Melanotaenia lacustris
Beschreibung
Der Blaue Regenbogenfisch (Melanotaenia lacustris) ist ein Schwarmfisch aus der Familie Melanotaeniidae und erreicht eine Größe von bis zu 12 cm Standardlänge (SL). Adulte Männchen entwickeln einen deutlich tieferen Körper als Weibchen. Die Grundfärbung der Männchen ist intensiv blau bis türkis mit schillernden Reflexen entlang der Flanken; während der Balzsaison entwickeln sie einen charakteristischen orangefarbenen Fleck oberhalb des Kiemendeckels. Weibchen bleiben schlanker und zeigen eine weniger intensive, eher gelblich-grünliche Grundfärbung.
Im Aquarium zeigt M. lacustris ein aktives, sehr bewegliches Verhalten in mittleren Wasserschichten. Die Tiere bilden gern dichte Schwärme mit fortlaufenden sozialen Interaktionen und Balzverhalten. Trotz ihrer Agilität gelten sie als friedlich, können aber kleinere oder langsame Arten durch ihr zügiges Schwimmen stören.
Melanotaenia lacustris steht auf der Roten Liste der IUCN als gefährdet, da übermässiger Fischfang und industrielle Erschliessung des Lake-Kutubu-Gebiets die wildlebenden Populationen bedrohen. Im Hobby ist die Art jedoch gut etabliert und wird zuverlässig nachgezüchtet.
Besonderheiten
- Ausgeprägte Schwarmneigung; bevorzugt Gruppenhaltung
- Balzverhalten: Männchen entwickeln orangefarbenen Fleck am Kiemendeckel
- Sehr aktiv in mittleren Wasserschichten
- Geringes Sprungrisiko
- IUCN-Status: Gefährdet (Vulnerable/Endangered)
- Schnecken verträglich; Junggarnelen gefährdet
Vergesellschaftungshinweise
Melanotaenia lacustris ist ein Schwarmfisch. Empfohlene Gruppengröße: mindestens sechs Tiere, besser acht bis zehn. Das Temperament ist friedlich und aktiv. Aufgrund der Größe und schnellen Bewegungen können kleinere, träge Fische irritiert werden. Bei sehr kleinen Garnelen und Jungfischen besteht ein Fressrisiko.
Schnecken werden toleriert und nicht aktiv bejagt. Garnelen: Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen werden meist toleriert.
Für die Vergesellschaftung eignen sich andere Regenbogenfische, Pseudomugil-Arten, Salmler, Danios, Barben, Corydoras und Süsswassergrundeln. Aufgrund ähnlicher Wasserparameter ist auch eine Vergesellschaftung mit bestimmten Tanganjika- oder Malawibuntbarschen verträglicher Größe möglich. Grosse, aggressive Buntbarsche sind zu meiden.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen werden größer und zeigen eine intensivere, leuchtend blaue bis türkisfarbene Färbung. Sie entwickeln einen tieferen Körper und stärkere Konturen. Im Balzzustand ist ein orangefarbener Fleck oberhalb des Kiemendeckels zu erkennen. Die Maximalgröße beträgt bis zu 12 cm SL, wobei Männchen näher an diese Grenze heranreichen als Weibchen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte
Temperatur: 20–25 °C
pH: 7,0–9,0
GH: 10–20 °dGH
Beckengröße
Mindestens 120 cm Kantenlänge, ab 160 Liter.
Einrichtung
Grosszügiger, freier Schwimmbereich in mittleren Wasserschichten, ergänzt durch Randbereiche mit dichter Bepflanzung. Feinblättrige Pflanzen schaffen Verstecke und Laichsubstrat. Feiner bis mittelkörniger Kies oder Sand als Bodengrund. Treibholz oder größere Steine als Strukturelemente. Keine scharfen Dekoteile.
Stabile Filterung und moderate Strömung. Die Art verträgt kein weiches, saures Wasser. Regelmässige Wasserwechsel sind wichtig.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher (Eierstreu/Haftlaicher)
Zuchtschwierigkeit: Einfach
Die Zucht ist gut dokumentiert. Melanotaenia lacustris ist ein Eistreuer, der seine Eier an Pflanzen und anderen Oberflächen ablegt. Separater Laichraum (Mindestlänge ca. 75 cm) mit feinfiedrigen Pflanzen oder Laichmopps. Elterntiere neigen dazu, Nachwuchs zu fressen; Eier regelmässig entnehmen.
Empfohlene Zuchtbedingungen: pH ca. 7,5, Temperatur 22–24 °C. Paare können über mehrere Wochen täglich Eier ablegen. Die Eier schlüpfen nach 7–12 Tagen. Jungfische benötigen zunächst Infusorien, nach etwa einer Woche Artemia-Nauplien. Sinkende Futtersorten sind für die oberflächennah schwimmenden Jungfische ungeeignet.
Ernährung/Futterbedarf
Melanotaenia lacustris ist ein Allesfresser mit Tendenz zu tierischer Kost. Hochwertiges Flocken- und Granulatfutter als Basis, ergänzt durch Artemia-Nauplien, Cyclops, Mückenlarven und feine Krebstierchen. Pflanzliche Komponenten wie Spirulina-Flocken oder Gemüse regelmässig anbieten. Lebend- und Frostfutter verbessern die Farbintensität der Männchen. Mehrere kleine Rationen am Tag.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Melanotaenia lacustris stammt aus dem Einzugsgebiet von Lake Kutubu und dem River Soro in Papua-Neuguinea. Lake Kutubu entstand durch Vulkanschutt, der ein Tal blockierte, und hat eine isolierte Fauna mit hohem Endemismusanteil. Das natürliche Habitat zeichnet sich durch klares, meist stehendes Wasser mit geringer Strömung aus. Die Tiere halten sich in Ufernähe mit Vegetation und in Zonen mit Versteckmöglichkeiten auf.
Wilde Wasserwerte können lokal stark variieren und weichen von optimalen Aquariumwerten ab.