Copella
Beschreibung
Copella, der Spritzsalmler, ist eine Gattung schlanker, oberflächenorientierter Salmler aus der Familie Lebiasinidae mit bis zu 4,5 bis 5,5 cm SL (artabhängig). Der Körperbau ist stromlinienförmig. Die Grundfärbung reicht von olivbraun am Rücken zu hellerem Bauch. Männchen zeigen rote oder rötliche Tupfen auf den unpaaren Flossen sowie einen markanten weißen Fleck an der Basis der Rückenflosse.
Im Aquarium halten sich Copella bevorzugt direkt unter der Wasseroberfläche auf und schwärmen in lockeren Gruppen. Die Tiere sind agil und neigen zum Springen. Eine lückenlose Abdeckung des Aquariums ist notwendig.
Besonders bekannt ist das Laichverhalten von Copella arnoldi: Männchen und Weibchen springen gemeinsam aus dem Wasser und heften die Eier an Blattunterseiten oberhalb der Wasseroberfläche. Das Männchen bewässert die Eier regelmäßig mit seinem Schwanz. Andere Copella-Arten laichen dagegen normal im Wasser.
Besonderheiten
- Starke Neigung zum Springen: lückenlose Abdeckung notwendig!
- Oberflächenorientiertes Schwarmverhalten
- Präferenz für Anflugnahrung (Fruchtfliegen, Mücken, andere Insekten)
- Männchen mit stark verlängerten und farbigen unpaaren Flossen
- C. arnoldi: besonderses Laichverhalten oberhalb der Wasseroberfläche
- Andere Copella-Arten laichen normal im Wasser unter Vegetation
- Hohe Luftfeuchte unter der Abdeckung ist für die Zucht von C. arnoldi zwingend
- Schnecken verträglich; Junggarnelen gefährdet
Vergesellschaftungshinweise
Copella sind friedliche Schwarmfische und sollten in Gruppen ab 8 bis 10 Tieren gehalten werden. Innerhalb der Gruppe zeigen Männchen Territorialverhalten in der Nähe von Laichplätzen; solche Aggressionen richten sich meist gegen gleichgeschlechtliche Artgenossen und nehmen während der Brutzeit zu.
Schnecken werden toleriert. Große Garnelen wie Amano-Garnelen werden normalerweise toleriert; sehr kleine Zwerggarnelen und Junttiere können gefressen werden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden größer und besitzen stark verlängerte, farbintensivere unpaare Flossen (Rücken-, After- und Schwanzflosse) mit rötlichen Tupfen sowie einem kontrastreichen weißen Fleck an der Rückenflossenbasis. Weibchen bleiben kleiner, sind von gedrungenerer Körperform und tragen kürzere, abgerundete Flossen ohne die starke Färbung der Männchen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte: Temperatur 22 bis 28 Grad Celsius, pH 5,5 bis 7,5, GH bis 8 dGH.
Beckengröße: Mindestens 90 cm Kantenlänge (ca. 112 Liter).
Einrichtung: Überhängende Pflanzenstängel und großblättrige Pflanzen bis knapp über die Wasseroberfläche. Schwimmpflanzen für Schattenzonen. Feines Substrat (Sand oder feiner Kies) mit Falllaub. Geringe bis moderate Strömung. Mäßige bis gedämpfte Beleuchtung. Lückenlose Abdeckung notwendig (Springer!). Dicht schließender Deckel gewährleistet hohe Luftfeuchte für C. arnoldi.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (artabhängig). Zuchtschwierigkeit: Mittel. Teilweise dokumentiert. C. arnoldi: Paar springt gemeinsam aus dem Wasser, heftet Eier an Blattunterseiten oberhalb der Wasseroberfläche. Männchen bewässert Eier regelmäßig mit dem Schwanz. Andere Copella-Arten laichen im Wasser unter Vegetation. Zuchtwasser: Temperatur 26 bis 28 Grad Celsius, pH 6,0 bis 6,5, GH maximal 6 bis 8 dGH. Inkubation 36 bis 72 Stunden. Konditionierung mit Fruchtfliegen und Mückenlarven. Hohe Luftfeuchte unter Abdeckung zwingend für C. arnoldi. Erstfutter: Infusorien, dann Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Copella sind vornehmlich Mikroprädatoren mit Präferenz für Anflugnahrung. Im Aquarium bevorzugt: Fruchtfliegen (Drosophila), Mückenlarven, Artemia-Nauplien, Cyclops und Moina. Feines Granulat- und Flockenfutter von der Wasseroberfläche wird ebenfalls akzeptiert. Abwechslungsreiche Fütterung mit Lebend- und Frostfutter fördert Farbe und Vitalität.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Copella stammen aus dem nördlichen Südamerika und besiedeln das untere Amazonasbecken, das Orinoco-Delta sowie küstennahe Flusssysteme in Guyana, Suriname und Französisch-Guayana. Typische Habitate sind langsam fließende oder stehende Gewässer mit dichter Ufervegetation, überhängenden Ästen und ausgeprägtem Blattfall. Substrat sandig oder feinkiesig, oft von Falllaub bedeckt.