Epalzeorhynchos bicolor, der Feuerschwanz, ist ein markant gezeichneter Karpfenfisch der Familie Cyprinidae mit einer Maximallänge von etwa 12,5 cm Gesamtlänge. Die Grundfärbung variiert von dunkelgrau bis tiefschwarz (samtig), während die Schwanzflosse leuchtend rot bis orangerot gefärbt ist. Rücken- und Afterflossen sind relativ hoch angesetzt und können bei adulten Männchen spitzer auslaufen.
Schwierigkeit: Mittel
Einzelgänger
Territorial
Feuerschwanz
bis 12,5 cmEndgröße
bis 15 JahreLebenserwartung
20-26 °CTemperatur
6-8pH-Wert
2-15 °dGHGesamthärte
ab 240 lAquariengröße
Beschreibung
Im Aquarium zeigt der Feuerschwanz mit zunehmendem Alter ein stark territoriales Verhalten. Jungtiere sind häufig noch scheu; mit dem Heranwachsen steigt die Aggressivität deutlich an. Adulte Tiere beanspruchen einen festen Revierbereich und verteidigen diesen intensiv gegen ähnlich aussehende Arten sowie gegen Artgenossen. Die Art ist in der Wildnis als Critically Endangered (IUCN CR) eingestuft; alle Aquarienexemplare stammen aus kommerzieller Nachzucht.
Haltung und Pflege
Wasserwerte: Temperatur 20-26 °C, pH 6,0-8,0, GH 2-15 dGH. Beckengröße: Mindestens 120 cm Kantenlänge (ca. 240 L). Einrichtung: Abwechslungsreich mit stabilen Hartholzwurzeln und großen Steinen als Revierpunkte, dicht bepflanzten Bereichen und freien Schwimmzonen. Feiner Sand oder abgerundetes Kies als Bodengrund. Hohlräume und Höhlen befriedigen den Revierbedarf. Visuelle Trennungen reduzieren Konflikte. Filterung: Leistungsstarke Filterung (4-5-facher Beckenumsatz) mit gutem Sauerstoffeintrag und moderater Strömung. Regelmäßige Wasserwechsel.
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Verhalten und Vergesellschaftung
Der Feuerschwanz ist ein Einzelgänger und sollte einzeln gehalten werden. Die früher verbreitete Empfehlung, mehrere Exemplare zusammenzuhalten, führt in der Praxis fast immer zu anhaltenden Dominanzkonflikten. Adulte Tiere zeigen intoleranteres Revierverhalten. Gegenüber ähnlich gefärbten oder algenfressenden Fischen (Crossocheilus, Garra, Gyrinocheilus sowie weitere Epalzeorhynchos-Arten) zeigt der Feuerschwanz häufig hohe Aggressivität. Eine gewisse Toleranz gegenüber Schmerlen aus den Gattungen Chromobotia, Botia, Syncrossus und Yasuhikotakia ist dokumentiert. Beifische: Robuste, kräftige Fische mit deutlich abweichender Körperform, die andere Wasserschichten nutzen. Algenfresser und ähnlich gezeichnete Cypriniden vermeiden. Schnecken weitgehend sicher. Sehr kleine Junggarnelen können gefährdet sein; adulte Garnelen in der Regel sicher.
Ernährung
Epalzeorhynchos bicolor ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf Aufwuchs (Algen und Biofilm), kleinen Wirbellosen und pflanzlichem Material. Im Aquarium: Sinkgranulat und Flockenfutter, Frost- und Lebendfutter (Mückenlarven, Daphnia, Artemia), pflanzliche Komponenten wie blanchiertes Gemüse (Zucchini, Erbsen, Spinat), Algenwafern und Spirulina. Sinkende oder langsam sinkende Futtersorten bevorzugt.
Zucht
Im Hobby nicht dokumentiert. Alle im Handel erhältlichen Tiere stammen aus kommerzieller Zucht, die vorwiegend hormonelle Induktion zur Auslösung der Laichbereitschaft einsetzt. Fortpflanzungstyp: Ovipar (eierlegend). Angaben zu Gelegegröße und Inkubationszeiten fehlen mangels dokumentierter Hobbyzuchten. Zucht im Heimaquarium ist als nicht realisierbar einzustufen.
Natürlicher Lebensraum
Epalzeorhynchos bicolor stammt aus Südostasien, insbesondere aus dem Chao-Phraya- und Mae-Klong-System in Thailand. Die Art bewohnt fließende Bereiche klarer Gewässer mit Substraten aus Sand und großen Steinen. Saisonal zieht die Art in überflutete Gebiete. Die natürlichen Gewässer sind klar und fließend mit gut ausgeprägten Strömungen. IUCN: Critically Endangered (CR).
