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Zierfische, Familie Cichlidae

Kaiserbuntbarsch Aulonocara baenschi

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Aulonocara baenschi, der Kaiserbuntbarsch, ist ein Buntbarsch aus dem ostafrikanischen Malawisee (Familie Cichlidae). Die Art ist endemisch im westlichen Teil des Sees und kommt an Fundorten wie Nkhomo Reef, Usisya, Benga, den Maleri Islands und Chipoka vor. Männchen erreichen bis zu 13 cm TL und zeigen eine kräftige, leuchtende Färbung. Weibchen bleiben kleiner (ca. 7,5–9 cm) und sind grau-braun gefärbt.

  • Schwierigkeit: Mittel
  • Harem
  • Territorial
  • bis 13 cmEndgröße

  • 5–8 JahreLebenserwartung

  • 25-29 °CTemperatur

  • 7,5-9pH-Wert

  • 10-20 °dGHGesamthärte

  • ab 250 lAquariengröße

Beschreibung

Der Körper ist seitlich abgeflacht und gestreckt, mit der für Aulonocara typischen großen Maulregion, die der sensorischen Nahrungssuche im Sand dient.

Im Aquarium hält sich Aulonocara baenschi bevorzugt in Bodennähe auf und durchsucht den Sandboden nach Kleintieren. Die Art gilt als relativ friedlich, wobei Männchen gegenüber Fischen mit ähnlichem Farbmuster aggressiv reagieren können.

Hinweis: Aulonocara baenschi steht auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet (Critically Endangered, CR). Der Wildbestand hat zwischen 1996 und 2006 um rund 70 % abgenommen. Beim Kauf sollte auf Nachzuchten aus verantwortungsvoller Haltung geachtet werden.

Haltung und Pflege

Wasserwerte: Temperatur 25–29 °C, pH 7,5–9,0, GH 10–20 °dGH. Hartes, alkalisches Wasser. Stabile Wasserwerte sind entscheidend; plötzliche Schwankungen werden schlecht toleriert.

Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 250 Liter).

Einrichtung: Sand oder feines Kies als Substrat. Größere Steinblöcke, Felsaufbauten mit Höhlen und klaren Sichtgrenzen als Reviertrennung. Offene Sandflächen für die Nahrungssuche sind essenziell. Pflanzen sind möglich, müssen jedoch an harte, alkalische Wasserchemie angepasst sein. Moderate bis ruhige Strömung.

Aulonocara baenschi ist eine Art für Aquarianer mit mittlerer Erfahrung.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Haltung in Gruppen mit einem Männchen auf 3–5 Weibchen (1M/3–5W). Mehrere Männchen führen zu dauerhaften Auseinandersetzungen, die für unterlegene Tiere stressreich und gefährlich sind.

Das Temperament ist ausgeglichen bis mäßig territorial. Während der Balz steigt die Aggressivität der Männchen deutlich, insbesondere gegenüber gleichfarbigen oder ähnlich gezeichneten Cichliden. Bei Stress zeigen die Tiere dunkle Stressstreifen. Sehr kleine Junggarnelen sind gefährdet; adulte Garnelen werden in der Regel toleriert. Schnecken gelten als unproblematisch.

Geeignete Beifische sind anders gezeichnete Malawi-Cichliden ähnlicher Größe: Copadichromis, Placidochromis, Otopharynx lithobates und friedliche Mbunas wie Labidochromis caeruleus. Synodontis-Welse aus dem ostafrikanischen Riftsee sind ebenfalls geeignet. Andere Aulonocara-Arten sind wegen Hybridisierungsgefahr zu vermeiden. Südamerikanische Arten und Weichwasserarten sind ungeeignet.

