Aphyosemion splendopleure
Beschreibung
Aphyosemion splendopleure, der Grüne Glanzprachtkärpfling, wird etwa 5–6 cm TL groß und gehört zur Familie Nothobranchiidae (Untergattung Chromaphyosemion). Männchen zeigen eine grünlich irisierende Grundfärbung mit roten Punkten entlang der Flanken; die unpaaren Flossen sind verlängert, teils leierförmig ausgezogen, und tragen gelbe Ränder sowie rote Flecken oder Linien. Weibchen sind deutlich dezenter gefärbt, überwiegend in braunen bis grauen Tönen, mit abgerundeten, kürzeren Flossen.
Im Aquarium halten sich die Tiere bevorzugt in den oberen bis mittleren Wasserschichten auf. Ihr Schwimmverhalten ist ruhig und beobachtend gegenüber artfremden Fischen, jedoch zeigen Männchen ein territoriales Verhalten gegenüber Artgenossen desselben Geschlechts, besonders während der Balz.
Die Art ist nicht für das allgemeine Gesellschaftsaquarium geeignet – sie ist sehr scheu und benötigt ruhige, gut strukturierte Becken. A. splendopleure stammt aus Westafrika und ist in Nigeria, Kamerun, Äquatorialguinea und Nordwest-Gabun verbreitet.
Besonderheiten
- Haftlaicher (nicht-annuell): Eier werden an feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmopps angeheftet
- Untergattung Chromaphyosemion
- Männchen mit verlängerten, oft leierförmigen unpaaren Flossen
- Hohes Springrisiko – dicht schließende Abdeckung ist Pflicht
- Bevorzugt obere bis mittlere Schwimmzone
- Sehr scheu – nicht für allgemeines Gesellschaftsaquarium geeignet
- Karnivor – Trockenfutter nur als Ergänzung
Vergesellschaftungshinweise
A. splendopleure wird am besten paarweise oder in einem Harem gehalten; bewährt hat sich ein Besatz mit einem Männchen und zwei bis drei Weibchen, da so Revierkonflikte zwischen Männchen reduziert werden und Weibchen Rückzugsmöglichkeiten finden. Männchen sind untereinander territorial, selten kommt es jedoch zu ernsthaften Verletzungen.
Das Temperament ist grundsätzlich friedlich gegenüber anderen, nicht konkurrierenden Arten ähnlicher Größe. Während intensiver Balzphasen können Weibchen durch Männchen bedrängt werden; dichte Bepflanzung und Rückzugsbereiche sind daher notwendig.
Junggarnelen sind durch den karnivoren Fressinstinkt gefährdet; adulte Garnelen werden meist toleriert, Schnecken in der Regel ignoriert.
Geeignete Beifische sind andere friedliche westafrikanische Killifische, kleine westafrikanische Salmler (z. B. Phenacogrammus-Arten) sowie Pelvicachromis-Arten aus Westafrika. Ostafrikanische Hartwasser-Cichliden und südamerikanische Arten sind bioregional inkompatibel und ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Deutlich ausgeprägt. Männchen sind farbenprächtiger, oft größer und besitzen verlängerte, gelegentlich leierförmig ausgezogene unpaarige Flossen mit gelben Rändern und roten Markierungen. Weibchen sind kleiner, blasser (braun bis grau) und haben abgerundete, kürzere Flossen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22–26 °C, pH 6,0–7,2, GH 3–15 °dGH. Das Weichwasserspektrum (GH 3–8 °dGH) wird bevorzugt.
Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge und ca. 54 Liter für ein Paar oder Trio.
Einrichtung: Dunkler, feiner Bodengrund oder Sand. Dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Pflanzen und Moosen, treibendes Totholz sowie Laubteppiche. Feinfiedrige Pflanzen und Laichmopps dienen gleichzeitig als Laichsubstrat und Schutzbereich für Weibchen. Strömung minimal. Dezente bis moderate Beleuchtung.
Eine dicht schließende Abdeckung ist Pflicht – die Art ist ein starker Springer.
A. splendopleure ist eine Art für erfahrene Killifisch-Halter, die weiches Wasser und naturnahe Einrichtung bieten können.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Haftlaicher (Dauerlaicher, nicht-annuell). Die Zucht gilt als mittelschwer.
Zuchtwasserwerte: Temperatur 23–25 °C, pH 6,0–6,5, GH maximal 5 °dGH. Weiches, leicht saures Wasser fördert die Eiablage.
A. splendopleure ist ein Dauerleger; bei guter Konditionierung setzen Weibchen täglich ca. 10–20 Eier ab über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen. Die Eier werden an Pflanzen oder Laichmopps befestigt und sollten lichtgeschützt inkubiert werden.
Inkubation bei Wasserinkubation (ca. 24 °C): ca. 12 Tage. Bei Torfinkubation: ca. 18 Tage. Größenunterschiede unter Jungfischen können zu Kannibalismus führen; gestaffelte Aufzucht ist empfehlenswert.
Aufzucht: Frisch geschlüpfte Jungfische akzeptieren Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen. Reichliche Konditionierung mit hochwertigem Lebendfutter ist für erfolgreiche Zucht notwendig.
Ernährung/Futterbedarf
A. splendopleure ist karnivor. Die natürliche Diät besteht überwiegend aus kleinen Insektenlarven und Zooplankton. Im Aquarium werden hochwertige Lebend- und Frostfutterarten bevorzugt: frisch geschlüpfte Artemia, Daphnien, rote und weiße Mückenlarven, Cyclops und andere Kleinkrebstiere. Trockenfutter wird von einigen Exemplaren akzeptiert, sollte aber nicht die Hauptnahrung bilden.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Aphyosemion splendopleure stammt aus Westafrika und ist in Nigeria, Kamerun, Äquatorialguinea und Nordwest-Gabun verbreitet. Die Art bewohnt beschattete Regenwaldgewässer mit dichter Ufervegetation und Laubdecke. Typische Habitate sind ruhige bis langsam fließende Bäche und Seitenarme mit weichem, leicht saurem Wasser, dunklem Bodengrund und reichlich organischem Material.