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Zierfische, Familie Cichlidae

Schmetterlingsbuntbarsch Mikrogeophagus ramirezi

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi) wird etwa 5 bis 7 cm groß, wobei Männchen größer bleiben als Weibchen und gehört zur Familie der Cichlidae. Sein kompakter Körper zeigt eine gelblich-braune Grundfärbung, die dicht mit irisierenden blauen Schuppen durchsetzt ist und je nach Lichteinfall stark schimmert.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Paarweise
  • Friedlich
  • Kupferempfindlich
Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi)
  • 5–7 cmEndgröße

  • 3-4 JahreLebenserwartung

  • 27-30 °CTemperatur

  • 5-7pH-Wert

  • 1-10 °dGHGesamthärte

  • ab 112 lAquariengröße

Beschreibung

Ein markanter schwarzer Fleck auf der vorderen Flanke und eine schwarze vertikale Binde durch das Auge verleihen ihm seine bekannte Maske. Bei Männchen schimmern Stirnpartie und vordere Flossenstrahlen der Rückenflosse rötlich bis pink, während Weibchen einen charakteristischen rötlich-rosa Bauch zeigen. Im Aquarium zeigt Mikrogeophagus ramirezi ein ruhiges, aber aktives Bodenverhalten. Die Art ist benthophag und ernährt sich durch Aufnehmen von Substrat, das nach essbaren Kleinstlebewesen durchsucht wird. Die Tiere bevorzugen die untere Schwimmzone und bewegen sich häufig in Paaren entlang des Bodens. Während der Brutzeit verteidigen Paare ein kleines Revier und zeigen intensive Balz- und Reinigungsrituale. Zu den besonderen Merkmalen zählen die biparentale Brutpflege sowie die Neigung, flache Substrate als Laichplatz zu nutzen. Wichtig: Mikrogeophagus ramirezi ist kein robuster Gemeinschaftsfisch für allgemeine Gesellschaftsaquarien. Die Art ist empfindlich gegenüber schlechter Wasserqualität und ein schlechter Konkurrent gegenüber lebhaften oder dominanten Beifischen. Bei nachlassender Wasserqualität neigt sie zu Kopf- und Seitenlinienerosion (HLLE).

Haltung und Pflege

Die empfohlenen Aquariumwerte sind: Temperatur 27–30 °C, pH 5,0–7,0, GH 1–10 °dGH. Als Beckengröße wird ein Aquarium mit mindestens 80 cm Kantenlänge (ab 112 Liter) empfohlen. Die Einrichtung sollte Bereiche mit feinem Sandsubstrat, versteckten Rückzugsorten und offenen Sandflächen bieten. Flache, glatte Oberflächen wie breitblättrige Pflanzen oder Holz eignen sich als Laichplätze. Dichte Randbepflanzung und Wurzelholz schaffen Rückzugsräume. Die Strömung sollte ruhig bis leicht bewegt sein. Konsequente, regelmäßige Wasserwechsel sind essenziell, da Mikrogeophagus ramirezi sehr empfindlich auf Verschlechterung der Wasserqualität reagiert. Wegen der hohen Temperaturanforderungen (Minimum 27 °C) ist eine verlässliche Heizung nötig. Der Schmetterlingsbuntbarsch gedeiht am besten in einem speziell eingerichteten Artbecken oder einem sorgfältig abgestimmten Biotopbecken mit ruhigen südamerikanischen Begleitern. Mit der richtigen Einrichtung und Pflege zeigt diese Art ein spannendes Sozial- und Brutverhalten.

