Rineloricaria fallax

Deutscher Name: Panzerwels

hemiloricaria fallax
Foto: Aquarium Glaser
Herkunft:
Brasilien
Farben:
braun, grau
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Hemiloricaria fallax
Gattung: Rineloricaria
Familie: Loricariidae

Beschreibung

Der Fallax-Peitschenwels (Rineloricaria fallax) erreicht bis zu 15,5 cm Standardlänge (SL) und gehört zur Familie Loricariidae. Der Körper ist langgestreckt, stark abgeflacht und vollständig mit Knochenplatten bedeckt. R. fallax ist eine subtropische Art und benötigt mit 20 bis 25 °C deutlich kühleres Wasser als tropische Rineloricaria-Arten.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Subtropische Art, benötigt nur 20 bis 25 °C, keine tropischen Temperaturen
  • Männchen mit Odontoden an Kopf und Brustflossenstacheln
  • Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege, gut dokumentierte Nachzucht
  • Empfindlich gegenüber aktivem oder aggressivem Beisatz, verliert bei Futterkonkurrenz
  • Kupfer-empfindlich wie alle Loricariidae
  • Holz als Nahrungsquelle verfügbar halten
  • Lebenserwartung: 5 bis 8 Jahre

Vergesellschaftungshinweise

Rineloricaria fallax gilt als einer der friedlichsten Welse überhaupt. Die Art zeigt außerhalb der Fortpflanzungsphase keinerlei Territorialität gegenüber Artgenossen oder anderen Fischen. Während der Brutpflege kann das brütende Männchen das unmittelbare Umfeld der Laichhöhle defensiv verteidigen, ausgeprägte Aggression ist dabei jedoch unüblich. Haltung in einer kleinen Gruppe von 4–6 Tieren ist empfehlenswert, da die natürliche Schutzfunktion des Gruppenverbandes das Verhalten positiver macht und die Chancen auf ein sich findendes Zuchtpaar erhöht. In Gemeinschaft zu aktiver oder aggressiver Beifischarten zieht sich R. fallax stark zurück und verliert beim Fresswettbewerb regelmäßig — ruhige Gesellschaft ist daher Pflicht. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Adulte Garnelen werden in der Regel toleriert; sehr kleine Jungkrebse und Junggarnelen können gefressen werden (risky_juveniles). Schnecken sind unproblematisch. Geeignete Beifische stammen ausschließlich aus der Bioregion Südamerika (SA). Besonders empfehlenswert sind kleine südamerikanische Salmler (z. B. Hyphessobrycon, Nannostomus), Panzerwelse (Corydoras spp.) und kleinbleibende Zwergbuntbarsche (Apistogramma spp.), die ähnliche Weichwater-Parameter bevorzugen. Andere ruhige Loricariiden derselben Größenklasse sind ebenfalls kompatibel. Nicht geeignet sind energiegeladene oder aggressive Arten, große Raubfische sowie Hartwasserbewohner wie Malawi- oder Tanganjika-Buntbarsche. Bodenbewohnende Barben mit hoher Aktivität können ebenfalls für Stress sorgen.

Geschlechtsdimorphismus

Geschlechtsreife Männchen entwickeln Odontoden an der Kopfoberseite und an den Brustflossenstrahlen. Bei Weibchen fehlen diese Strukturen. Beide Geschlechter erreichen vergleichbare Körperlängen.

Größe: ca. 15,5 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Rineloricaria fallax benötigt ein Becken mit mindestens 240 Litern bei 120 cm Kantenlänge für eine Gruppe. Die Wasserwerte sollten bei 20 bis 25 °C, pH 5,8 bis 7,8 und GH 1 bis 15 °dGH liegen. Das obere Temperaturlimit von 25 °C sollte dauerhaft nicht überschritten werden. Feiner Sand als Bodengrund ist ideal, die Tiere ruhen oft halb im Sand vergraben oder zwischen Laubschichten. Enge Röhren (Innendurchmesser ca. 3 bis 4 cm, Länge 20 cm) dienen als Laichhöhlen. Seemandelbaumblätter, Wurzeln und gedämpfte Beleuchtung entsprechen dem natürlichen Habitat. Moderate Strömung reicht aus. Kupfer-haltige Medikamente vermeiden.

Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
5,8-7,8
Temperatur:
Subtropisch
Beckengröße:
ab 120 cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Rineloricaria fallax ist ein Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege. Die Zucht ist gut dokumentiert und gilt als mittelschwer. Das Männchen reinigt eine enge Röhre, lockt das Weibchen an und bewacht nach der Befruchtung das Gelege allein. Die Eier schlüpfen nach 4 bis 5 Tagen, die Larven sind 2 bis 3 Tage später freischwimmend. Zucht-Wasserwerte: pH 6,0 bis 6,8, GH 1 bis 8 °dGH, 22 bis 24 °C. Kleine tägliche Wasserwechsel während der Aufzucht sind wichtig, da die Jungfische empfindlich auf Wasserqualitätsverschlechterung reagieren.

Ernährung/Futterbedarf

Ernährungstyp: Omnivor (Allesfresser, pflanzlich betont). In der Natur ernährt sich R. fallax von Aufwuchs (Algen, Biofilme, Mikroorganismen) auf Sand- und Laubsubstraten sowie von kleinen Wirbellosen und Detritus. Im Aquarium geeignete Futterarten: sinkende Algenwafer und Bodentabletten, hochwertige Sinkpellets, blanchierte Gemüsescheiben (Zucchini, Gurke, Spinat, Grünkohl), ergänzend lebende und gefrorene Futtertiere (Artemia, Mückenlarven, Daphnien). Abwechslung im Fütterungsplan verbessert Kondition und Zuchtbereitschaft. Wichtig: Da R. fallax von aktiveren Fischen beim Fressen leicht verdrängt wird, sollte Nahrung gezielt am Boden platziert werden und nach Einschalten des Lichts oder kurz nach Verdunklung des Beckens angeboten werden, wenn die Tiere aktiver sind.
Ernährungstyp: Aufwuchsfresser (Limnivore)
Alterserwartung
ca. 8-12 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Rineloricaria fallax stammt aus dem Rio Trombetas im nördlichen Brasilien. Die Art lebt in flachen, fließenden Gewässerabschnitten mit sandigem Grund und aufliegender Laubstreu. Das Zusammenwirken von Laub, Wurzeln und sandigem Untergrund schafft ein strukturreiches Habitat mit reichlich Biofilm und Mikroorganismen als Nahrungsquelle.

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