Hyphessobrycon melanostichos

Deutscher Name: Schwarzstreifen-Salmler

Bild: Aquarium Glaser
Herkunft:
Brasilien, Südamerika
Farben:
rot, schwarz, silber
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Hyphessobrycon melanostichos
Gattung: Hyphessobrycon
Familie: Characidae

Beschreibung

Hyphessobrycon melanostichos ist ein kleiner, schlanker Salmler mit seitlich leicht abgeflachtem Körperbau, der typisch für viele Vertreter der Gattung Hyphessobrycon ist. Der Körper ist hellgefärbt und schlanker als bei der ähnlichen Art Hyphessobrycon sp. „Blue Ribbon“, von der sich melanostichos durch einen kleineren Schulterfleck und auffällige rote Färbungselemente unterscheidet, die beim Blue Ribbon Tetra fehlen. Männchen zeigen während der Balz eine intensivere, dunklere Grundfärbung mit rotbräunlichen Akzenten besonders an der Schwanzflosse. Im Aquarium zeigt dieser Salmler ausgeprägtes Schwarmverhalten und bildet lockere Hierarchien, in denen Männchen dauerhaft miteinander rivalisieren. In ausreichend großen Gruppen und geräumigen Becken bleibt diese Rivalität harmlos; in zu kleinen Becken oder bei zu kleiner Gruppenanzahl können Männchen jedoch deutlich aggressiver werden und andere Fische ernsthaft schädigen. Besonderheiten sind die Vorliebe für die mittlere Schwimmzone, das ausgeprägte Sozialverhalten und die Tatsache, dass Männchen ihre Färbung in Gegenwart rivalisierender Artgenossen intensivieren. Die Art ist gregarisch und profitiert stark von einer ausreichend großen Gruppe.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Bildet lockere Hierarchien innerhalb der Gruppe.
  • Männchen können in kleinen Becken oder bei zu kleiner Gruppenanzahl aggressiv und verletzend werden.
  • Mittlere Schwimmzone als bevorzugter Bereich.
  • Männchen intensivieren Färbung in Gegenwart rivalisierender Männchen; Balzfärbung mit rotbraunen Akzenten an der Schwanzflosse.
  • Ähnelt dem Hyphessobrycon sp. „Blue Ribbon“, unterscheidet sich durch rote Färbung und kleineren Schulterfleck.
  • Weitgehend verträglich mit Schnecken; Junggarnelen gefährdet, adulte meist sicher.
  • Geringes Springrisiko.

Vergesellschaftungshinweise

Hyphessobrycon melanostichos ist eine ausgesprochen soziale Art und sollte stets als Gruppe gepflegt werden. Als absolute Mindestgruppengröße gelten 10 Tiere. Das Temperament ist insgesamt lebhaft, aber selektiv aggressiv: Gegenüber anderen Arten zeigen die Fische in geräumigen Becken kaum Aggressionen, wohingegen Rivalitäten zwischen Männchen der eigenen Art zum normalen Verhalten gehören. Während der Brutzeit oder bei beengten Verhältnissen kann dieses Verhalten deutlich intensiver werden. Im Alltag sind die Tiere gut miteinander verträglich und bilden dynamische Gruppenstrukturen ohne dauerhafte Dominanzhierarchien. Verträglichkeit mit Wirbellosen: Schnecken werden in der Regel nicht behelligt. Garnelen sind überwiegend verträglich; sehr kleine Junggarnelen können jedoch gefressen werden, während adulte Garnelen in der Regel sicher sind. Bei der Auswahl von Gesellschaftsformen sollte die Herkunft aus dem oberen Rio-Tapajós-Einzugsgebiet (Brasilien, Südamerika) berücksichtigt werden. Besonders geeignet sind andere südamerikanische Salmler ähnlicher Größe, Panzerwelse und kleine Buntbarsche derselben Bioregion. Zu vermeiden sind ostafrikanische Hartwasserarten sowie deutlich größere oder räuberische Fische. In offenen Becken mit ähnlichen, frei schwimmenden Schwarmfischen entwickelt H. melanostichos sein natürliches Verhalten am besten.