Geschlechtsunterschiede
Geschlechtsunterschiede werden erst ab einem Alter von etwa 15 Monaten deutlich erkennbar. Weibchen wirken tendenziell größer, massiger und robuster mit runderen Körperkonturen. Männchen erscheinen schlanker und zeigen häufig etwas lebhaftere Farbtöne; bei manchen Männchen laufen Rücken- und Afterflosse leicht spitzer aus.
Gut zu wissen
Solitärer Einzelgänger; Einzelhaltung wird empfohlen
Stark territoriales Verhalten bei heranwachsenden und adulten Tieren
Hohe Aggressivität gegenüber ähnlich aussehenden Arten und anderen Algenfressern
Zucht im Hobby nicht dokumentiert; kommerziell via Hormone
In der Wildnis Critically Endangered (IUCN CR); Wildvorkommen 2011 und 2014 in Thailand wiederentdeckt
Junggarnelen potenziell gefährdet; adulte Garnelen und Schnecken sicher
Galerie
Quelle Ingo Seidel FA aquaglobalQuelle Frank Schäfer FA.Aquarium GlaserQuelle Willi Heidbrink FA Honer
Häufige Fragen
Welche Wasserwerte braucht der Feuerschwanz?
Die Aquarium-Werte liegen bei 20-26 °C, pH 6,0-8,0 und GH 2-15 dGH.
Kann man den Feuerschwanz vergesellschaften?
Einzelhaltung empfohlen. Geeignet sind robuste Fische mit abweichender Körperform und Färbung. Algenfresser, ähnlich gezeichnete Cypriniden und andere Epalzeorhynchos-Arten vermeiden. Tolerant gegenüber Schmerlen (Chromobotia, Botia).
Kann man den Feuerschwanz im Aquarium züchten?
Im Hobby nicht dokumentiert. Alle Exemplare stammen aus kommerzieller Zucht mit Hormonbehandlung.
Wie groß muss das Aquarium für den Feuerschwanz sein?
Mindestens 120 cm Kantenlänge und ca. 240 Liter für ein Einzeltier.
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Fragen und Erfahrungen
4 Kommentare, der letzte vom 16. September 2015Lesen und mitredenZuklappen
Jessica Kreit
Es ist wirklich traurig, dass dieser wunderschöne Fisch in Einzelhaltung vor sich hinvegetieren muss. Ich hatte gedacht, dass wenigstens ihr von Myfish dem entgegen wirkt – falsch gedacht!
E.bicolor ist bei richtiger Haltung mitnichten ein Einzelgänger!
Im Gegenteil! In großen Becken ab 400l aufwärts mit vielen Pflanzen lassen Sie sich wunderbar in der Gruppe halten! Das Verhalten untereinander ist dann alles andere als aggressiv!
Leider hat das wohl von euch noch niemand gesehen, sonst würdet ihr diesen Mist nicht auch so unreflektiert weiterverbreiten.
Ein Vereinskollege hatte solch ein Becken. 450l viele Pflanzen, eine große Gruppe E.bicolor und ja dazu auch ne große Gruppe Siamesische Rüsselbarben. Im Becken war Ruhe und Frieden…
Enttäuschte Grüße….
Matthias WiesenseeRedaktion
Hey Jessica, es ist wie bei Wikipedia. Ein Ersteller (schau in die Quelle) liefert die Textbasis. Wir nehmen es auf. Die Community verfeinert gemeinsam auf Basis von Erfahrungen den Text. Davon lebt my-fish. Das gezeigte Wissen ist in vielen Büchern bis heute praktiziert. Daher haben wir es aufgenommen. Die neue Erkenntnisse und Anmerkungen arbeiten wir immer gern mit ein. Mache dafür einfach Anmerkungen.
Jessica Stanzel
Da Ihr die Ratschläge ja gerne annehment (was ich euch hoch anrechne!) hier mal mein Bericht 🙂
Der Feuerschwanz, Epalzeorynchos bicolor bzw. Labeo bicolor stammt aus Zentral- Thailand, vor allem im Mae Nam Chao Phraya (Chao-Phraya-Fluss) und in den Flüssen der Paknampo- Region.
Die Tiere stammen aus der Familie der Karpfenfische.
In der Zoohandlung werden diese Tiere sehr oft zu erschwinglichen Preisen von 3 – 7 Euro angeboten. Diese Tiere sind wunderschön, denn der Hai- ähnliche, schwarze Körper mit einer roten Flosse des Feuerschwanzes strotzt vor purer Schönheit.
Dazu kommt das seichte Schwimmverhalten der Tiere. Oft wird ihnen auch nachgesagt, sie seien hervorragende Algenvertilger. Eigenschaften, die zum Kauf verlocken, gar zum Spontankauf. Doch gerade bei diesen Tieren ist es wichtig sich gut zu überlegen, was man sich dort holt, denn die Ansprüche, gerade in puncto Platzbedarf sind sehr hoch!
