Pelvicachromis taeniatus Smaragdprachtbarsch

Deutscher Name: Smaragdprachtbarsch

Herkunft:
Afrika, Kamerun, Nigeria, Westafrika
Farben:
blau, gelb, grün
Schwierigkeit:
Mittel
Art: Pelvicachromis taeniatus
Gattung: Pelvicachromis
Familie: Cichlidae

Beschreibung

Pelvicachromis taeniatus Bipindi ist ein auffällig gefärbter Zwergbuntbarsch aus Westafrika, dessen Körper metallisch schimmert und je nach Stimmung und Population in Gold, Rot, Grün und Violett variiert. Das Männchen zeigt oft verlängerte, spitz zulaufende Rücken- und Afterflossen sowie eine charakteristisch gelblich gefärbte Oberlippe; seine Schuppen sind deutlich konturiert, und die Schwanzflosse ist abgerundet, häufig mit Punktmuster im oberen Bereich. Das Weibchen ist gedrungener gebaut, weist einen intensiv violett-roten Bauch auf, der besonders in der Laichzeit leuchtet, und bildet damit einen starken Kontrast zum eher schimmernden Männchen. Im Aquarium zeigt P. taeniatus Bipindi ein typisches Zwergbuntbarsch-Verhalten: außerhalb der Laichzeit verhält sich die Art in der Regel relativ friedlich gegenüber anderen freischwimmenden Fischen, während sie im Bodensaum aktiv nach Nahrung sucht. Zur Brutzeit verändert sich das Verhalten deutlich; Paare bilden stabile Reviere und verteidigen diese mit Nachdruck. Auffällig sind die engen Bindungen zwischen den Eltern während der Brutpflege, die für Aquarianer ein lohnenswertes Beobachtungsobjekt darstellen. Pelvicachromis taeniatus zeigt eine hohe Variabilität in Musterung und Intensität der Färbung, je nach Herkunftsregion. In der Aquaristik werden verschiedene Lokalpopulationen gehandelt, darunter Nigeria Red, Moliwe, Kienke, Lobe, Wouri und Calabar. Diese geografischen Farbformen sollten zur Erhaltung der Linienechtheit nicht untereinander gekreuzt werden. Der Handelsname „Bipindi“ bezieht sich auf einen Fundort in Südkamerun; taxonomisch ist zu beachten, dass einige Kamerun-Populationen heute teils anderen Arten (z. B. P. drachenfelsi) zugeordnet werden und im Handel dennoch häufig als P. taeniatus geführt werden.
Sozialverhalten: Paarweise
Temperament: aggressiv
Verträglichkeit mit Wirbellosen: gut

Besonderheiten

  • Paarbildende Zwergbuntbarschart mit starker Revierbildung während der Brut.
  • Substratlaicher und Höhlenbrüter: enge Verstecke werden bevorzugt.
  • Stark ausgeprägte Elternpflege: beide Eltern beteiligen sich an Aufzucht und Schutz.
  • Neigt zum Graben und Zupfen im Bodengrund, daher geeignete Substratwahl wichtig.
  • Springer-Risiko gering, trotzdem gut schließende Abdeckung empfohlen.
  • Über ein Dutzend geografische Farbformen; keine Kreuzungen zwischen Populationen.

