbrettschmerle
Ambastaia sidthimunki
Redaktion my-fish, aktualisiert am
Die Schachbrettschmerle (Ambastaia sidthimunki) ist eine bis 6 cm große Schmerle aus der Familie Botiidae mit silbrig bis blassgelber Grundfärbung und einem markanten schwarzen kettenartigen Muster über Rücken und Flanken. Die Barteln sind fein und empfindlich, weshalb weiches, abgerundetes Substrat im Aquarium wichtig ist. Im Aquarium zeigt die Art ein besonders lebhaftes Schwarmverhalten.
- Schwierigkeit: Mittel
- Schwarm
- Friedlich
- Kupferempfindlich
6 cmEndgröße
8-12 JahreLebenserwartung
24-28 °CTemperatur
5,5-7,5pH-Wert
1-12 °dGHGesamthärte
ab 120 lAquariengröße
Beschreibung
Die Tiere sind sehr agil und schwimmen sowohl in Bodennähe als auch in mittleren Wasserschichten. Sie zeigen häufig „Follow-the-leader“-Spiele, bei denen ein Tier die Richtung vorgibt und die Gruppe folgt. Trotz der hohen Aktivität bleiben sie friedlich gegenüber nicht räuberischen Beifischen. Die Art ist wegen ihres attraktiven Musters und ihrer Lebhaftigkeit beliebt, gilt jedoch als IUCN Endangered.
Haltung und Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24 bis 28 °C, pH 5,5 bis 7,5, GH 1 bis 12 dGH. Mindestens 100 cm Beckenlänge (ca. 120 L). Für eine aktive Gruppe sollte das Becken möglichst lang sein. Feiner Sand oder feiner, abgerundeter Kies als Substrat, da die Barteln empfindlich sind. Zahlreiche Unterschlüpfe durch glatte Steine, Wurzelholz und Laubansammlungen. Laub (z. B. Seemandelbaumblätter) und Totholz für leichte Säuerung und natürliche Färbung. Mäßige bis deutliche Strömung und gute Sauerstoffversorgung. Regelmäßige Wasserwechsel und stabile Wasserqualität sind wichtig. Kupfer ist für Botiidae potenziell tödlich: Medikamente und Dünger auf Kupferbasis dürfen nicht eingesetzt werden. Die Mindestgruppengröße von sechs bis acht Tieren ist nicht verhandelbar. Der gefährdete Wildstatus (IUCN Endangered) unterstreicht die Bedeutung von Nachzuchten.
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Verhalten und Vergesellschaftung
Ambastaia sidthimunki ist ein ausgeprägter Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens sechs bis acht Tieren, besser 10 oder mehr, gehalten werden. Einzeln gehaltene Tiere zeigen sich oft zurückgezogen oder entwickeln aggressives Verhalten. Das Temperament ist friedlich und sehr aktiv. Die Tiere suchen kontinuierlich den Bodengrund ab und wechseln häufig die Positionen im Schwarm. Durch ihre Agilität können sie für scheue oder langsame Arten stressverursachend sein. Kleine Schnecken werden gefressen. Zwerggarnelen und deren Nachwuchs können erbeutet werden; größere Amanogarnelen sind in der Regel sicher. Bei der Vergesellschaftung sollten vorwiegend Fische aus Südostasien gewählt werden: Rasboras, Danios, ruhige Schmerlen. Kupfer ist für Botiidae potenziell tödlich.
Ernährung
Allesfresser mit deutlichem Fleischanteil. Hochwertiges sinkendes Granulat und Tabletten als Basis, ergänzt durch Lebend- und Frostfutter wie rote Mückenlarven, Tubifex, Artemia und Daphnien. Pflanzliche Komponenten wie Spirulina-Futter, überbrühtes Gemüse (Zucchini, Spinat) ergänzen die Ernährung. Die Tiere fressen kleine Schnecken, sollten aber nicht als verlässliche Schneckenkontrolle eingeplant werden.
Zucht
Hobbyzucht extrem selten erfolgreich. Zuchtwasserwerte: 26 bis 28 °C, pH 6,5 bis 7,0, GH maximal 10 dGH. Ambastaia sidthimunki ist ein eierlegender, externer Laicher. In der Natur wandern die Tiere zur Regenzeit flussaufwärts in überschwemmte Gebiete zum Ablaichen. Kommerzielle Nachzuchten werden großindustriell unter Einsatz von Hormongaben produziert. Als Trigger dient Regenzeit-Simulation: große, kältere Wasserwechsel mit weicherem, leicht saurem Wasser. Inkubationszeit ca. 14 bis 15 Stunden bei 26 bis 29 °C. Erstfutter: Infusorien, gefolgt von Artemia-Nauplien und Mikrowürmern.
