Peckoltia sp. L38
Beschreibung
Peckoltia sp. L38, der Gebänderte Zwergschilderwels, wird 10-12 cm (SL) groß und ist ein kompakter, gedrungener L-Wels aus der Familie der Loricariidae. Die Grundfärbung ist rötlich bis cremefarben, durchzogen von dunkelbraunen, unregelmäßigen Linien und Streifen, die den Tieren eine gute Tarnung zwischen Steinen und Holz verleihen.
Adulte Männchen entwickeln einen markanten Odontodenbewuchs an der hinteren Körperhälfte, am Schwanzstiel, an den Brustflossenstacheln und hinter den Kiemendeckeln. Weibchen bleiben glatter und zeigen im Laichzustand eine breitere Körperform. Im Aquarium dämmerungs- und nachtaktiv, weidet abends Aufwuchs und Biofilm von Holz und Steinen ab.
Besonderheiten
- Kein Holzfresser! Raspelt nur Biofilm und Aufwuchs von Holzoberflächen (im Gegensatz zu Panaque)
- Allesfresser mit Proteinpräferenz
- Gruppenhaltung ab 4-6 Tieren empfohlen
- Dämmerungs- und nachtaktiv
- Väterliche Brutpflege (Höhlenbrüter)
- Kupferhaltige Medikamente und Dünger vermeiden (Loricariidae)
Vergesellschaftungshinweise
Peckoltia sp. L38 ist friedlich und für Gruppenhaltung geeignet (mindestens 4-6 Tiere). Ausreichend Höhlen sollten vorhanden sein, um innerartliche Reibereien zu minimieren. Während der Brutzeit verteidigen Männchen ihre Höhlen energisch.
Geeignete Beifische sind kleinere bis mittelgroße, friedliche Salmler, bodenbewohnende Corydoras-Arten, Ancistrus sowie Garnelen (Neocaridina, Caridina) und Schnecken. Gegenüber ähnlich geformten Welsen können die Tiere territorial reagieren, wenn zu wenige Verstecke vorhanden sind.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen entwickeln einen deutlichen, borstigen Odontodenbewuchs an der hinteren Körperhälfte, am Schwanzstiel, an den Brustflossenstacheln und hinter den Kiemendeckeln. Bei stark ausgeprägten Männchen erinnert der Bewuchs am Schwanzstiel an eine Flaschenbürste. Weibchen fehlen diese dichten Odontoden und wirken insgesamt glatter. Laichbereite Weibchen zeigen eine breitere Körperform, besonders hinter den Brustflossen in der Draufsicht.
Haltungstipps / Pflege
Peckoltia sp. L38 benötigt ein Aquarium ab 100 cm Kantenlänge (ab 160 Liter). Empfohlene Wasserwerte: 25-29 °C, pH 6,0-7,5, GH 2-12 °dGH.
Strukturreiche Einrichtung mit reichlich Verstecken aus Tonröhren, Wurzelholz und Steinen. Moderate bis starke Strömung. Leistungsfähige Filterung (4-5-faches Beckenvolumen pro Stunde). Weiches Wurzelholz (Moorkienholz) sollte dauerhaft vorhanden sein, da die Tiere den Biofilm und Aufwuchs darauf abraspeln (keine Holzfresser!). Gedämpfte Beleuchtung und dichte Rückzugszonen. Regelmäßige Teilwasserwechsel von 30-50 % wöchentlich.
Kupferhaltige Medikamente und Dünger sind für Harnischwelse giftig und dürfen nicht eingesetzt werden.
Zucht und Fortpflanzung
Peckoltia sp. L38 ist ein Höhlenbrüter mit väterlicher Brutpflege. Die Zucht gilt als mittel schwierig.
Zur Zucht eignen sich einseitig geöffnete Tonröhren in passender Größe. Optimale Zuchtwasserwerte: pH 6,0-6,5, GH um 7 °dGH, 27 °C, Leitwert ca. 300 µS/cm. Das Weibchen legt die Eier in der Höhle ab, das Männchen übernimmt die Brutpflege und bewacht das Gelege. Die Larven schlüpfen nach etwa 8 Tagen. Die Jungfische sind relativ groß und fressen nach Verlassen der Höhle direkt feines Futter.
Ernährung/Futterbedarf
Peckoltia sp. L38 ist ein Allesfresser mit Vorliebe für proteinreiche Kost. Hauptnahrung sind sinkende Frostfutterangebote wie Artemia, rote und weiße Mückenlarven sowie gelegentlich Tubifex. Ergänzend Welstabs, Granulat und pflanzliche Beikost (Gurke, Zucchini, vorgekochte Kartoffel). Weiches Wurzelholz sollte dauerhaft im Becken sein, da die Tiere den darauf siedelnden Biofilm abraspeln. Peckoltia sind keine Holzfresser wie Panaque-Arten und verdauen das Holz selbst nicht.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Peckoltia sp. L38 stammt aus dem Einzugsgebiet des unteren Rio Tocantins in Brasilien, Bundesstaat Para, nahe der Ortschaft Mocajuba. Die Art besiedelt strömungsreiche Flussabschnitte mit Substrat aus unterschiedlich großen Steinen, Sand und Feinkies. Totholz und Felsspalten bieten zahlreiche Versteckmöglichkeiten. Die Tiere leben an Strömungskanten und hinter Steinen, wo sie Aufwuchs und Biofilm als Nahrungsgrundlage finden. Pflanzen spielen im natürlichen Habitat keine wesentliche Rolle.