Geschlechtsdimorphismus

Der Sexualdimorphismus ist außerhalb der Laichzeit nur schwach ausgeprägt. Beide Geschlechter ähneln sich in Größe und Körperform. Während der Paarungszeit werden Männchen deutlich intensiver gefärbt — dunkler in der Grundfarbe mit rotbräunlichen Akzenten an der Schwanzflosse — und zeigen ein markanteres Verhalten gegenüber Rivalen. Weibchen sind bei Laichreife typischerweise bauchiger und etwas heller.
Größe: ca. 3,7 cm SL; SF-Angabe: 2,5 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte und Beckenanforderungen – Temperatur: 23–28 °C – pH: 5,5–7,5 – GH: 2–10 °dGH Beckengröße und Ausstattung Für eine artgerechte Mindesthaltung wird ein Becken mit 60 × 30 × 30 cm Grundfläche (ca. 54 Liter) benötigt. Für eine Gruppe von 12 oder mehr Tieren, die das artgerechte Verhalten optimal entfalten, ist ein 90-cm-Becken deutlich empfehlenswerter. Ein größeres Becken reduziert territoriale Spannungen unter Männchen erheblich. Einrichtung und Ausstattung Gestalten Sie das Aquarium so, dass mittlere Schwimmzonen offen bleiben, gleichzeitig aber Rückzugsmöglichkeiten durch Pflanzenstrukturen, Wurzeln und Totholz vorhanden sind. Feinblättrige Pflanzen, schwimmende Pflanzen sowie dichter Bewuchs an den Beckenrändern schaffen Bereiche mit gedämpftem Licht, in denen die Tiere sich sicher fühlen. Der natürliche Lebensraum ist durch abgerundete Kiesel, Sandsubstrat, Treibholz und Laubstreu geprägt — eine naturnahe Einrichtung fördert Wohlbefinden und Farbentfaltung. Ein natürlicher Bodengrund aus feinem Kies oder Sand ist ideal. Strömung und Filterung Moderate Strömung ist ausreichend. Verwenden Sie Filter, die eine gleichmäßige, sanfte Wasserbewegung erzeugen und für gute Sauerstoffversorgung sorgen. Eine gut schließende Abdeckung wird empfohlen, auch wenn das Springrisiko als gering eingestuft wird. Beleuchtung und Pflanzen Gedämpfte bis mittlere Beleuchtung unterstützt die natürliche Färbung und reduziert Stress. Feinblättrige Pflanzen wie Moose und feingliedrige Stängelpflanzen eignen sich gut, ebenso wie schwimmende Pflanzen (z. B. Salvinia), die schattierte Bereiche erzeugen. Fütterung und Pflegeaufwand Als Allesfresser mit Tendenz zu tierischen Nahrungskomponenten zeigt H. melanostichos eine variantenreiche Futteraufnahme. Bieten Sie eine Mischung aus hochwertigem Trockenfutter (feine Flocken oder Mikrogranulate), gefrorenem und lebendem Futter (Mückenlarven, Daphnia, Artemia-Nauplien) sowie pflanzlichen Anteilen an. Regelmäßige, ausgewogene Fütterung in mehreren kleinen Portionen täglich fördert Gesundheit, Farbentfaltung und Fortpflanzungsbereitschaft. Zurückhaltung bei chemischen Behandlungen Verwenden Sie keine kupferhaltigen Medikamente, wenn Garnelen in der Vergesellschaftung vorhanden sind.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
PH-wert
5,5-7,5
Temperatur:
23–28 °C
Beckengröße:
ab 60 cm Kantenlänge (ca. 54 L) Minimum; 90 cm empfohlen

Zucht und Fortpflanzung

Zuchtstatus: gut dokumentiert Fortpflanzungstyp: Freilaicher Zuchtschwierigkeit: mittel Hyphessobrycon melanostichos ist ein Freilaicher ohne elterliche Fürsorge; die Art verteilt ihre Eier frei im Wasser oder auf Substraten. Gut konditionierte Gruppen laichen in einem geeigneten Aufbau regelmäßig ab. Zuchtaufbau und Methodik Empfohlen wird, die Elterngruppe zunächst zusammen zu konditionieren und anschließend in ein separates, schwach beleuchtetes Zuchtbecken umzusetzen. Dieses Zuchtbecken sollte einen Boden mit feinmaschigem Gitter oder sogenannte Grasmatten aus Kunststoff haben, damit abgelegte Eier hindurchfallen und vor dem Zugriff der Eltern geschützt sind. Als Alternative eignen sich eine Schicht aus Glasperlen oder dichtes, feinblättriges Pflanzenmaterial (z. B. Taxiphyllum spp.) sowie Laichmops sehr gut. Wasserbedingungen beim Ablaichen Weiches bis leicht hartes, leicht saures bis neutrales Wasser begünstigt das Ablaichen. Die Temperatur sollte eher am oberen Ende des Haltungsbereichs liegen (ca. 26–28 °C). Eine gute Sauerstoffversorgung und leichte Wasserbewegung durch einen luftbetriebenen Schwammfilter sind förderlich. Konditionierung und Besatz Männchen und Weibchen sollten getrennt konditioniert und erst kurz vor der geplanten Besatzung zusammengeführt werden. Proteinreiche, lebende und gefrorene Nahrung fördert die Laichbereitschaft. Ein Paar oder eine kleine Gruppe aus einem bis zwei Männchen und mehreren Weibchen wird in das Zuchtbecken gesetzt; Eier finden sich häufig am folgenden Morgen. Aufzucht der Jungfische Die ersten Futtergaben sollten sehr feines Futter umfassen, etwa Pantoffeltierkulturen (Paramecium) oder handelsübliche Mikrostartfutter. Sobald die Jungfische ausreichend groß sind, können Artemia-Nauplien, Mikrowürmer sowie feine Gefrierfuttermischungen angeboten werden.

Ernährung/Futterbedarf

Hyphessobrycon melanostichos ist ein Allesfresser mit deutlicher Affinität zu tierischen Nahrungskomponenten. Geeignete Futtermittel umfassen: – Feine hochwertige Flocken oder Mikrogranulate als Grundfutter. – Gefrorenes oder frisch aufgetautes Futter wie Mückenlarven, Artemia-Nauplien, Cyclops und Daphnia. – Lebendfutter wie Mikrowürmer oder Paramecium-Kulturen zur Aufzucht und Konditionierung. – Pflanzliche Komponenten wie Spirulina-Flocken als Ergänzung. Tägliche Fütterung in mehreren kleinen Portionen ist empfehlenswert, damit alle Gruppenmitglieder ausreichend Nahrung erhalten.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
3–5 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Hyphessobrycon melanostichos ist endemisch im Rio Doze de Outubro, einem Nebenfluss im oberen Rio-Tapajós-Einzugsgebiet in Brasilien (Südamerika). Der natürliche Lebensraum ist durch flache Uferbereiche mit klarem Wasser, abgerundeten Kieseln, sandigem Substrat, Treibholz und Laubstreu geprägt. Die Art lebt in einer Region, die vegetationsreiche Uferzonen mit offenen Schwimmbereichen verbindet. Eine ähnliche, noch unbeschriebene Population findet sich im Rio Teles Pires und wird als Hyphessobrycon cf. melanostichos geführt; ob es sich dabei um eine eigenständige Art handelt, ist bisher ungeklärt.

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