Oryzias minutillus

Deutscher Name: Zwerg-Reisfisch

Weibchen - Quelle: aqua-global - Dr. Jander & Co. OHG
Herkunft:
Südostasien, Thailand
Farben:
blau, orange, transparent
Schwierigkeit:
Einfach (Fortgeschrittene Anfänger)
Art: Oryzias minutillus
Gattung: Oryzias
Familie: Adrianichthyidae

Beschreibung

Der Zwerg-Reisfisch (Oryzias minutillus) ist mit nur 1,7 cm (SL) bzw. ca. 2 cm (TL) einer der kleinsten Vertreter der Reisfische aus der Familie Adrianichthyidae. Der Körper ist halbtransparent, die Wirbelsäule bleibt durch den Körper sichtbar. Die Flanken zeigen einen irisierenden blauen Schimmer, der bei guter Beleuchtung zur Geltung kommt. Orange Farbtöne treten punktuell an Nase und Augenpartie auf. Im Aquarium zeigt der Zwerg-Reisfisch ein ruhiges, zurückhaltendes Schwarmverhalten und bevorzugt die oberen bis mittleren Wasserregionen. Er bewegt sich wendig zwischen Pflanzenbeständen. Bei der Balz dunkeln Männchen deutlich nach und verteidigen kurzzeitig kleine Reviere, um Weibchen anzulocken.
Sozialverhalten: Schwarm
Temperament: friedlich
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Sehr kleine Endgröße (bis ca. 1,7 cm SL / 2 cm TL)
  • Substratlaicher: Eier haften kurzzeitig an der Genitalregion des Weibchens, bevor sie an Pflanzen abgelegt werden
  • Bevorzugt sehr feines Lebendfutter und feinste Nahrungspartikel
  • Geringes Sprungrisiko; Abdeckung dennoch empfohlen
  • Geeignet für gut bepflanzte Gesellschaftsbecken mit ruhigen Mitbewohnern
  • Nicht mit anderen Oryzias-Arten halten (Hybridisierung nachgewiesen möglich)

Vergesellschaftungshinweise

Oryzias minutillus ist ein friedlicher Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden. Größere Gruppen stärken das Sicherheitsgefühl und reduzieren stressbedingte Verhaltensstörungen. Aggressionen beschränken sich auf kurzzeitige Revierstreitigkeiten zwischen Männchen während der Balz. Schnecken sind unproblematisch. Adulte Garnelen werden toleriert, Junggarnelen können jedoch gefressen werden. Aufgrund der geringen Körpergröße besteht Gefahr durch größere oder sehr aktive Mitbewohner. Geeignete Beifische sind sehr kleine Arten wie Boraras, Trigonostigma oder Danionella sowie Garnelen (Caridina, Neocaridina). Andere Oryzias-Arten sind wegen Hybridisierungsgefahr zu meiden. Große oder räuberische Fische sind ungeeignet.

Geschlechtsdimorphismus

Männchen besitzen eine nach außen gewölbte (konvexe) Afterflosse sowie verlängerte vordere Strahlen von Rücken- und Afterflosse mit einer kurzen, röhrenförmigen Genitalpapille. Weibchen sind in der Regel etwas größer und fülliger gebaut mit einer leicht konkaven Afterflosse und verlängerten Bauchflossenstrahlen. Sie tragen während der Reproduktionsphase das typische Ei-Paket an der Genitalregion.
Größe: ca. 1,7 cm (SL), ca. 2 cm (TL)

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte: Temperatur 23–32 °C, pH 6–7,5, GH 2–15 °dGH. Aufgrund der breiten Temperaturtoleranz kann die Art in warm gehaltenen Gesellschaftsbecken gut integriert werden. Als artgerecht gilt ein Becken mit mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter). Dichte Bepflanzung mit feinfiedrigen Wasserpflanzen wie Javamoos, Hydrilla oder Hornkraut bietet Laichsubstrat und Jungfisch-Schutz. Ein feiner Sand- oder Schlamm-Bodengrund unterstützt Mikroorganismen als Nahrungsquelle. Die Strömung sollte moderat bis gering sein. Helle, aber nicht grelle Beleuchtung fördert die Pflanzenentwicklung und verstärkt den irisierenden Blauschimmer. Das Sprungrisiko ist gering, eine Abdeckung wird dennoch empfohlen. Andere Oryzias-Arten sind wegen Hybridisierungsgefahr nicht als Beifische geeignet. Der Zwerg-Reisfisch ist durch seine friedliche Natur und dekorative Färbung eine gute Wahl für pflanzenreiche, ruhige Gesellschaftsbecken.
Wasserhärte:
weich bis hart
pH-Wert
6-7,5
Temperatur:
23-32 °C
Beckengröße:
ab 60 cm, 54 Liter

Zucht und Fortpflanzung

Oryzias minutillus ist ein Substratlaicher. Die Zucht gilt als einfach bis mittel und ist gut dokumentiert. Weibchen können bei guter Konditionierung alle paar Tage oder sogar täglich Eier produzieren. Die Balz beginnt häufig in den frühen Morgenstunden; Männchen dunkeln deutlich nach. Die adhäsiven Eier werden in einem kompakten Paket ausgestoßen und befruchtet, haften dann an der Genitalregion des Weibchens und werden an Pflanzen oder Moos abgelegt. Zuchtwasserwerte: Temperatur 25–27 °C, pH 6–7,5, GH max. 12 °dGH. Die Inkubation dauert 1–3 Wochen. Erstfutter: Infusorien, Pantoffeltierchen oder feinste Mikrowürmer. Eltern fressen frei schwimmende Jungfische, daher dichter Pflanzenbewuchs oder separate Aufzucht empfohlen. Geschlechtsreife nach ca. 3 Monaten.

Ernährung/Futterbedarf

Oryzias minutillus ist ein Mikro-Prädator und benötigt sehr feines Futter. Geeignet sind frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien, Mikrowürmer und fein zerkleinerte Cyclops. Ergänzend wird fein zerriebenes Flockenfutter oder Pulverfutter akzeptiert. Die Fütterung sollte auf mehrere kleine Portionen pro Tag verteilt werden. Für die Aufzucht ist Starterfutter in mikroskopischer Größe nötig.
Ernährungstyp: Fleischfresser (Carnivore)
Alterserwartung
ca. 3 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Oryzias minutillus stammt aus Südostasien und kommt im Einzugsgebiet des Mekong und Chao Phraya vor: Thailand, Laos, Kambodscha, Vietnam und Myanmar. Die Art bewohnt klare, flache Gewässer mit weichem Substrat (Sand, Schlamm, Detritus) und dichter Wasserpflanzenvegetation. Typische Habitate sind langsam fließende bis stehende Flussarme, Überschwemmungszonen und vegetationsreiche Uferbereiche. Saisonale Schwankungen beeinflussen Verhalten und Fortpflanzungsaktivität.

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