Hyphessobrycon jackrobertsi
Beschreibung
Der Rote Sichelsalmler (Hyphessobrycon jackrobertsi) ist ein kleiner, seitlich leicht abgeflachter Salmler aus dem Amazonasbecken Perus. Die Art erreicht typischerweise bis zu 4 cm Gesamtlänge (Standardlänge : 3,4 cm). Das markanteste Erkennungsmerkmal ist die beim Männchen extrem ausgezogene, sichelförmige Rückenflosse, die der Art ihren deutschen Namen verlieh.
Die Grundfärbung variiert von silbrig mit bläulichem Schimmer über bräunlich bis hin zu leuchtendem Rot. Die Rückenflosse ist an der Basis rot und im oberen Bereich überwiegend schwarz; der obere Irisbogen ist rot. Im Verband eines gut konditionierten Schwarmes entwickeln die Tiere intensive Rotfärbung.
H. jackrobertsi ist in der Aquaristik seit 1958 bekannt, wurde aber erst 2014 durch Axel Zarske als eigenständige Art wissenschaftlich beschrieben und von H. bentosi abgetrennt.
Besonderheiten
- Schulbildender Mittelwassersalmler mit markanter Sicheldorsale der Männchen
- Erst 2014 formal beschrieben (Zarske), seit 1958 im Aquarienhandel
- Empfindlich gegenüber hartem, alkalischem Wasser – bevorzugt weiches, leicht saures Milieu
- Geeignet für naturnahe Schwarzwasser- oder Weichwasseraquarien mit dunklem Substrat
- Sprungrisiko gering; dennoch Abdeckung empfohlen
- Ausgeprägte Sichelflosse der Männchen als Hauptattraktionsmerkmal
Vergesellschaftungshinweise
H. jackrobertsi ist ein klassischer Schwarmfisch. Empfohlen werden Gruppen ab 8 Individuen, ideal 10 oder mehr Tiere, wobei ein Überschuss an Weibchen empfehlenswert ist. Das Temperament ist friedlich und zurückhaltend.
Die Männchen imponieren einander durch das Aufspreizen ihrer Sichelflosse – ein harmloses Imponiergehabe ohne echte Aggression. Schnecken werden toleriert; adulte Garnelen sind in der Regel sicher, sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden.
Geeignete Beifische: ruhige Salmlerarten aus dem Amazonasbecken, Panzerwelse (Corydoras) und kleine, friedliche Bodenfische. Hartwasserarten (Malawi-, Tanganjika-Buntbarsche) sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln eine extrem verlängerte, sichelförmige Rückenflosse, die bei der Balz großflächig entfaltet wird. Männchen sind farbintensiver, besonders während der Balzphase. Weibchen sind unscheinbarer, mit kürzerer Rückenflosse, und wirken zur Laichzeit durch einen gewölbten Bauch fülliger.
Haltungstipps / Pflege
Empfohlene Wasserwerte: 23–28 °C, pH 5,5–7,0, GH 2–10 °dGH. Hartes Wasser (über 15 °dGH) und alkalische Werte sind dauerhaft zu meiden.
Beckengröße: ab 80–100 cm Kantenlänge (ca. 80–100 Liter) für 8–10 Tiere. Dicht bepflanztes Aquarium mit großblättrigen Pflanzen, Wurzeln und Blattstreu. Dunkles, feines Substrat intensiviert die Rotfärbung. Offene Schwimmflächen in der Beckenmitte sind wichtig. Strömung: ruhig bis mäßig. Beleuchtung: gedämpft.
H. jackrobertsi ist eine reizvolle Salmlerart, deren Männchen mit ihren imposanten Sicheldorsalen zu den attraktivsten Verhaltensweisen im bepflanzten Schwarmaquarium gehören. Voraussetzung für farbprächtige Tiere ist weiches, leicht saures Wasser.
Zucht und Fortpflanzung
H. jackrobertsi ist ein Freilaicher ohne Brutpflege. Zuchtschwierigkeit: schwer.
Zuchtbedingungen: weiches, leicht saures Wasser (pH 6,0–6,5, GH 2–6 °dGH), Temperatur 24–26 °C. Schwaches Licht – Eier sind lichtempfindlich. Dichte Feinblätterpflanzen oder Laichmops als Laichsubstrat.
Konditionierung der Elterntiere mit reichlich Lebendfutter. Kleine, ruhige Zuchtbecken ab 30–40 Litern empfehlenswert. Nach dem Laichen Elterntiere entfernen. Eier schlüpfen nach 24–48 Stunden, Larven nach weiteren 3–4 Tagen freischwimmend. Erstfutter: Artemia-Nauplien, Mikrowürmer, Infusorien.
Ernährung/Futterbedarf
H. jackrobertsi ist ein Allesfresser mit leichter Vorliebe für tierische Kost. Geeignet sind hochwertige Mikroflocken oder feines Granulat, tiefgekühlte und lebende Nahrung (Artemia-Nauplien, Cyclops, feine Mückenlarven, Daphnien, Mikrowürmer) sowie gelegentlich Spirulina-Flocken. Fruchtfliegen werden ebenfalls gerne angenommen.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Hyphessobrycon jackrobertsi stammt aus Peru, genauer aus dem Río Pastaza-Becken in der Region Loreto. Die Art bewohnt langsam fließende Waldgewässer mit weichem, leicht saurem Wasser im Amazonasbecken.