Zuchtwasser: 26 bis 28 °C, pH 6,5 bis 7, bis 10 °dGH
Natürlicher Lebensraum
Ambastaia sidthimunki stammt aus Südostasien, konkret aus dem Einzugsgebiet des Mae Klong und Chao Phraya in Thailand sowie dem Ataran-Becken an der Grenze zwischen Thailand und Myanmar. Die Art bewohnt klare Fließgewässer mit sandigem oder kiesigem Bodengrund, durchzogen von glatten Steinen, Totholz und Falllaub. Die Strömung ist meist mäßig. Zur Regenzeit erweitern überflutete Uferzonen die Lebensräume und dienen als Laichgebiete.
Geschlechtsunterschiede
Geschlechtsreife Weibchen sind fülliger im Körperbau und erscheinen oft minimal größer als Männchen. Männchen entwickeln eine leicht verlängerte Schnauze und dickere, fleischigere Lippen. Diese Unterschiede sind besonders während der Fortpflanzungszeit erkennbar.
Gut zu wissen
- Kettenartiges Schachbrettmuster auf Flanken und Rücken
- Aktives Schwarmverhalten mit „Follow-the-leader“-Spielen
- Empfindliche Barteln; weiches, abgerundetes Substrat empfohlen
- Mindestgruppesechs bis acht Tiere, besser 10 oder mehr
- Kupferempfindlich: Kupfer ist potenziell tödlich
- Sprungrisiko gering, dennoch Abdeckung empfohlen
- IUCN-Status: Endangered (2011); Wildstandorte in Thailand geheim gehalten
- Aufrichtbarer Dorn unter dem Auge: beim Fangen kein engmaschiges Netz verwenden, die Tiere verhaken sich darin und verletzen sich
Galerie
Häufige Fragen
Welche Wasserwerte braucht die Schachbrettschmerle?
Temperatur 24 bis 28 °C, pH 5,5 bis 7,5 und GH 1 bis 12 dGH. Die Art bevorzugt weiches bis leicht hartes Wasser mit guter Sauerstoffversorgung.
Wie viele Schachbrettschmerlen sollte man halten?
Mindestens 5 bis 6 Tiere, besser 10 oder mehr. Einzeln gehaltene Tiere zeigen Stresssymptome und aggressives Verhalten. Die Gruppenhaltung ist artgerecht notwendig.
Kann man die Schachbrettschmerle züchten?
Die Hobbyzucht ist extrem selten erfolgreich. Kommerzielle Nachzuchten werden unter Hormongaben produziert. Als Trigger dient eine Regenzeit-Simulation mit kälteren Wasserwechseln.
Kann man die Schachbrettschmerle vergesellschaften?
Ja, mit friedlichen südostasiatischen Arten wie Rasboras und Danios. Kleine Schnecken werden gefressen, Zwerggarnelen können erbeutet werden. Größere Amanogarnelen sind meist sicher.
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Fragen und Erfahrungen
3 Kommentare, der letzte vom 13. Juni 2013
Saathoff Verena Ich pflege diese Fische seit knapp 13 Jahren. So lange lebt auch meine Älteste bei mir, deren rechte Brustflosse fehlt, daher leicht zu identifizieren.
In all den Jahren habe ich erst 1 Tier verloren, was schon stark erkrankt zu mir kam, selbst die kleinsten und dünnsten Hungerhaken konnte ich schnell aufpäppeln, Umsetzen/Umzüge haben sie schnell verkraftet. Diese Art würde ich unter korrekten Bedingungen als sehr robust bezeichnen.
Sie nehmen alles an Futter an, was man bietet, bis auf hartes Gemüse. Sehr schwimmfreudig, wirken manchmal sogar hektisch, mitunter aber schreckhaft. Sie lieben es auf erhöhten Pflanzen/Wurzeln zu sitzen, bevorzugen jedoch dunkle Wurzelaufbauten bei mir und sind stets neugierig.
Meine Gruppe umfasst knapp 25 Tiere, die sich immer eng zusammen aufhält, außer man schwärmt nach Futter aus. Bei ausreichend Platz sind sie gegenüber selbst kleinsten Fischen ( z.B. B. brigittae ) friedlich, sogar die gemeinsame Haltung und Vermehrung von Zwerggarnelen war jahrelang möglich .
Bei zu geringer Auslastung habe ich ein Anschwimmen und „Belästigen“ der anderen Fische beobachten können, ohne diese jedoch zu verletzen. Ein 100 cm Becken sollte es schon sein, mit mind. 6 Tieren, besser mehr.
Eine Nachzucht ist mir leider noch nie gelungen.Die Wasserwerte lagen in den letzten 13 Jahren bei Kh 2-6, GH 4-7, Ph 6,0-7,2, Temp. 25-29 °C
Ihr neuer Name lautet nun Ambastia sidthimunki (Kottelat 2012) , sie steht meines Wissens auf der Roten Liste bedrohter Arten der IUCN.
LG verena
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