Kupfer: Mikrogeophagus ramirezi ist hochgradig kupferempfindlich. Als weichwasser-adaptierter Buntbarsch absorbiert er Kupferionen schnell – Standard-Dosen kupferbasierter Medikamente (gegen Ich, Oodinium, Hexamita) sind bereits toxisch. Kupfer strikt vermeiden; bei Parasitenbefall Malachitgrün (nach Herstellerangabe), Temperaturerhöhung.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Mikrogeophagus ramirezi ist paarbildend und am besten in Paarhaltung oder in kleinen Gruppen zu halten, aus denen sich natürlich Paare bilden können. Das natürliche Sozialverhalten zeichnet sich durch enge Paarbindungen und kooperative Brutpflege aus. Im Normalzustand ist das Temperament friedlich. Während der Brutzeit wird das Verhalten deutlich territorialer gegenüber Eindringlingen. Schnecken werden toleriert, Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen werden meist in Ruhe gelassen. Als Beifische eignen sich ruhige südamerikanische Salmler wie Hyphessobrycon oder Nannostomus, Panzerwelse und andere friedliche Weichwasserarten. Bei Zuchtabsicht sind Panzerwelse allerdings ungünstig: Sie durchsuchen den Bodengrund ohne Rücksicht auf Reviergrenzen und stören das bewachte Gelege, was die Elterntiere dauerhaft in Alarmbereitschaft hält.

Ernährung

Mikrogeophagus ramirezi ist ein Allesfresser mit deutlicher Neigung zu feinem tierischem Futter und bodenorientierter Nahrungsaufnahme (benthophag). Bevorzugte Futtersorten sind feine Lebend- und Frostfutterarten wie Artemia-Nauplien, Cyclops, Mückenlarven und Daphnien. Feinkörniges Granulat für kleine Buntbarsche wird ebenfalls gut angenommen. Auf große, sperrige Futterstücke sollte verzichtet werden.

Zucht

Mikrogeophagus ramirezi ist ein Substratlaicher mit biparentaler Brutpflege. Die Zuchtschwierigkeit wird als mittel eingestuft. Zucht-Temperatur: 28–30 °C, Zucht-pH: 5,0–6,0, Zucht-GH: maximal 5 °dGH. Die Tiere suchen flache, feste Flächen als Laichplatz. Das Weibchen legt Eierreihen ab, das Männchen befruchtet sie. Gelegegrößen liegen bei etwa 150–300 Eiern. Die Inkubationszeit beträgt 48–72 Stunden, nach etwa 5 Tagen werden die Jungfische freischwimmend. Als Erstfutter eignen sich Infusorien, Rädertierchen und frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien. Für die Zucht empfiehlt sich der Bezug von Tieren aus seriösen Privatnachzuchten, da kommerziell gezüchtete Exemplare teilweise genetisch geschwächt sind.

Zuchtwasser: 28 bis 30 °C, pH 5 bis 6, bis 5 °dGH

Natürlicher Lebensraum

Mikrogeophagus ramirezi stammt aus Südamerika, konkret aus dem Einzugsgebiet des Orinoco in Venezuela und Kolumbien sowie den Llanos. Die Art besiedelt klare, warme, weiche und saure Gewässer der Tieflandebenen. Typische Habitate sind flache Uferbereiche mit feinem Sand- oder schlammigem Substrat, oft bedeckt von Falllaub und Wurzeln. Die Strömung ist meist still bis langsam.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechter lassen sich gut unterscheiden: Männchen werden tendenziell größer mit verlängerten vorderen Strahlen der Rückenflosse und intensiverer Gesamtfärbung. Bei Männchen schimmern Stirn und Flossenränder rötlich bis pink. Weibchen sind gedrungener gebaut und zeigen als charakteristisches Merkmal einen rötlich bis rosa gefärbten Bauch, der bei Männchen fehlt. Weibchen bleiben bei etwa 5 cm TL, Männchen erreichen bis zu 7 cm TL.