Früher war es gang und gebe, diese Tiere einzeln in kleineren Becken zu halten, da sie zu mehren äußerst aggressiv untereinander werden. Später
einigte man sich darauf, dass man sie entweder alleine, oder nur zu maximal 3 Tieren pflegen sollte, da sich hier die Aggression etwas verringern soll. Fast ein guter Anhaltspunkt für die Heutigen Ansichten einer Haltung in großen Gruppen ab 8 Tieren. Denn je mehr in einer Gruppe leben, umso eher bildet sich hier die Rangordnung. Dies gewährleistet ein friedliches (!) zusammenleben ab den Punkt, wo die genaue Rangodnung geregelt ist. Platzmangel und Einzelhaltung sorgt für sehr starke Verhaltensstörungen, die diese eigentlich ruhigen Tiere zu wahren Tyrannen machen kann. Umgekommen ist hierbei noch kein Tier, wenn ihnen der nötige Platz geboten wird. Denn neben der richtigen Gruppenstärke ist dies der wichtigste Punkt – Platz. Die früher geschilderten Aggressionen sind ebenfalls den viel zu kleinen Aquarien zuzuschreiben.
Da der Feuerschwanz mit über 25 cm groß wird, sind hier Becken ab 250 cm Länge und 80 – 100 cm tiefe optimal. Die Höhe spielt hier eine eher geringfügige Rolle. Grund für diese Maße ist das Sozialverhalten und die Schwimmfreudigkeit. Diese Tiere verbringen die meiste Zeit damit, auf Futtersuche zu gehen. In der Natur legen sie hier sehr weite Strecken zurück. Beide Tiere können ein Alter von etwa 15 bis maximal 20 Jahren erreichen!
Das Aquarium für diese Tiere sollte sehr gut strukturiert werden. Pflanzen spielen hier bei der Einrichtung nur eine nebensächliche Rolle. Ein feiner Bodengrund aus Sand oder sehr feinem Kies ist zum gründeln wichtig, damit sich die Tiere nicht verletzen können. Als Einrichtung eignen sich große, abgerundete Steine sowie viel Holz in Form von Ästen und Wurzeln. Dies dient nicht nur als Unterschlupf, sondern auch als Nahrungsquelle, da hier Kleinstorganismen abgeweidet werden. Die Beleuchtung sollte nicht zu hell gewählt werden. Als Pflanzen eignen sich daher sehr gut Vallisneria, Anubais, Farne und einige Echinodorus sowie Cryptocorynen.
Neben der richtigen Einrichtung tut man diesen Tieren einen besonders großen Gefallen, wenn man eine gute Strömung einbringt. Ein ordentlicher Filter sorgt nicht nur für eine nötige Wasserpflege, sondern auch für eine gesunde Strömung. Eine separate Strömungspumpe verhilft hier ebenso zu einer guten Strömung. Man kann den Tieren dabei zusehen, wie sie diese aufsuchen und sich in diese legen. Hierbei ist es egal, ob man mit einem hamburger Mattenfilter arbeitet, oder mit einen Innenfilter usw.
An den Wasserwerten stellen beide keine all zu hohen Ansprüche. Ein pH von 6,5 – 7,2, dGh° bis 18 und eine Temperatur von 22 – 27 Grad ist hier ideal. Kurze Winterphasen vertragen die Tiere sehr gut und bilden in der „Sommerzeit“ einen schönen Laichansatz.
Auch in Sachen Futter sind diese Tiere nicht wählerisch, sollten aber dennoch hochwertig versorgt werden. Sie nehmen problemlos Trockenfutter in Form von Flocken, Granulat und Tabs. Doch Frost- und Lebendfutter sollte hier ebenfalls gefüttert werden. Daphnien, Mückenlarven, Krill usw. wird dankend angenommen. Eine ausgewogene Ernährung mit Grünfutter (reich an Kelb) und Frost- bzw. Lebendfutter fördert das Wachstum und dessen Gesundheit erheblich!
Optimal lassen sich beide mit Tieren vergesellschaften, die ähnliche bzw. gleiche Ansprüche haben und in strömungsreichen Gewässern leben. Prachtschmerlen, diverse Barben wie Dawkinisa usw. eignen sich hervorragend! Ostafrikanische Buntbarsche oder Diskusbecken sind hingegen keine gute Wahl.
Alles in allem sind es wunderschöne, charakterstarke Tiere, die wenn man dessen Bedürfnisse beachtet, alles andere als aggressiv sind und definitiv nicht für kleine Becken geeignet sind. Wer die Möglichkeit hat diese Tiere aufnehmen zu können, sollte sich privat umschauen und Tieren in Not ein schönes Zuhause bieten.
Matthias WiesenseeRedaktion
Danke Jessica für den Bericht. Haben diesen natürlich ausgebessert und eingebaut.