Microphis aculeatus

Deutscher Name: Süßwasserseenadel

Paar - Quelle: Aquarium Glaser
Herkunft:
Kamerun, Nigeria
Farben:
braun, rot
Schwierigkeit:
Schwierig (Sehr erfahrene Aquarianer)
Art: Stachelmaulbrüter
Gattung: Microphis
Familie: Syngnathidae

Beschreibung

Die Süßwasserseenadel (Microphis aculeatus) wird bis zu 20 cm (SL) groß und gehört zur Familie der Syngnathidae. Der schlanke, wurmförmige Körper wirkt segmentiert und filigran, mit einem verlängerten röhrenförmigen Rüssel. Die Grundfarbe variiert in Braun- und Rottönen, was der Art eine gute Tarnung zwischen treibenden Ästen und Wasserpflanzen ermöglicht. Bei Männchen ist gelegentlich ein schmaler roter Streifen entlang des Rückens erkennbar. Im Aquarium zeigt M. aculeatus ein zurückhaltendes, scheues Verhalten. Die Tiere sind langsame Schwimmer, die bevorzugt in der unteren bis mittleren Wasserzone verweilen und sich dicht an Pflanzenstängeln und Wurzeln halten. In Paaren oder kleinen Gruppen von 4–6 Tieren etabliert sich ein ruhiges Sozialgefüge. Die Nahrungsaufnahme erfolgt durch schnelle, zielgerichtete Schnappbewegungen auf kleine, bewegliche Beutetiere. Die Art zeigt männliche Brutpflege: Das Männchen trägt die Eier in einer ventralen Bruttasche. In der Natur hat die Art einen amphidromen Lebenszyklus, bei dem Larven ins Brack- oder Meerwasser abwandern. Die Zucht im Aquarium ist daher sehr anspruchsvoll.
Sozialverhalten: Gruppenhaltung
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: mittel

Besonderheiten

  • Männliche Brutpflege mittels ventraler Bruttasche
  • Gute Tarnung durch braun-rote Farbtöne
  • Amphidromer Lebenszyklus in der Natur
  • Starkes Futter-Spezialistentum, Bedarf an feinem Lebendfutter
  • Scheues Verhalten, für lange Beckenflächen geeignet
  • Junggarnelen gefährdet, Schnecken toleriert
  • Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfohlen

Vergesellschaftungshinweise

Microphis aculeatus wird in der Regel in Paaren oder kleinen Gruppen von 4–6 Tieren gehalten. In ruhigen Aquarien mit ausreichend Versteckmöglichkeiten zeigt die Art ein friedliches Grundverhalten. Das Temperament ist zurückhaltend und scheu. Während der Brutzeit zeigen Männchen intensivierte Balzhandlungen wie Zittern und S-förmige Körperkrümmung, bleiben dabei aber nicht aggressiv. Schnecken werden toleriert. Zwerggarnelen und deren Jungtiere sind gefährdet und können als Futter dienen. Geeignete Beifische sind ruhige westafrikanische Arten wie Pelvicachromis, Phenacogrammus oder friedliche afrikanische Salmler. Aggressive Hartwasserbuntbarsche aus Malawi oder Tanganjika sind nicht kompatibel.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen tragen eine deutlich erkennbare, offene Bruttasche auf der Bauchseite und werden tendenziell etwas größer als Weibchen. Männchen zeigen häufiger einen roten Rückenstreifen. Weibchen wirken fülliger im Körperbau und besitzen keine Bruttasche. Die Art erreicht bis zu 20 cm SL, typische Größen im Hobby liegen bei 15–18 cm SL.
Größe: ca. 15-20 cm (SL)

Haltungstipps / Pflege

Die empfohlenen Aquariumwerte sind: Temperatur 22–28 °C, pH 7,5–8,2, GH 20–30 °dGH. Als Beckengröße wird ein Aquarium mit mindestens 100 cm Kantenlänge (ab 240 Liter) empfohlen. Die Einrichtung sollte dichte Randbepflanzung, feinfiedrige Wasserpflanzen sowie Wurzeln und Schilfstrukturen bieten. Schwimmpflanzen und treibendes Pflanzenmaterial erhöhen die Tarnmöglichkeiten und reduzieren Stress. Sand oder sehr feiner Kies als Substrat ist ideal. Die Strömung sollte schwach bis moderat sein. Regelmäßige Wasserwechsel und eine zuverlässige Filterung sind wichtig. Die Art reagiert empfindlich auf starke Strömung und hektische Beckenbewegung. Das Sprungrisiko ist gering, eine Abdeckung aber ratsam. Die Süßwasserseenadel ist eine anspruchsvolle Art für erfahrene Aquarianer. Mit der richtigen Einrichtung, speziellem Lebendfutter und ruhigen Beifischen zeigt sie interessantes Verhalten und die charakteristische Brutpflege durch das Männchen.
Wasserhärte:
hart bis sehr hart
pH-Wert
7,5-8,2
Temperatur:
22-28 °C
Beckengröße:
ab 120 cm, 240 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Microphis aculeatus zeigt Brutpflege durch das Männchen (Bruttaschen-Träger). Die Zuchtschwierigkeit ist hoch. Zucht-Temperatur: 25–27 °C, Zucht-pH: 7,2–8,0, Zucht-GH: maximal 30 °dGH. Weibchen übertragen die Eier in die ventrale Bruttasche des Männchens. Balz und Eiübergabe erfolgen häufig in den frühen Morgenstunden. Gelegegrößen liegen bei 50–150 Eiern, die Inkubationsdauer beträgt 1–3 Wochen. Zur Konditionierung ist hochwertige Lebendnahrung wie Artemia-Nauplien und Mückenlarven nötig. Die Aufzucht gilt als extrem schwierig. In der Natur wandern die Larven ins Brack- oder Meerwasser, weshalb sie spezielles marines Plankton als Nahrung benötigen.

Ernährung/Futterbedarf

Microphis aculeatus ist ein karnivorer Nahrungsspezialist und benötigt überwiegend feines, lebendes Futter. Geeignet sind Artemia-Nauplien, Cyclops, Daphnien und weiße Mückenlarven. Die Tiere zeigen in der Regel geringe Bereitschaft, Frost- oder Trockenfutter anzunehmen. Die langfristige Versorgung mit hochwertigem Lebendfutter ist eine Grundvoraussetzung für die Haltung. Mehrmals tägliche Fütterung ist wichtig. Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 4 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Microphis aculeatus ist in Westafrika verbreitet, mit Vorkommen von der Atlantikküste (Senegal, Nigeria, Kamerun) bis nach Angola. Die Art bevorzugt ruhige bis schwach fließende Randzonen von Flüssen und Flussmündungen mit dichter Ufervegetation. Typische Habitate sind flache, vegetationsreiche Bereiche mit Sand- oder Feinkiessubstrat.

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