Gut zu wissen

  • Biparentale Brutpflege: Beide Eltern betreiben aktive Pflege und Verteidigung der Brut
  • Substratlaicher: Eier werden auf festen Flächen abgelegt
  • Empfindlich gegenüber schlechter Wasserqualität, Risiko für Kopf- und Seitenlinienerosion (HLLE)
  • Während der Fortpflanzung stark territorial
  • Juvenile Paarbildung möglich durch Gruppenhaltung junger Tiere
  • Zuchtformen (Balloon, Gold, Neonblau) oft genetisch geschwächt mit kürzerer Lebenserwartung
  • Geringes Sprungrisiko
  • Junggarnelen gefährdet, adulte Garnelen und Schnecken meist sicher
  • Empfindlich gegenüber kupferhaltigen Medikamenten, bei Parasitenbehandlung kupferfreie Mittel bevorzugen

Galerie

Häufige Fragen

Welche Wasserwerte braucht der Schmetterlingsbuntbarsch?

Mikrogeophagus ramirezi benötigt warmes, weiches Wasser: Temperatur 27–30 °C, pH 5,0–7,0, GH 1–10 °dGH. Die Mindesttemperatur von 27 °C ist wichtig und sollte nicht unterschritten werden.

Kann man den Schmetterlingsbuntbarsch vergesellschaften?

Bedingt. Als Beifische eignen sich ruhige südamerikanische Salmler und Panzerwelse. Die Art ist ein schlechter Konkurrent gegenüber lebhaften Fischen. Afrikanische Hartwasserbuntbarsche sind nicht kompatibel.

Kann man den Schmetterlingsbuntbarsch im Aquarium züchten?

Ja, die Art ist ein Substratlaicher mit biparentaler Brutpflege. Die Zucht gelingt bei weichem, saurem Wasser (pH 5–6, GH max. 5) und 28–30 °C. Beide Eltern kümmern sich um die Brut. Tiere aus Privatnachzucht sind oft fruchtbarer.

Wie groß muss das Aquarium für den Schmetterlingsbuntbarsch sein?

Ein Aquarium mit 80 cm Kantenlänge (ab 112 Liter) reicht für ein Paar. Die Einrichtung sollte feinen Sand, flache Laichplätze und Rückzugsmöglichkeiten bieten. Größere Becken sind für Gruppen vorteilhaft.

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Fragen und Erfahrungen

3 Kommentare, der letzte vom 18. Januar 2016
  1. W. Staeck

    Hallo,

    wie haltet Ihr es eigentlich mit dem Copyright?
    Im Steckbrief zu M. ramirezi finde ich ein Foto von mir, dass ohne meine Information oder Erlaubnis der Ztschr. DATZ entnommen wurde. Da die Rechte bei mir, dem Bildautor, liegen, könnte ich ein saftiges Honorar fordern, wo von ich aber absehe, da ich Euren Aktivitäten grundsätzlich positiv einschätze.

    In diesem Fall erwarte ich eine Antwort auf meine Eingangsfrage mit einer Erläuterung, wie es zu dem Abdruck meines Fotos kommen konnte.
    Mit Grüßen

    W. St.

    1. Matthias WiesenseeRedaktion

      Hallo Wolfgang,g
      wir halten sehr viel davon und geben es bei jedem Foto an, sofern es nicht im Bild steht.
      Es wird kein Material ohne Rücksprache von anderen Seiten/Magazinen entnommen.
      Wir haben von dir einige Artikel auf my-fish, die in Rücksprache mit dir und der Datz uns freigegeben wurden. Ich freue mich, dass du unsere Aktivitäten zu schätzen weißt.
      Die Quellen bei deinen Bildern sind alle vorhanden, soweit ich es sehen kann. Die Bilder wurden, nachdem ein Artikel mit diesen Bildern veröffentlich wurde (nach Freigabe), hier dazugesetzt. Gerne können wir via Mail (kennst ja meine Daten) den Rest klären.

      Schönes Wochenende
      Matthias

  2. PARIS Carlo

    guten tag…….bonjour,
    si j’écris en français, est ce que vous pourrez me répondre ?
    danke schon
    Carlo

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  • Schwierigkeit: Einfach

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