Parosphromenus deissneri
Beschreibung
Deissners Prachtgurami (Parosphromenus deissneri) wird etwa 3,5 cm groß und gehört zur Familie der Osphronemidae. Die Art ist einer der prächtigsten Vertreter der Gattung Parosphromenus: Männchen zeigen während der Balz eine leuchtende Kontrastfärbung mit dunklem Körper und blau-weiß gebänderten Flossen, die bei gedämpftem Licht besonders intensiv wirkt. Außerhalb der Balz ist die Grundfärbung unmarkant bräunlich.
Im Aquarium zeigt Parosphromenus deissneri ein ruhiges, zurückhaltendes Verhalten. Die Art hält sich bevorzugt in der unteren Wasserschicht und in Bodennähe auf, wo sie zwischen Laub, Wurzeln und Höhlen Deckung sucht. Wie alle Labyrinthfische besitzt die Art ein Labyrinthorgan und atmet zusätzlich atmosphärische Luft. Eine Abdeckung mit warmer Luftschicht über dem Wasser ist daher notwendig, da kalte Zugluft das empfindliche Organ schädigen kann.
Besonderheiten
- Prachtvolle Balzfärbung der Männchen: dunkler Körper mit blau-weiß gebänderten Flossen
- Labyrinthorgan: atmet zusätzlich Luft, warme Abdeckung notwendig
- Empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten
- Höhlenschaumnestbauer: Männchen baut Schaumnest an der Decke kleiner Höhlen
- Schwarzwasser-Spezialist: benötigt sehr weiches, saures Wasser mit pH 4-6
- IUCN-Status Endangered: stark gefährdet in der Natur
- Artenbecken empfohlen für natürliches Verhalten und volle Farbenpracht
Vergesellschaftungshinweise
Parosphromenus deissneri wird am besten paarweise oder in kleinen Gruppen mit Weibchenüberschuss gehalten. Die Art ist nicht für Schwarmhaltung geeignet. Männchen zeigen während der Balz territoriales Verhalten und verteidigen ihr Revier rund um die Laichhöhle.
Das Temperament ist gegenüber anderen Arten friedlich bis scheu. Innerartlich können Männchen rivalisieren, wobei die Auseinandersetzungen meist bei Drohgebärden bleiben. Die Art ist sehr empfindlich gegenüber Stress durch lebhafte oder größere Beckenpartner.
Für die Vergesellschaftung eignen sich nur sehr ruhige, kleine Arten aus derselben Bioregion, etwa Boraras-Rasboren oder andere Schwarzwasser-Kleinfische. In der Praxis wird häufig die Haltung im Artenbecken empfohlen, da die Art in Gesellschaftsbecken kaum ihre volle Farbenpracht zeigt. Ostafrikanische Buntbarsche sind ungeeignet. Garnelen werden toleriert, sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden. Schnecken werden toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Bei Parosphromenus deissneri sind die Geschlechter gut unterscheidbar. Männchen zeigen deutlich intensivere Farben, besonders während der Balz mit leuchtend blau-weißen Flossenbändern. Weibchen sind insgesamt blasser gefärbt und etwas kleiner. Außerhalb der Balz sind die Unterschiede weniger deutlich.
Haltungstipps / Pflege
Parosphromenus deissneri benötigt eine Wassertemperatur von 24-28 °C, einen pH-Wert von 4,0-6,0 und eine Gesamthärte von 0-2 dGH. Das Aquarium sollte mindestens 60 cm Kantenlänge und 60 Liter fassen.
Die Art ist ein Schwarzwasser-Spezialist und benötigt extrem weiches, saures Wasser. Der pH-Wert muss unter 6 liegen, idealerweise zwischen 4 und 5. Torffilterung, Seemandelbaumblätter und Erlenzapfen helfen, das Wasser entsprechend aufzubereiten. Die Leitfähigkeit sollte möglichst niedrig sein.
Die Einrichtung sollte dicht strukturiert sein mit kleinen Höhlen als Laichplätze, dichter Bepflanzung und reichlich Laub am Boden. Schwimmpflanzen dämpfen das Licht. Die Strömung muss gering sein.
Als Labyrinthfisch benötigt Parosphromenus deissneri eine warme Luftschicht über dem Wasser. Kalte Zugluft auf die Wasseroberfläche kann das Labyrinthorgan schädigen und muss verhindert werden.
Wichtig: Osphronemidae sind empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten. Bei Erkrankungen kupferfreie Alternativen verwenden.
Deissners Prachtgurami ist eine anspruchsvolle Art für erfahrene Aquarianer mit Interesse an Schwarzwasser-Biotopen. Aufgrund des Gefährdungsstatus (IUCN Endangered) sollten Nachzuchten angestrebt und Wildfänge nur aus nachhaltigen Quellen bezogen werden.
Zucht und Fortpflanzung
Parosphromenus deissneri ist ein Höhlenschaumnestbauer. Das Männchen baut ein Schaumnest an der Decke einer kleinen Höhle, etwa in Filmdosen, Bambusröhren oder Kokosnuss-Hälften. Nach der Balz laicht das Weibchen die Eier an die Höhlendecke, wo sie vom Männchen befruchtet und ins Schaumnest eingebettet werden.
Das Männchen bewacht das Gelege und fächelt den Eiern frisches Wasser zu. Nach etwa 2-3 Tagen schlüpfen die Larven. Das Männchen pflegt die Brut bis zum Freischwimmen. Die Jungfische sind winzig und benötigen zunächst Infusorien, Pantoffeltierchen oder Mikrowürmer als Erstfutter.
Optimale Zuchtbedingungen: Temperatur 25-27 °C, pH 4-5, GH maximal 1-2 dGH. Die Zucht gelingt in ruhigen, gut eingefahrenen Artenbecken mit stabilen Schwarzwasser-Bedingungen.
Ernährung/Futterbedarf
Parosphromenus deissneri ist ein Fleischfresser, der sich in der Natur von kleinen Insektenlarven, Mikrokrebsen und Zooplankton ernährt. Die Art hat ein kleines Maul und benötigt entsprechend feines Futter.
Im Aquarium werden bevorzugt Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Mikrowürmer, Grindal-Würmer, Cyclops und Daphnien angenommen. Frostfutter wird nach Eingewöhnung akzeptiert. Trockenfutter wird von vielen Exemplaren dauerhaft verweigert, daher ist eine regelmäßige Versorgung mit Lebend- oder Frostfutter notwendig.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Parosphromenus deissneri stammt von der Insel Bangka in Indonesien (Südostasien). Die Art bewohnt dort Torfmoor-Gewässer und Schwarzwasserbäche im tropischen Tiefland-Regenwald.
Das natürliche Habitat ist geprägt von extrem weichem, saurem Wasser mit pH-Werten um 4-5, einer dunkelbraunen Tanninfärbung und sehr niedriger Leitfähigkeit. Der Boden ist mit einer dicken Schicht aus Falllaub und Torf bedeckt. Die Gewässer sind langsam fließend bis stehend und stark beschattet. Diese Torfmoor-Habitate sind durch Abholzung und Ölpalmenplantagen stark bedroht, weshalb die Art als gefährdet (IUCN Endangered) eingestuft wird. Wilde Wasserwerte können lokal variieren und weichen von optimalen Aquarienwerten ab.