Herichthys carpintis

Deutscher Name: Perlcichlide

Herkunft:
Mexiko
Farben:
blau, gelb, grün
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Herichthys carpintis
Gattung: Herichthys
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Herichthys carpintis, die Perlcichlide, ist ein kräftig gebauter Buntbarsch mit bis zu 30 cm Gesamtlänge aus der Familie Cichlidae. Das hervorstechendste Merkmal sind zahlreiche türkis-grüne bis perlmuttfarbene Punkte und Tupfen, die sich über den gesamten Körper und die Flossen verteilen und der Art ihren deutschen Namen gaben. Die Grundfärbung ist olivgrün bis bräunlich mit intensiven Schillereffekten je nach Stimmung und Lichteinfall. Deutliche Farbwechsel während Balz und Brutpflege sind typisch: Der hintere Körperbereich dunkelt stark ab, während der vordere Bereich aufhellt. Dieses kontrastierende Brutkleid zeigt den reproduktiven Zustand der Tiere an. Im Aquarium hält sich die Perlcichlide vorwiegend im mittleren bis unteren Schwimmraum auf. Das Verhalten ist aktiv und selbstbewusst. Die Tiere graben regelmäßig im Substrat, was eine Bepflanzung stark einschränkt. Territorialverhalten ist stark ausgeprägt und kann während der Fortpflanzung in intensive Aggression umschlagen. Männchen entwickeln mit zunehmendem Alter einen Stirnhöcker (Nuchalbeule).
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: territorial
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Perlmuttfarbene bis türkise Punktierung über gesamten Körper und Flossen (namensgebend).
  • Starkes Territorialverhalten, besonders während der Brutzeit.
  • Deutliche Farbveränderungen bei Paarbildung und Fortpflanzung.
  • Ausgeprägte Grabneigung, Bepflanzung wird stark beeinträchtigt.
  • Substratlaicher mit ausgeprägter gemeinsamer Elternpflege.
  • Männchen entwickeln mit zunehmendem Alter einen Stirnhöcker (Nuchalbeule).

Vergesellschaftungshinweise

Die Perlcichlide wird bevorzugt paarweise gehalten. Für die Paarbildung empfiehlt sich das gemeinsame Aufziehen einer Gruppe von Jungtieren, aus der sich natürliche Paare bilden. Das Temperament ist insgesamt robust und durchsetzungsfähig. In der Brutzeit steigt die Aggressivität deutlich an: Paarbildung und Revierverteidigung führen zu intensivem Verteidigungsverhalten. Kleinere Fische und Junggarnelen können als Nahrung betrachtet werden. Schnecken werden weitgehend toleriert. Aufgrund der Körpergröße und des starken Territorialverhaltens ist die Art ausschließlich mit robusten, mittelgroßen bis großen zentralamerikanischen Cichliden und großen Welsen zu vergesellschaften. Sehr kleine Fische und filigrane Wirbellose sind ungeeignet. Ein großes Becken mit klar abgetrennten Revierbereichen ist Pflicht.

Geschlechtsdimorphismus

Weibchen tragen einen charakteristischen schwarzen Fleck auf der Rückenflosse. Männchen werden deutlich größer und entwickeln mit zunehmendem Alter einen ausgeprägten Stirnhöcker (Nuchalbeule), der bei Weibchen fehlt oder nur schwach ausgebildet ist. Männchen sind das dominantere, revierbeanspruchendere Tier.
Größe: ca. 30 cm

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 24–28 °C (optimal 24–26 °C), pH 7,0–8,0, GH 8–14 °dGH. Für ein Paar ist ein Becken mit mindestens 200 cm Kantenlänge und 600 Litern Volumen erforderlich. Das Becken muss solide abgedeckt sein. Die Einrichtung sollte klare Reviergrenzen und zahlreiche Versteckmöglichkeiten bieten: Felsenplatten, größere Steine und robuste Hölzer. Schiefertafeln eignen sich als Laichsubstrat. Pflanzen sind aufgrund der starken Grabneigung kaum dauerhaft zu halten; robuste, eingetopfte Pflanzen am Beckenrand sind die einzig praktikable Option. Leistungsfähige Filterung ist für diese großwüchsige Art unbedingt erforderlich. Moderate Strömung ist ausreichend. Regelmäßige Teilwasserwechsel und Kontrolle von Nitrit und Nitrat sind wichtig. Bei guter Pflege erreichen die Tiere ein Alter von 5–8 Jahren.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
7-8
Temperatur:
24-28 °C
Beckengröße:
ab 200 cm, 600 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (Offenbrüter). Zuchtschwierigkeit: Einfach (wenn ein harmonisches Paar vorhanden ist). Das größte Hindernis ist das Finden eines kompatiblen Paares. Beide Partner zeigen nach der Paarbildung starke Farbwechsel. Das Paar bereitet einen Laichplatz auf einer glatten Fläche wie einer Schieferplatte vor. Das Weibchen legt bis zu 500 Eier ab, das Männchen befruchtet sie. Beide Eltern beteiligen sich aktiv an der Pflege und fächeln die Eier. Die Eier schlüpfen nach etwa 2 Tagen; die Larven schwimmen nach einer Woche frei. Empfohlene Zuchtwasserwerte: Temperatur ca. 24 °C, pH ca. 7,5.

Ernährung/Futterbedarf

Ernährungstyp: Allesfresser mit karnivoler Tendenz. Hochwertige Cichliden-Pellets als Basisfutter, ergänzt durch Frost- und Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven, Daphnien, Mysis, Blutwürmer). Pflanzliche Anteile (Spirulina-Flocken, blanchiertes Gemüse) unterstützen die Gesundheit. Während der Brutpflege Fütterung reduzieren. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
ca. 5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Herichthys carpintis kommt in Lagunen und Mündungsbereichen des Pánuco-Einzugsgebiets im nördlichen Mexiko vor. Daneben existieren Vorkommen im Soto-la-Marina-System sowie eingeschleppte Populationen in Südtexas und Florida. Die Tiere nutzen Übergangsbereiche zwischen Süßwasser und leicht brackigen Zonen sowie ruhige, strukturreiche Bereiche mit Fels- und Sandsubstrat.

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