Dicrossus filamentosus

Deutscher Name: Gabelschwanz-Schachbrettcichlide

Herkunft:
Brasilien, Kolumbien
Farben:
rot, schwarz, silber
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Dicrossus filamentosus
Gattung: Dicrossus
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Dicrossus filamentosus, der Gabelschwanz-Schachbrettcichlide, ist ein kleiner, schlanker Zwergcichlide mit einer Gesamtlänge von etwa 8–9 cm. Die Art ist nach dem leierförmig verlängerten Schwanzflossenstrahlen der Männchen benannt. Die Grundfärbung ist silbrig bis cremefarben mit einem markanten Schachbrettmuster aus dunklen Flecken entlang der Flanken. Männchen zeigen intensivere Farben mit rötlichen bis orangefarbenen Akzenten in den Flossen. Im Aquarium zeigt D. filamentosus ein ruhiges, bodennah orientiertes Verhalten. Paare bilden Reviere rund um Laichsubstrate und verteidigen diese während der Brutzeit energisch. Außerhalb der Fortpflanzungsphase sind die Tiere gegenüber artfremden Fischen weitgehend tolerant. D. filamentosus ist eine anspruchsvolle Schwarzwasser-Art, die sehr weiches, saures Wasser benötigt. Die Haltung gelingt nur mit Osmosewasser oder vergleichbar aufbereitetem Weichwasser.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Schwarzwasser-Art: benötigt sehr weiches, saures Wasser (pH 4,5–6,5, GH 1–4)
  • Leierförmig verlängerte Schwanzflossen bei Männchen
  • Schachbrettmuster als Erkennungsmerkmal
  • Substratlaicher mit intensiver maternaler Brutpflege
  • Osmosewasser oder vergleichbar aufbereitetes Weichwasser erforderlich
  • Temperaturanspruch: 26–30 °C (wärmebedürftig)

Vergesellschaftungshinweise

Dicrossus filamentosus wird als Paar oder in Haremshaltung (1 Männchen, 2–3 Weibchen) gehalten. Das Temperament ist territorial, aber gegenüber artfremden, gleichgroßen Fischen weitgehend tolerant. Während der Brutzeit verteidigen die Weibchen ihr Gelege energisch. Schnecken werden toleriert. Zwerggarnelen sind in der Regel sicher, sofern sie nicht in das direkte Brutrevier eindringen. Geeignete Beifische: kleine südamerikanische Salmler, Zwergbuntbarsche und Panzerwelse. Ostafrikanische Hartwasserarten sind nicht kompatibel.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen sind größer, zeigen intensivere Farben mit rötlichen bis orangefarbenen Akzenten und besitzen die namensgebenden leierförmig verlängerten Schwanzflossenstrahlen. Weibchen bleiben kleiner, kompakter und zeigen während der Brutpflege eine rötliche Bauchfärbung.
Größe: ca. 8-9 cm (TL)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: 25–29 °C, pH 4,5–6,5, GH 1–4 °dGH. Weiches, saures Wasser ist notwendig; härteres Leitungswasser muss mit Osmosewasser aufbereitet werden. Beckengröße: mindestens 80 cm (ca. 100 L). Feiner, dunkler Sand, dicke Schicht Herbstlaub, Totholz und Wurzelwerk. Stille bis sehr sanfte Strömung. Gedimmte Beleuchtung. Huminstoffe (Erlenzapfen, Schwarztorf) unterstützen die gewünschte Wasserfarbe. Dicrossus filamentosus ist eine reizvolle Herausforderung für erfahrene Aquarianer mit naturnahem Schwarzwasserbecken.
Wasserhärte:
weich
pH-Wert
4,5-6,5
Temperatur:
26-30 °C
Beckengröße:
ab 80 cm, 100 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Anspruchsvoll, aber gut dokumentiert. Fortpflanzungstyp: Substratlaicher. Zuchtwerte: Temperatur 28–30 °C, pH 4,5–5,5, GH maximal 1 dGH. Das Weibchen legt die Eier auf flachen Steinen oder Blättern ab und betreibt intensive Brutpflege. Das Männchen wird nach der Eiablage meist vertrieben. Gelegegröße: 50–100 Eier. Inkubation: ca. 2 Tage bei 28 °C. Erstfutter: Artemia-Nauplien und Mikrowürmchen.

Ernährung/Futterbedarf

Karnivor. Bevorzugt feines Lebend- und Frostfutter: Artemia-Nauplien, weiße und schwarze Mückenlarven, Daphnien, Cyclops. Trockenfutter wird oft nur zögerlich angenommen. Kleine Portionen mehrmals täglich. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 3–5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Dicrossus filamentosus stammt aus dem Orinoco- und dem oberen Rio-Negro-Becken in Kolumbien, Venezuela und Brasilien. Die Art besiedelt flache Schwarzwasserhabitate mit sehr weichem, saurem Wasser, dichter Laubschicht am Boden, Totholz und spärlicher Vegetation. Die Strömung ist gering.

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