Hyphessobrycon megalopterus
Beschreibung
Der Schwarze Phantomsalmler (Hyphessobrycon megalopterus) ist ein zierlicher Salmler mit gedrungenem, höherem Körperbau. Der Körper wirkt kompakt und leicht seitlich abgeflacht. Die Flossenzeichnung ist bei Adulten kontrastreich: Männchen besitzen kräftig eingefärbte, deutlich größer ausgezogene schwarze Flossen, insbesondere an Rücken- und Afterflosse. Die Art erreicht etwa 3,5 cm Standardlänge, in der Aquarienhaltung bis ca. 4,5 cm.
Im Aquarium zeigen die Tiere ein ruhiges, scheues Schwimmverhalten in den unteren bis mittleren Wasserschichten. Sie bleiben bevorzugt in der Nähe von Pflanzenbeständen oder Wurzelzonen und bilden dichte Schwärme. Unter Stress ziehen sie sich in dicht bewachsene Bereiche zurück.
Der Schwarze Phantomsalmler stammt aus dem oberen Rio Guaporé und der Pantanal-Region in Brasilien und Bolivien.
Besonderheiten
- Bildet dichte Schwärme und bevorzugt Pflanzen- und Wurzelzonen
- Männchen mit deutlich vergrößerten und dunkleren Flossen
- Ruhiges, scheues Temperament – ideal für friedliche Gemeinschaftsbecken
- Weichwasserart – GH über 12 °dGH ist nicht artgerecht
- Schneckenverträglich; Junggarnelen potenziell gefährdet
- Niedrige Sprungrate; Abdeckung empfohlen
Vergesellschaftungshinweise
Der Schwarze Phantomsalmler ist ein geselliges Tier und sollte in Gruppen von mindestens 8–10 Individuen gehalten werden. Das Temperament ist friedlich und zurückhaltend. Während der Fortpflanzungszeit können leichte Rangordnungsdynamiken auftreten, doch Aggressionen bleiben selten und auf subtile Balzgesten beschränkt.
Schnecken werden toleriert. Adulte Garnelen sind in der Regel unproblematisch, sehr kleine Junggarnelen können gefressen werden.
Geeignete Beifische: andere südamerikanische Salmler, Panzerwelse (Corydoras) und kleine Buntbarsche. Ostafrikanische Hartwasserarten (Malawi-, Tanganjika-Buntbarsche) sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen besitzen schwarze Flossen, wobei Rücken- und Afterflossen vergrößert und proportional länger und spitzer erscheinen. Weibchen sind im Vergleich tiefer gebaut und haben tendenziell rötlichere Tönungen an Bauch-, After- und der Fettflosse.
Haltungstipps / Pflege
Empfohlene Wasserwerte: 20–28 °C, pH 5,0–7,0, GH 1–12 °dGH. Die Art stammt aus weichem, leicht saurem Wasser und sollte entsprechend in Weichwasserbedingungen gehalten werden. Hartes Wasser über 12 °dGH ist nicht artgerecht.
Beckengröße: Mindestens 80 cm Kantenlänge (ca. 80–100 Liter). Naturnah gestaltet mit dichtem Unterwassergarten, schwächerer Beleuchtung und Versteckzonen. Feinfiedrige Pflanzen, Moose und Treibholz bieten Schattierung. Dunkler, feiner Bodengrund betont die Körperfarbe. Strömung: moderat. Regelmäßige Wasserwechsel mit weichem Wasser.
Der Schwarze Phantomsalmler ist eine lohnende Art für naturnahe südamerikanische Biotope. Weiches, leicht saures Wasser ist die wichtigste Voraussetzung für langlebige, vitale Tiere.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht ist gut dokumentiert. H. megalopterus ist ein Freilaicher ohne elterliche Fürsorge. Zuchtschwierigkeit: mittel.
Ein kleines, schwach beleuchtetes Zuchtbecken mit grobmaschigem Siebgeflecht am Boden (damit Eier hindurchfallen) oder feinfiedrige Pflanzen als Ablagefläche. Wasser: weich (GH unter 8 °dGH, pH 6,0–6,5), Temperatur 26–28 °C.
Konditionierung mit eiweißreichem Futter. Ein Paar oder Kleingruppe (1–2 Männchen, mehrere Weibchen) einsetzen. Ablaichen erfolgt häufig am nächsten Morgen. Eltern danach entfernen. Erstfutter: Paramecium, dann Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.
Ernährung/Futterbedarf
H. megalopterus ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Kost. Geeignet sind Artemia-Nauplien, Daphnia, Moina, Mückenlarven als proteinreiche Kost, ergänzt durch hochwertige Flocken oder Granulate. Pflanzliche Komponenten können in geringem Umfang beigegeben werden. Mehrere kleine Portionen täglich sind besser als große Rationen.
Natürlicher Lebensraum
Hyphessobrycon megalopterus stammt aus dem oberen Rio Guaporé (Río Iténez) und dem oberen Rio Paraguai-Einzugsgebiet in Brasilien und Bolivien, einschließlich der Pantanal-Region. Die Art besiedelt stillstehende und langsam fließende Zuflüsse, Hinterwasserbereiche sowie flache Seen mit reicher Ufervegetation.