Vergesellschaftungshinweise

P. taeniatus Bipindi ist paarbildend und sollte idealerweise als Paar gehalten werden. Die Mindestgruppe besteht aus zwei Tieren; empfohlen wird jedoch ein harmonisch gebildetes Paar für ein stressarmes Sozialgefüge. Die beste Methode, ein kompatibles Paar zu erhalten, besteht darin, eine Gruppe von sechs oder mehr Jungfischen heranzuziehen, damit die Paarbildung natürlich erfolgt. Bei einer Paarhaltung verteidigen die Tiere während der Brut ihr Revier vehement, während außerhalb der Fortpflanzungsphase die Territorien deutlich kleiner und Konflikte seltener sind. Das Temperament ist differenziert: Im Normalzustand sind die Fische vergleichsweise friedfertig gegenüber offenen Schwimmern, jedoch territorial gegenüber anderen Bodenbewohnern und Konspezifischen. Während der Brutzeit steigt die Aggressivität erheblich; Eltern verteidigen Höhlen, Gelege und später die Jungfische gegenüber allen potenziellen Störenfrieden. Junggarnelen gelten als gefährdet und können als Beute angesehen werden; adulte Garnelen werden meist toleriert. Schnecken sind in der Regel unproblematisch. Pelvicachromis taeniatus Bipindi lässt sich gut mit friedlichen Arten aus ähnlichen ökologischen Nischen vergesellschaften: kleine Salmler, Bärblinge, Danios, Rasboras, Corydoras, Fadenfische und Panzerwelse sind bewährte Gesellschaftsfische. Andere westafrikanische Zwergbuntbarsche können bei ausreichend Platz ebenfalls gehalten werden. Zu vermeiden sind große, aggressive oder sehr lebhafte Arten sowie Malawi- und Tanganjika-Buntbarsche mit stark abweichenden Wasseransprüchen. Bei der Auswahl des Besatzes ist die Gefährdung von Junggarnelen zu berücksichtigen.

Geschlechtsdimorphismus

Die Geschlechter sind gut unterscheidbar: Männchen erreichen bis zu 8 cm Standardlänge (SL) und sind insgesamt größer und schlanker gebaut; sie besitzen spitz zulaufende unpaare Flossen, deutlich konturierte Schuppen und eine charakteristisch gelbliche Oberlippe. Weibchen bleiben kleiner, bis etwa 6 cm SL, wirken gedrungener und tragen den charakteristischen intensiv violett-roten Bauch, der insbesondere in der Laichzeit sehr auffällig wird. Während der Brut zeigen Weibchen oft eine besonders kräftige Bauchfärbung und ausgeprägte Bauchflossen, die als Signal an das Männchen und als Abschreckung gegenüber Eindringlingen dienen.
Größe: ca. M: 8 cm SL, W: 6 cm SL

Haltungstipps / Pflege

Wasserwerte (Aquarium): Temperatur 22-26 °C, pH 5.0-7.5, GH 5-12 °dGH. Diese Wasserwerte sind die empfohlenen Haltungsparameter für eine stabile und gesunde Pflege von P. taeniatus Bipindi im Aquarium. Achten Sie insbesondere auf eine gleichmäßige Wasserqualität und regelmäßige Teilwasserwechsel, um Stress und Erkrankungen vorzubeugen. Für Zucht und optimales Wohlbefinden wird weiches, leicht saures Wasser empfohlen. Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge, entsprechend ca. 71 L, ist für ein einzelnes Paar ausreichend. Bei Gruppenhaltung, zusätzlichen Begleitfischen oder wenn weitere Reviere geschaffen werden sollen, empfiehlt sich ein größeres Becken von 80 cm oder mehr. Einrichtung: Verwenden Sie einen feinen Sand- oder Kiesgrund, da P. taeniatus gerne am Substrat gräbt. Stellen Sie zahlreiche Versteckmöglichkeiten in Form von halben Kokosnüssen, Tonröhren, Wurzelholz und dichten Pflanzzonen zur Verfügung, die sowohl Revierabgrenzung als auch Laichhöhlen bieten. Falllaub oder Erlenfrüchte können das Wasser optisch wie chemisch aufwerten und natürliche Strukturen schaffen. Strömung: Bevorzugt langsam fließende Bedingungen. Eine sanfte bis moderate Strömung genügt und entspricht den natürlichen Uferbereichen, in denen die Art vorkommt. Filterung und Sauerstoffversorgung: Eine zuverlässige Filterung mit biologischer Filterleistung ist wichtig. Trotz des geringen Sprungrisikos sollte das Becken sicher abgedeckt werden. Pflanzen und Dekoration: Dichte Randbepflanzung und schattige Bereiche schaffen Sicherheitszonen und verringern Stress. Robuste Pflanzen bieten zugleich Rückzugsplätze für Jungfische und schwächere Tiere. Beleuchtung: Normale Aquarienbeleuchtung ist ausreichend; zu intensive Beleuchtung kann zu Stress führen, daher sollten Schattenzonen vorhanden sein. Wasserwechsel und Pflege: Regelmäßige, moderate Wasserwechsel helfen, die Wasserchemie stabil zu halten. P. taeniatus profitiert besonders von gut gepflegten Becken mit niedrigem Nitratpegel und stabiler Wasserqualität.
Wasserhärte:
weich bis mittelhart
pH-Wert
5-7,5
Temperatur:
22-26 °C
Beckengröße:
ab 60 cm Kantenlänge (ca. 71 L) für ein Paar

