Girardinus metallicus

Deutscher Name: Metallkärpfling

Foto: Hans-Jürgen Ende
Herkunft:
Costa Rica, Kuba
Farben:
grau, silber
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Girardinus metallicus
Gattung: Girardinus
Familie: Poeciliidae

Beschreibung

Der Metallkärpfling (Girardinus metallicus) ist ein kleiner Lebendgebärender aus der Familie Poeciliidae. Männchen erreichen etwa 3 bis 4 cm, Weibchen werden mit 5 bis 6 cm deutlich größer. Der kompakte, stromlinienförmige Körper fällt durch eine fein metallisch schimmernde Schuppung auf. Männchen besitzen ein deutliches Gonopodium und einen charakteristischen schwarzen Streifen von der Maulregion entlang der Unterseite. Im Aquarium zeigen Metallkärpflinge ein ruhiges, oberflächenorientiertes Schwimmverhalten. Die Tiere bevorzugen ruhige Bereiche mit ausreichend Verstecken und reagieren empfindlich auf starke Strömung. Männchen umwerben Weibchen kontinuierlich, was eine lebhafte, aber nicht aggressive Dynamik innerhalb der Gruppe erzeugt. Die Art stammt aus Kuba, wo sie klare, stehende oder sehr langsam fließende Süßwassergewässer besiedelt. Eine gewisse Brackwassertoleranz ist vorhanden, der Primärlebensraum ist jedoch Süßwasser. Die Haltung ist unkompliziert und die Zucht einfach.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Lebendgebärender Poeciliide (ovovivipar), unkomplizierte Zucht
  • Stark ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus: Weibchen deutlich größer als Männchen
  • Oberflächenorientierter Schwimmer, bevorzugt die oberen Wasserschichten
  • Heimat: Kuba (karibische Insel, Gattung Girardinus ist dort endemisch)
  • Gewisse Brackwassertoleranz, im Aquarium in Süßwasser haltbar
  • Männchen mit Gonopodium und schwarzem Bauchstreifen
  • Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfohlen
  • Kupferempfindlich – kupferhaltige Medikamente strikt vermeiden; Kupfer schädigt Kiemengewebe und Osmoregulation

Vergesellschaftungshinweise

Der Metallkärpfling ist ein geselliger Schwarmfisch. Empfohlen wird eine Mindestgruppe von 8 Tieren, wobei das Verhältnis zugunsten der Weibchen ausgelegt sein sollte, um den Balzstress auf einzelne Weibchen zu verteilen. Das Temperament ist friedfertig und zurückhaltend. Geeignete Beifische sind kleine, ruhige Arten ähnlicher Größe, die nicht um die obere Schwimmzone konkurrieren. Andere robuste Poeciliiden, kleine Salmler oder friedliche Bodenfische eignen sich. Große räuberische Fische sind ungeeignet. Schnecken werden toleriert. Junggarnelen können gefährdet sein, adulte Garnelen werden meist toleriert.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter sind gut unterscheidbar. Männchen bleiben mit 3 bis 4 cm SL deutlich kleiner als Weibchen, die 5 bis 7 cm SL erreichen. Männchen besitzen ein röhrenförmiges Gonopodium an der Afterflosse sowie einen schwarzen Streifen von der Maulregion entlang der Unterseite. Weibchen sind voluminöser und zeigen besonders während der Trächtigkeit eine deutlich gerundete Bauchlinie.
Größe: M: 3-4 cm, W: 5–7 cm (SL)

Haltungstipps / Pflege

Der Metallkärpfling benötigt temperiertes bis tropisches Wasser mit 22 bis 27 °C, einem pH-Wert von 6,5 bis 8,0 und einer Gesamthärte von 8 bis 20 °dGH. Ein Becken ab 60 cm Kantenlänge und mindestens 54 Litern bietet Platz für eine Gruppe von 8 Tieren. Dichte Bepflanzung mit Schwimmpflanzen schafft schattige Bereiche und Rückzugsräume. Freie Schwimmzonen an der Wasseroberfläche sollten erhalten bleiben. Stabile, aber nicht starke Strömung ist ratsam. Fein- bis mittelkörniges Substrat, ergänzt durch Wurzeln und Steine, bietet Struktur. Das Sprungrisiko ist gering, ein gut schließender Deckel wird dennoch empfohlen. Bei Garnelenbesatz ist Vorsicht geboten, Schnecken werden toleriert. Girardinus metallicus ist aufgrund seiner Robustheit und einfachen Haltung gut für die Pflege lebendgebärender Poeciliiden geeignet. Ausreichende Bepflanzung, passende Wasserwerte und eine Gruppenstruktur mit Weibchenüberschuss sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren.
Wasserhärte:
mittel bis hart
pH-Wert
6,5-8,0
Temperatur:
22-27 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Girardinus metallicus ist lebendgebärend (ovovivipar). Die Zucht im Aquarium gilt als einfach und die Art ist sehr produktiv. Die Tragzeit beträgt etwa 24 Tage, Würfe umfassen typischerweise 15 bis 30 Jungfische. Adulte Tiere fressen den Nachwuchs, daher empfiehlt sich das Umsetzen hochträchtiger Weibchen in ein separates Aufzuchtbecken oder dichte Pflanzzonen für die Jungfische. Mehrere Weibchen pro Männchen reduzieren den Balzstress. Die Jungen sind von Geburt an relativ groß und nehmen sofort feines Lebendfutter wie Artemia-Nauplien an. Ergänzend eignen sich pulverisierte Flocken und pflanzliche Kost (Spirulina).

Ernährung/Futterbedarf

Der Metallkärpfling ist ein Allesfresser mit Neigung zu fleischbetonter Kost. Hochwertige Flocken und Granulat bilden die Grundration. Ergänzend werden gefrorene oder lebende Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops und kleine Mückenlarven angeboten. Pflanzliche Nahrung wie Spirulina-Flocken oder blanchierter Spinat sollte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Für Jungfische eignen sich Artemia-Nauplien und fein gemahlene Flocken. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
3–5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Der Metallkärpfling stammt aus Kuba (Karibik). Er besiedelt klare, stehende oder sehr langsam fließende Süßwassergewässer wie Teiche, Seen und Bäche. Typische Lebensräume sind flache, dicht bepflanzte Uferpartien mit stagnierendem oder schwach strömendem Wasser. Dichte Wasserpflanzen und Ufervegetation bieten Nahrung und Rückzugsräume. In einigen Fundorten kommt die Art auch in leicht brackigem Wasser vor.

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Hallo,
hier hat das Fehlerteufelchen zugeschlagen.
Auf dem Foto sind Neoheterandria elegans zu sehen und keine Girardinus metallicus.
Gruß Elke

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