Ernährung

Aulonocara baenschi ist ein Karnivore mit Spezialisierung auf bodenbewohnende Wirbellose. In der Natur werden Insektenlarven, kleine Krebstiere und andere Bodentiere über sensorische Wahrnehmung im Sand detektiert. Im Aquarium: hochwertiges Cichliden-Granulat als Basis, ergänzt durch Frostfutter (Chironomiden-Larven, Artemia, Mysis, Mückenlarven). 3–4 kleine Portionen täglich. Gelegentlich Spirulina zur Förderung der Farbintensität. Auf Tubifex sollte verzichtet werden: Bei Malawi-Cichliden gilt er als Auslöser von Darmentzündungen (Bloat).

Zucht

Fortpflanzungstyp: Maternaler Maulbrüter. Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittel schwierig.

Das Männchen balzt aktiv. Empfohlenes Verhältnis: 1 Männchen auf 3–5 Weibchen. Das Weibchen nimmt die befruchteten Eier ins Maul; Inkubationsdauer bis zu 4 Wochen. Frei schwimmende Jungfische nehmen sofort Artemia-Nauplien als Erstfutter an.

Zucht-Temperatur: ca. 25 °C, pH ca. 7,8.

Zuchtwasser: 25 bis 27 °C, pH 7,5 bis 8,5, bis 20 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Aulonocara baenschi besiedelt die Übergangszonen des Malawisees: Bereiche, in denen felsige Uferstrukturen in sandige Böden übergehen, typischerweise in 4–6 m Tiefe (gelegentlich bis 16 m). Verstreute Felsen und einzelne Felspartien dienen als Reviere und Balzplätze. Vegetation spielt eine untergeordnete Rolle; wichtiger sind die Übergangsbereiche mit offenem Sand und vereinzelten Gesteinsformationen.

Geschlechtsunterschiede

Deutlich ausgeprägt. Männchen werden mit bis zu 13 cm deutlich größer als Weibchen (ca. 7,5–9 cm) und entwickeln eine intensive, leuchtende Färbung (gelb-blau je nach Lokalform). Weibchen bleiben kleiner und sind grau-braun gefärbt. Die Unterscheidung ist im adulten Zustand problemlos möglich.

Gut zu wissen

  • Maternaler Maulbrüter: Weibchen trägt die befruchteten Eier bis zu 4 Wochen im Maul
  • Sensorische Nahrungssuche: Beute wird über empfindliche Sinneszellen in der Maulregion im Sand detektiert
  • Bodenbewohner: bevorzugt Übergangszone zwischen Fels und Sand in 4–6 m Tiefe (gelegentlich bis 16 m)
  • Endemisch im westlichen Malawisee: Nkhomo Reef, Usisya, Benga, Maleri Islands, Chipoka
  • IUCN Critically Endangered (CR) – Nachzuchten bevorzugen
  • Hybridisierungsgefahr mit anderen Aulonocara-Arten; Mischung verschiedener Aulonocara-Arten vermeiden
  • Sprungrisiko gering; Abdeckung dennoch empfehlenswert

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Kaiserbuntbarsch?

Die empfohlenen Wasserwerte sind Temperatur 25–29 °C, pH 7,5–9,0 und GH 10–20 °dGH. Hartes, alkalisches Wasser wie im Malawisee.

Kann man den Kaiserbuntbarsch vergesellschaften?

Ja, mit anders gezeichneten Malawi-Cichliden ähnlicher Größe wie Copadichromis, Placidochromis oder Labidochromis caeruleus. Andere Aulonocara-Arten wegen Hybridisierungsgefahr vermeiden. Südamerikanische Arten sind ungeeignet.

Kann man den Kaiserbuntbarsch im Aquarium züchten?

Ja, die Zucht ist gut dokumentiert. Maternaler Maulbrüter mit Inkubationsdauer bis zu 4 Wochen. Empfohlenes Verhältnis: 1 Männchen auf 3–5 Weibchen.

Was frisst der Kaiserbuntbarsch?

Ein Karnivore mit Spezialisierung auf bodenbewohnende Wirbellose. Cichliden-Granulat als Basis, ergänzt durch Chironomiden-Larven, Artemia, Mysis und Mückenlarven. 3–4 kleine Portionen täglich.

Hinweis zu den Daten

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