Paracheirodon innesi var.
Beschreibung
Der Diamantkopf-Neonsalmler ist eine Zuchtform des Neonsalmlers (Paracheirodon innesi), die sich durch metallisch glitzernde Schuppen auf dem Kopfbereich auszeichnet. Je nach Lichteinfall wirken diese Schuppen wie kleine Diamanten. Ansonsten entspricht die Grundfärbung dem klassischen Neonsalmler: ein leuchtend blauer Horizontalstreifen vom Auge bis zur Fettflosse und ein roter Streifen, der die hintere Körperhälfte bis zur Schwanzflosse bedeckt.
Der Körper ist seitlich abgeflacht und stromlinienförmig. In der Gruppe bilden Diamantkopf-Neons enge, synchronisierte Schwärme und bevorzugen die mittlere Schwimmzone. Haltung und Pflege unterscheiden sich nicht von der Naturform. Die Diamantkopf-Variante kommt in der Natur nicht vor und ist ausschließlich eine Zuchtform.
Besonderheiten
- Zuchtform mit metallisch glitzernden Schuppen auf dem Kopf (Diamantkopf)
- Haltung und Pflege identisch zur Naturform P. innesi
- Neonkrankheit (NTD): unheilbar und hochansteckend, Quarantäne neuer Tiere Pflicht
- Schwarmhaltung ab 10 Tieren, empfohlen 15-20
- Empfindlich auf plötzliche Wasserwert-Schwankungen
- Nicht verwechseln mit Rotem Neon (P. axelrodi)
Vergesellschaftungshinweise
Der Diamantkopf-Neonsalmler ist ein sehr friedlicher Schwarmfisch und muss in Gruppen ab 10 Tieren (empfohlen: 15-20 Tiere) gehalten werden. Einzeln gehaltene Tiere verkümmern und werden krankheitsanfällig.
Geeignete Mitbewohner sind Zwergbuntbarsche (Apistogramma spp.), Panzerwelse (Corydoras spp.), Ohrgitterharnischwelse (Otocinclus spp.), andere kleine Salmler, Beilbauchfische sowie Zwerggarnelen (Neocaridina, Caridina). Adulte Garnelen und Schnecken werden nicht behelligt. Größere, räuberische oder sehr aktive Fische vermeiden. Nicht mit dem Roten Neon (P. axelrodi) verwechseln, der wärmeres, weicheres Wasser bevorzugt.
Geschlechtsdimorphismus
Weibchen sind fülliger und kräftiger gebaut, besonders bei Laichreife. Der blaue Längsstreifen erscheint bei Weibchen häufig leicht gebogen, bei Männchen gerader. Männchen sind insgesamt schlanker und etwas kleiner. Die Farbintensität unterscheidet sich bei der Diamantkopf-Variante nicht zwischen den Geschlechtern.
Haltungstipps / Pflege
Der Diamantkopf-Neonsalmler benötigt ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge (ab 54 Liter). Empfohlene Wasserwerte: 20-26 °C, pH 5,0-7,5, GH 2-10 °dGH.
Dichte Randbepflanzung mit freiem Schwimmraum in der Mitte, Wurzelholz, Falllaub und abgedunkelte Bereiche schaffen ein naturnahes Umfeld. Schwache bis mäßige Beleuchtung und geringe Strömung. Ein dunkler Bodengrund bringt die Farben optimal zur Geltung. Regelmäßige Wasserwechsel (wöchentlich 20-30 %) und stabile Wasserwerte sind besonders wichtig, da Neonsalmler empfindlich auf plötzliche Schwankungen reagieren. Sanfte Filterung ist ausreichend.
Zucht und Fortpflanzung
Die Zucht des Diamantkopf-Neonsalmlers ist anspruchsvoll und gelingt nur unter kontrollierten Bedingungen. Separates, stark abgedunkeltes Zuchtbecken (ca. 20-30 Liter) mit sehr weichem, saurem Wasser: pH 5,0-6,0, GH unter 4 °dGH, 24-25 °C.
Feinfiedrige Pflanzen (Javamoos) oder ein Laichrost als Substrat. Minimale Beleuchtung, da Eier und Larven lichtempfindlich sind. Das Weibchen legt bis zu 130 Eier frei ins Wasser. Elterntiere sind starke Laichräuber und müssen sofort entfernt werden. Schlupf nach 24-36 Stunden, freischwimmend nach 3-4 Tagen. Erstfutter: Infusorien, dann Artemia-Nauplien und Mikrowürmer.
Ernährung/Futterbedarf
Der Diamantkopf-Neonsalmler ist ein Allesfresser mit leicht karnivorer Tendenz. Feines Flockenfutter, Mikrogranulate sowie Lebend- und Frostfutter werden angenommen. In der Natur ernährt er sich hauptsächlich von kleinen Insektenlarven, Würmern und Krebstierchen. Regelmäßige Gaben von Artemia-Nauplien, Daphnien, Cyclops und Mückenlarven fördern Kondition und Farbintensität. Mehrmals tägliche kleine Portionen sind empfehlenswert.
Der Neonsalmler ist Namensgeber der Neonkrankheit (Neon Tetra Disease, NTD), verursacht durch den Parasiten Pleistophora hyphessobryconis. Die Krankheit ist unheilbar und hochansteckend. Vorbeugung: Quarantäne neuer Tiere (mindestens 2-3 Wochen), Vermeidung von Tubifex als Lebendfutter, stabile Wasserbedingungen.
Natürlicher Lebensraum
Die Wildform stammt aus dem Einzugsgebiet des oberen Amazonas in Peru, Kolumbien und Brasilien. Natürliche Habitate sind langsam fließende, schattige Waldbäche und Schwarzwasserzuflüsse des Rio Solimoes und Rio Putumayo mit reichlich Totholz, Falllaub und dichter Ufervegetation. Das Wasser ist huminstoffhaltig, weich und sauer (pH oft 4-6). Die Diamantkopf-Variante kommt in der Natur nicht vor.