Loricaria sp. Rio Atabapo
Beschreibung
Der Weinende Peitschenwels (Loricaria sp. Rio Atabapo) wird bis zu 20 cm groß und ist ein schlanker, bodenorientierter Harnischwels aus dem Orinoco-Einzugsgebiet. Die Art stammt aus dem Rio Atabapo, einem ausgeprägten Schwarzwasserfluss an der Grenze Venezuela/Kolumbien.
Der Körper ist langgestreckt, abgeflacht und durch Knochenplatten deutlich gepanzert. Die Grundfärbung ist überwiegend dunkelgrau bis schwarz mit einem dunklen Streifenmuster über Kopf und Rumpf. Bei adulten Tieren tritt häufig ein Filament an der oberen Schwanzflosse auf. Im Aquarium sind die Tiere zurückhaltend und tagsüber wenig aktiv; sie graben sich in feinen Sand ein und suchen Schutz unter Wurzeln, Steinen oder Laub.
Besonderheiten
- Paternaler Lippenbrüter: Männchen trägt Eiballen an den Lippenbarteln (KEIN Maulbrüter)
- Schwarzwasser-Art aus dem Rio Atabapo (natürlicher pH 4,5-6,0)
- Gräbt sich regelmäßig in feinen Sand ein
- Gesellige Art, Gruppenhaltung ab 4-6 Tieren empfohlen
- Kupferempfindlich wie alle Harnischwelse
- Empfindlich gegenüber hohen Nitratwerten (Zielwert unter 10 mg/l)
- Holz im Becken unterstützt die Verdauung
Vergesellschaftungshinweise
Der Weinende Peitschenwels ist gesellig und sollte in Gruppen ab 4-6 Tieren gehalten werden. Einzelhaltung entspricht nicht dem Naturverhalten. Die Art ist friedlich gegenüber Artgenossen und sehr ruhig.
Geeignete Beckenpartner sind ruhige Mittel- und Oberwasserbewohner ähnlicher Größe. Schnelle Räuber, stark territoriale Arten und sehr kleine Wirbellose (Junggarnelen) sollten vermieden werden. Adulte Garnelen und größere Schnecken werden meist toleriert.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln zur Brutzeit eine vergrößerte Unterlippe sowie längere, stark verzweigte Rictalbarbeln (Lippenbarteln), an denen die Eiballen befestigt werden. Weibchen haben einen schmaleren Kopf und deutlich kleinere Lippen. Die Unterschiede sind besonders während der Fortpflanzungsphase gut erkennbar.
Haltungstipps / Pflege
Der Weinende Peitschenwels benötigt ein Aquarium ab 120 cm Kantenlänge (ab 240 Liter) mit feinem Sand als Substrat. Sand ist notwendig, da die Tiere sich regelmäßig eingraben. Empfohlene Wasserwerte: 24-28 °C, pH 6,0-7,0, GH 1-8 °dGH.
Als Schwarzwasserbewohner profitiert die Art von weichem, leicht saurem Wasser. Reichlich Verstecke aus Wurzeln, Totholz und Laub ergänzen die Einrichtung. Die Strömung sollte moderat sein. Gute Filterung und regelmäßige Teilwasserwechsel sind wichtig, da die Tiere empfindlich auf Nitrat reagieren. Holz im Becken unterstützt die Verdauung.
Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind für Harnischwelse giftig und dürfen nicht eingesetzt werden.
Zucht und Fortpflanzung
Der Weinende Peitschenwels ist ein paternaler Lippenbrüter: Das Männchen trägt den Eiball an seinen stark entwickelten Rictalbarbeln (Lippenbarteln) und bewacht ihn aktiv, auch während es sich im Sand eingräbt. Es handelt sich NICHT um echtes Maulbrüten.
Zuchtbedingungen: pH 6,0-6,5, GH 1-3 °dGH, 26-28 °C. Das Männchen nimmt während der Brutpflege (10-16 Tage) kaum Futter auf. Aus einer Laichung gehen typischerweise 60-100 Jungtiere hervor. Auslöser: Häufige Wasserwechsel mit sehr weichem Wasser zur Simulation der Regenzeit. Kleine Gruppen züchten besser als Großgruppen.
Ernährung/Futterbedarf
Der Weinende Peitschenwels ist ein Allesfresser mit Schwerpunkt auf tierischer Kost. Empfehlenswert sind sinkendes Granulat und Tabletten für Bodenwelse, regelmäßig ergänzt durch Frostfutter (Mückenlarven, Artemia, Mysis). Pflanzliche Bestandteile werden akzeptiert. Fütterung vorzugsweise nach Lichtabschaltung, da die Tiere tagsüber wenig aktiv sind.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Loricaria sp. Rio Atabapo stammt aus dem Orinoco-Einzugsgebiet und wurde im Rio Atabapo an der Grenze Kolumbien/Venezuela gefunden. Der Rio Atabapo ist ein ausgeprägter Schwarzwasserfluss mit extremem pH (in der Natur 4,5-6,0) und sehr geringer Wasserhärte. Die Tiere bewohnen langsam bis mäßig strömende Bereiche mit feinem Sand- bis Schlammgrund, vielen Wurzeln und Totholz.