Zucht und Fortpflanzung

Zuchtstatus: gut dokumentiert. Pelvicachromis taeniatus Bipindi ist in der Aquaristik regelmäßig bis zur F5+ Generation nachgezüchtet worden und gilt als mittelschwer in der Zucht. Fortpflanzungstyp: Substratlaicher (Höhlenbrüter). Die Art nutzt enge Höhlen als Laichplatz und zeigt starke Elternpflege durch beide Geschlechter. Das Weibchen betreut primär das Gelege in der Höhle, während das Männchen das Revier nach außen verteidigt. Die Bildung monogamer Paare ist typisch. Zuchttemperatur und -wasser: Zucht-Temperatur 25-27 °C, Zucht-pH 5.5-6.5, Zucht-GH maximal 8 dGH. Für die Konditionierung und Auslösung von Laichneigung wird eine leichte Absenkung des pH kombiniert mit weicherem Wasser sowie Temperaturanhebung empfohlen. Konditionierung und Auslöser: Als Auslöser dienen kräftige Fütterung mit Lebendfutter wie roten und schwarzen Mückenlarven, Enchyträen und Artemia sowie gezielte Wasserwechsel mit weichem, leicht saurem Wasser, um Regenzeiten zu simulieren. Die Bereitstellung enger Höhlen wie halber Kokosnüsse oder Tonröhren ist essenziell. Brutpflege und Aufzucht: Gelegegrößen sind dokumentiert zwischen 50 und 300 Eiern. Die Inkubation dauert bei 25-26 °C etwa 2-3 Tage bis zum Schlupf; die Jungen sind nach weiteren 7-8 Tagen freischwimmend. Beide Eltern betreiben aktive Fürsorge und schützen den Schwarm. Zur Aufzucht eignen sich Artemia-Nauplien, Mikrowürmchen und feines Staubfutter. Schwierigkeit: mittel. Erfolgreiche Zucht und Aufzucht erfordern Erfahrung im Umgang mit Wasserparametern, Konditionierung und dem Schutz der Jungfische vor Stress durch andere Beckenbewohner.

Ernährung/Futterbedarf

Pelvicachromis taeniatus Bipindi ist ein Allesfresser. In der Praxis profitieren die Tiere von einer abwechslungsreichen Ernährung aus Artemia, weißen und schwarzen Mückenlarven, Daphnien und Cyclops, ergänzt durch hochwertiges Granulat und Flockenfutter. Für die Konditionierung vor der Zucht sind proteinreiche Lebendfutterarten besonders effektiv. Achten Sie auf eine ausreichende Futtermenge ohne Überfütterung, um Wasserbelastungen zu vermeiden.
Ernährungstyp: Allesfresser (Omnivore)
Alterserwartung
5-8 Jahre

Natürlicher Lebensraum

Pelvicachromis taeniatus stammt aus Westafrika und ist in langsam fließenden Waldbächen und Flüssen entlang der Küstenregionen Nigerias und Kameruns zu finden. Typische Habitate sind Uferzonen mit dichter Randvegetation, überhängenden Wurzeln, Totholz und einer Bodenauflage aus Falllaub. Diese Bereiche bieten schattige, strukturreiche Lebensräume mit zahlreichen Verstecken sowie einem weichen, leicht sauren Wasserbild. Die Strömung ist in diesen Habitaten in der Regel langsam. P. taeniatus ist an saisonale Veränderungen wie Regen- und Trockenzeiten angepasst, was die natürlichen Fortpflanzungszyklen beeinflusst. Wilde Wasserwerte (Naturhabitat): Temperatur 22-25 °C, pH 6.0-7.5 (Waldbach-typisch weich und leicht sauer; Angaben über pH 7.5 hinaus sind für diese Habitate unwahrscheinlich).

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hier bitte alle Kamerun Farbformen rausnehmen und unter kribensis neu einfügen

Danke für den Hinweis.

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