Hemichromis spec. gabun
Beschreibung
Hemichromis spec. gabun (Gelbflossen-Juwelenbuntbarsch) ist ein kompakt gebauter, kräftiger Cichlide von bis zu 12 cm Länge aus dem westlichen Zentralafrika (Familie Cichlidae). Die Art wird im Handel als Hemichromis spec. Gabun oder Hemichromis sp. „Red Gabon“ geführt und steht taxonomisch Hemichromis stellifer nahe. Die Grundfärbung reicht von leuchtendem Rot bis Orangerot, überzogen von smaragd- bis hellblauen, irisierenden Punkten über den gesamten Körper. Die Flossensäume schimmern oft gelblich, was den deutschen Namen erklärt. Weibchen bleiben kleiner und zeigen zur Balz oft eine intensivere Rotfärbung als die Männchen. Außerhalb der Laichzeit sind häufig nur die Weibchen kräftig gefärbt.
Besonderheiten
- Gelblich schimmernde Flossensäume als Erkennungsmerkmal
- Taxonomisch nahe an H. stellifer, nicht formal beschrieben
- Außerhalb der Brutzeit vergleichsweise friedlich, bei Brut hochaggressiv
- Substratlaicher auf festen Oberflächen, biparente Brutpflege
- Sehr wählerisch bei der Partnerwahl
- Herkunft: Gabun, Zentralafrika
- Lebenserwartung ca. 4 bis 5 Jahre
Vergesellschaftungshinweise
Hemichromis spec. gabun ist paarbildend und stark territorial. Außerhalb der Brutzeit gilt die Art als eine der friedlicheren Juwelenbuntbarsch-Formen. Während der Brut wird das Paar jedoch hochaggressiv und kann selbst deutlich größere Mitbewohner attackieren und verletzen. Die Haltung erfolgt paarweise, Gruppenhaltung ist nur in sehr großen Becken ab 500 Litern möglich. Eine Vergesellschaftung ist nur in geräumigen Becken ab 300 Liter mit robusten Beifischen möglich: größere Kongosalmler, Synodontis-Welse oder andere westafrikanische Cichliden ähnlicher Größe. Kleine Fische und Wirbellose wie Garnelen oder Zwergkrebse sind ungeeignet. Schnecken werden bedingt toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden größer und kräftiger (bis 12 cm) mit steilerer Stirn und länger ausgezogenen Flossenspitzen. Weibchen bleiben kleiner (typisch 8 cm) und wirken fülliger, insbesondere zur Laichzeit. Weibchen zeigen zur Balz häufig eine intensivere Rot- bis Orangefärbung als die Männchen. Außerhalb der Brutzeit sind die Weibchen oft farbintensiver als die Männchen.
Haltungstipps / Pflege
Hemichromis spec. gabun benötigt ein strukturiertes Aquarium ab 100 cm Kantenlänge und mindestens 200 Litern für ein Paar. Bei Vergesellschaftung sind Becken ab 300 Liter nötig. Sandiger bis feinkiesiger Bodengrund, Totholz, Wurzeln, Steinaufbauten mit flachen Steinen als potenzielle Laichsubstrate und robuste Bepflanzung (Anubias, Javafarn) bieten naturnahe Bedingungen. Die Bepflanzung sollte robust gewählt werden, da das Paar während der Brut gräbt.
Moderate bis gute Filterung ohne starke Strömung und regelmäßige Teilwasserwechsel sind wichtig. Während der Brutphase verteidigt das Paar sein Revier extrem aggressiv.
Die Wasserwerte sollten bei 22 bis 27 °C, pH 6,0 bis 7,5 und GH 5 bis 15 °dGH liegen.
Zucht und Fortpflanzung
Hemichromis spec. gabun ist ein Substratlaicher (Offenbrüter auf festen Oberflächen). Die Art ist bei der Partnerwahl sehr wählerisch. Unverträgliche Partner können sich gegenseitig ernsthaft verletzen, daher sollte man mehrere Jungtiere aufziehen und ein harmonierendes Paar sich natürlich finden lassen.
Das Gelege umfasst 200 bis 500 Eier, die auf flachen Steinen, Wurzeln oder anderen festen Oberflächen abgelegt werden. Die Eier schlüpfen nach etwa 48 Stunden, die Larven schwimmen nach rund 72 Stunden frei. Beide Eltern betreiben intensive biparente Brutpflege über etwa vier Wochen. Aufzuchtfutter: Artemia-Nauplien und feines Staubfutter.
Zuchtwasser: pH 6,5 bis 7,0, GH bis 10 °dGH, 26 bis 28 °C. Reichliche Fütterung mit Lebend- und Frostfutter sowie ein großzügiger Wasserwechsel stimulieren die Laichbereitschaft.
Ernährung/Futterbedarf
Hemichromis spec. gabun ist ein Allesfresser mit deutlichem Schwerpunkt auf tierischer Kost. Geeignet sind proteinreiche Lebend- und Frostfutterarten wie Mückenlarven (rote und weiße), Artemia, Cyclops und Daphnien sowie hochwertiges Cichliden-Granulat. Gelegentliche pflanzliche Beigaben wie Spirulina-Flocken oder blanchierter Spinat runden den Speiseplan ab.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Hemichromis spec. gabun stammt aus Gabun in Zentralafrika. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Äquatorialguinea über Gabun bis Cabinda. Die Art bewohnt sandig-kiesige Uferzonen von Flüssen und stehenden Gewässern mit langsam bis mäßig fließendem Wasser, strukturiert durch Totholz, Wurzeln und dichte Ufervegetation.