Pseudohemiodon laticeps
Beschreibung
Pseudohemiodon laticeps, der Flunder-Harnischwels, wird 25–30 cm Standardlänge groß und ist ein stark abgeflachter Bodenbewohner mit scheibenförmigem Körperbau. Der Artname laticeps bedeutet wörtlich breiter Kopf. Die Kopfpartie ist breit und flach, die Augen liegen seitlich und nach oben gerichtet. Die Maulregion ist als Saugnapf ausgeprägt, geeignet zum Aufnehmen von Aufwuchs, Detritus und kleinen Beutetieren. Die Tiere sind unauffällig gefärbt und gut getarnt gegen sandigen oder schlammigen Untergrund.
Im Aquarium vergraben sich die Tiere tagsüber gerne im feinen Sand oder legen sich flach auf schlammige Bereiche. Nachts oder in der Dämmerung werden sie aktiv und durchstreifen das Substrat auf der Suche nach Nahrung. Die biologisch interessanteste Besonderheit ist die Brutpflege: Männchen entwickeln eine stark ausgeprägte Unterlippe, an der die Eier haften und während der gesamten Inkubationszeit getragen werden. P. laticeps ist ein echter Lippenbrüter.
Besonderheiten
- Lippenbrüter: Männchen tragen Eier an vergrößerter Unterlippe während der gesamten Inkubation
- Tief abgeflachter, scheibenförmiger Körperbau für Vergraben im feinen Substrat
- Nachtaktiv und bodenorientiert, tagsüber eingegraben
- Subtropische Art: 18–24 °C Haltungstemperatur
- Große Bodenfläche erforderlich (mind. 180 x 60 cm)
- Kupfer-empfindlich (Loricariidae)
Vergesellschaftungshinweise
Pseudohemiodon laticeps ist ein friedlicher, nicht-aggressiver Bodenbewohner. Die Art sollte in Gruppen von mindestens 5 Tieren gehalten werden, mit ausreichend Bodenfläche. Das Temperament ist ruhig bis scheu, überwiegend dämmerungs- bis nachtaktiv. Während der Brutzeit kann sich das Verhalten des Männchens verändern; Störungen sollten dann minimiert werden.
Schnecken werden toleriert. Sehr kleine Junggarnelen können erbeutet werden, adulte Garnelen werden meist toleriert.
Geeignete Beifische: Südamerikanische Salmler, Panzerwelse und kleine Buntbarsche mit ähnlichen Wasseransprüchen. Keine ostafrikanischen Hartwasser-Buntbarsche.
Geschlechtsdimorphismus
Die ausgeprägtesten Geschlechtsunterschiede werden während der Brutzeit sichtbar. Männchen bilden eine stark vergrößerte Unterlippe aus, die als Träger für die Eier dient. Außerhalb der Fortpflanzungszeit sind Unterschiede in Farbe, Flossenform oder Körperproportionen kaum zuverlässig zu erkennen.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 18–24 °C, pH 6,0–7,5, GH 2–12 dGH. Subtropische Art mit kühlerem Temperaturbereich.
Beckengröße: Mindestens 180 cm Kantenlänge mit einer Grundfläche von 180 x 60 cm. Große zusammenhängende Sand- oder Feinsandflächen sind wichtiger als hohe Wassersäulen.
Einrichtung: Weite, offene Flächen mit feinem, glatten Sand als Substrat. Schattenspender durch Wurzeln, Holzstücke und breite Blätter. Moderate Strömung, Filterturnover von 4–5x Beckenvolumen pro Stunde. Gedämpfte Beleuchtung.
Kupfer-Warnung: Wie alle Loricariidae ist P. laticeps kupferempfindlich.
Pseudohemiodon laticeps ist eine flächenintensive Art mit spezieller Lippenbrüter-Brutpflege. Die Haltung erfordert viel Bodenfläche, feinen Sand und ruhige Bedingungen.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Lippenbrüter. Die Zucht ist dokumentiert und als mittel einzustufen.
Das Männchen trägt die Eier an seinen Unterlippenbarteln. Die Eier verbleiben ca. 12–14 Tage am Männchen, bis die Jungen mit großem Dottersack schlüpfen. Der Dottersack wird in ca. 48 Stunden resorbiert. Jungfische nehmen sofort Artemia-Nauplien an. Guter Nachzuchtertrag: 15–20 Jungfische.
Konkrete Zuchtwasserwerte sind nicht dokumentiert.
Ernährung/Futterbedarf
Pseudohemiodon laticeps ist ein opportunistischer Allesfresser. Die Nahrung besteht aus Aufwuchs, Biofilm, Mikroorganismen, Detritus und kleinen wirbellosen Beutetieren. Im Aquarium: sinkende Wafers, Omnivore-Pellets, Artemia, Cyclops, Mückenlarven, Daphnien, Mysis und blanchiertes Gemüse. Abwechslungsreiche Fütterung, bevorzugt zur Dämmerungszeit.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Pseudohemiodon laticeps stammt aus Südamerika und besiedelt die Flusssysteme von Paraná, Paraguay und Uruguay (Südbrasilien, Paraguay, Argentinien). Die Art bewohnt ruhige Flussabschnitte oder Seitenarme mit feinem Sand- oder Schlammboden und geringer bis moderater Strömung.