Metynnis argenteus
Beschreibung
Der Silberdollar (Metynnis argenteus) gehört zur Familie der Serrasalmidae und erreicht eine Größe von bis zu 15 cm. Der Körper ist seitlich stark abgeflacht und rundlich bis scheibenförmig, wodurch die typische „Dollar“-Silhouette entsteht. Die Grundfärbung erscheint silbrig schimmernd mit subtilen Metallreflexen. Männchen können während der Paarungszeit eine dezente rötliche Tönung an den Flossenrändern zeigen.
Im Aquarium zeigen Silberdollars ein ruhiges, offenes Schwimmverhalten in den mittleren bis oberen Wasserschichten. Sie bewegen sich in Gruppen synchron und zeigen ein elegantes, gleitendes Schwimmverhalten. Trotz ihres pflanzenfresserischen Schwerpunkts nehmen sie auch tierische Kostanteile auf.
Metynnis argenteus wird häufig mit der nahe verwandten Art Metynnis hypsauchen verwechselt. M. hypsauchen trägt einen schwarzen Fleck hinter und über jedem Auge, der bei M. argenteus fehlt. Da diese Arten im Handel oft falsch etikettiert werden, ist beim Kauf auf die Fleckenzeichnung zu achten.
Besonderheiten
- Stark seitlich abgeflachter, runder Körper – typisches Silberdollar-Profil
- Schwarmfisch – echte Gruppenhaltung ab mindestens fünf Individuen
- Leicht mit M. hypsauchen verwechselbar – Unterscheidung: schwarzer Augenfleck bei M. hypsauchen fehlt bei M. argenteus
- Männchen mit längerer Afterflosse und rötlicher Tönung an Flossenrändern
- Bevorzugt mittlere bis obere Wasserschichten
- Ausgeprägter Pflanzenfresser – robuste oder ersetzbare Bepflanzung wählen
Vergesellschaftungshinweise
Metynnis argenteus ist ein Schwarmfisch und sollte in einer Gruppe von mindestens fünf Tieren gehalten werden. Das Temperament ist überwiegend friedlich mit synchroner Schwimmbewegung und kollektiven Reaktionen auf Reize. Konflikte treten selten auf.
Schnecken werden in der Regel toleriert. Bei Garnelen besteht ein gewisses Risiko für Jungtiere; adulte Garnelen sind meist sicher.
Geeignete Beifische sind andere südamerikanische Salmler in vergleichbarer Größe, ruhige Panzerwelse, Doradiden und größere Friedfische. Sehr kleine Fische meiden, da sie als Nahrung betrachtet werden können. Malawi- und Tanganjika-Buntbarsche sind nicht geeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen besitzen eine deutlich verlängerte Afterflosse und können eine leichte rötliche Tönung an Flossenrändern entwickeln, besonders während der Paarungszeit. Weibchen zeigen rundere Bauchpartien, vor allem wenn sie Eier tragen, und die Afterflosse bleibt kürzer und weniger ausgeprägt.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 24–28 °C, pH 6,0–7,0, GH bis 10 °dGH.
Für eine Gruppe erwachsener Tiere wird ein Becken von mindestens 180 cm Länge (ca. 270 Liter) benötigt. Die Länge ist wichtiger als die Höhe. Die Einrichtung sollte großen freien Schwimmraum in den mittleren und oberen Zonen bieten, kombiniert mit dichten Pflanzenbereichen. Da Silberdollars ausgeprägte Pflanzenfresser sind, robuste Pflanzen wie Anubias, Javafarn oder Hornkraut wählen oder bewusst „Fresspflanzen“ wie Wasserpest einplanen.
Feiner bis mittlerer Bodengrund, ergänzt durch Hölzer und Wurzeln für Schattenbereiche. Filterung für sauberes, gut umwälztes Wasser wichtig; Strömung nicht extrem stark. Geringes Sprungrisiko, dennoch sichere Abdeckung empfohlen.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Gruppenlaicher (Freilaicher)
Zuchtschwierigkeit: mittel
Metynnis argenteus ist ein Gruppenlaicher ohne elterliche Brutpflege. Ein Weibchen kann bis zu 2.000 Eier pro Laichakt abgeben; die Eier schlüpfen nach etwa drei Tagen. Elterntiere nach dem Ablaichen entfernen, da sie Eier und Larven fressen.
Großes Zuchtbecken mit weichem, leicht saurem Wasser (pH 6,0–7,0) und leicht erhöhter Temperatur (bis 28 °C) empfohlen. Feinblättrige Pflanzen oder Laichmopps erleichtern den Laichvorgang. Larven zunächst mit Infusorien ernähren, später mit Artemia-Nauplien und feinem Pulverfutter.
Ernährung/Futterbedarf
Metynnis argenteus ist ein ausgeprägter Pflanzenfresser (Herbivor), der auch tierische Kostanteile aufnimmt. Hochwertige pflanzliche Komponenten bilden die Basis: Spirulina-Flocken oder -Pellets, blanchiertes Gemüse wie Zucchini, Gurke, Erbsen und Spinat sowie Algentabs. Gelegentlich proteinreicheres Frostfutter wie Daphnien oder Artemia als Ergänzung. Mehrere kleine Portionen täglich. Robuste oder ersetzbare Bepflanzung im Becken einplanen.
Natürlicher Lebensraum
Metynnis argenteus ist vermutlich endemisch im Rio Tapajós-Einzugsgebiet in Brasilien. Die Art bewohnt Flussabschnitte und Nebenwasserläufe mit strukturierten Uferzonen, flutender Vegetation und feinblättrigen Wasserpflanzen. Die Tiere nutzen mittlere und obere Wasserschichten. Wilde Wasserwerte: Temperatur 24–28 °C, pH 5–7.