Pseudomugil gertrudae
Beschreibung
Pseudomugil gertrudae, das Gefleckte Blauauge, wird bis zu 4 cm SL groß und ist ein zierlicher Schwarmfisch aus der Familie Pseudomugilidae. Männchen zeigen lebhafte Zeichnungselemente und kräftigere Farben mit deutlich verlängerten, filigranen Flossen. Weibchen sind insgesamt blasser und gedrungener. Typisch sind die kontrastreichen Flossenmuster, die der Art ihren Trivialnamen einbrachten.
Im Aquarium zeigt Pseudomugil gertrudae ein zurückhaltendes, aber aktives Schwimmverhalten. Die Tiere sind Schwarmfische, die in Gruppen deutlich sicherer wirken und lebhafte Schwarmbewegungen zeigen. Gegenüber großen oder aggressiven Arten verhalten sie sich scheu. In einer ruhigen Beckenumgebung mit Versteckmöglichkeiten und Sichtschutz entfalten sie ihre typische Aktivität.
Die Art kommt in manchen Lokalitäten in tanninhaltigem Schwarzwasser mit niedrigen pH-Werten vor, toleriert aber auch klareres Wasser. Diese Bandbreite spiegelt sich im breiten pH-Toleranzbereich wider.
Besonderheiten
- Schwarmbildende Kleinart mit ausgeprägtem Gruppenzusammenhalt
- Freilaicher: Eier werden an feinblättrige Pflanzen oder Laichmopps angeheftet, keine Brutpflege
- Männchen mit verlängerten, farbintensiveren Flossen
- Adulte Tiere fressen Eier und Jungfische
- Toleriert Schwarzwasserbedingungen (pH ab 4,5)
- Kurzlebige Art: Lebenserwartung 3 bis 5 Jahre im Aquarium
Vergesellschaftungshinweise
Pseudomugil gertrudae ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens 8 bis 10 Tieren gehalten werden. In größeren Gruppen werden Männchen selbstsicherer und zeigen ausgeprägteres Balzverhalten, ohne dabei aggressiv zu werden. Das Temperament ist friedlich bis zurückhaltend.
Schnecken werden toleriert. Junggarnelen sind gefährdet, adulte Garnelen werden in der Regel toleriert.
Geeignete Beifische: Friedliche Schwarmfische ähnlicher Größe aus derselben Bioregion (Australien/Ozeanien). Andere Regenbogenfische und Pseudomugil-Arten passen gut. Keine großen, dominanten oder räuberischen Arten. Afrikanische Buntbarsche sind ungeeignet.
Geschlechtsdimorphismus
Die Geschlechter sind deutlich unterscheidbar. Männchen sind farbenprächtiger und besitzen längere, ausgeprägtere Flossen mit intensiverer Musterung. Typisch ist eine markantere erste Rückenflosse mit gelblichem Einschlag. Weibchen sind zierlicher und blasser gefärbt; im Laichzustand zeigen sie einen runderen Körperbau. Männchen erreichen die Maximalgröße von bis zu 4 cm SL, Weibchen bleiben etwas kleiner.
Haltungstipps / Pflege
Wasserwerte für die Aquarienhaltung: Temperatur 21-28 °C, pH 4,5-7,5, GH 5-12 dGH.
Beckengröße: Mindestens 60 cm Kantenlänge (ca. 54 Liter) für einen Schwarm von 8-10 Tieren.
Einrichtung: Dichte Bepflanzung am Rand mit feinblättrigen Pflanzen und Moospolstern als Laichsubstrat. Offene Schwimmzonen in der Beckenmitte. Schwimmpflanzen für diffuse Lichtverhältnisse. Feiner bis mittelkörniger Bodengrund.
Strömung: Ruhig bis moderat. Moderate Filterung ohne starke Strömung.
Pseudomugil gertrudae ist eine Schwarmart für bepflanzte Gesellschaftsbecken mit ruhigen Beifischen. Die Art ist empfindlich gegenüber dominanten Nahrungskonkurrenten und sollte mit ähnlich ruhigen Arten vergesellschaftet werden.
Zucht und Fortpflanzung
Fortpflanzungstyp: Freilaicher (Eierstreuer). Die Zucht ist gut dokumentiert und als mittel einzustufen.
Die Tiere heften haftende Eier an feinblättrige Pflanzen wie Javamoos oder an Laichmopps. Es findet keine Brutpflege statt; adulte Tiere fressen Eier und Jungfische. Laichsubstrat regelmäßig entfernen oder separates Aufzuchtbecken nutzen. Erstfutter: Infusorien, später frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.
Konkrete Zuchtwasserwerte sind nicht spezifisch dokumentiert; Haltungswerte werden in der Praxis übernommen.
Ernährung/Futterbedarf
Pseudomugil gertrudae ist ein Allesfresser mit Neigung zu proteinreicher Kost. In der Natur: Zooplankton und kleine Wirbellose. Im Aquarium: Lebendfutter (Artemia-Nauplien, Daphnien, Moina, Cyclops), Frostfutter (Mückenlarven) und hochwertige Feinflocken oder Mikrogranulate. Mehrmals täglich kleine Portionen füttern, um Nahrungskonkurrenz zu minimieren.
Natürlicher Lebensraum
Pseudomugil gertrudae stammt aus dem nördlichen Australien (Northern Territory, Queensland), den Aru-Inseln (Indonesien) und Papua-Neuguinea. Die Art bewohnt flache, ufernahe Bereiche mit dichter Vegetation in ruhig fließenden oder stehenden Randzonen von Bächen, Seen, Billabongs und Sümpfen. In manchen Lokalitäten sind die Gewässer tanninhaltig mit niedrigen pH-Werten.