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Zierfische, Familie Amiidae

Kahlhecht Amia calva

Redaktion my-fish, aktualisiert am

Der Kahlhecht (Amia calva) ist der einzige noch lebende Vertreter der Familie Amiidae und damit ein lebendes Fossil mit rund 100 Millionen Jahren Stammesgeschichte. Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: Er wird bis zu 109 cm lang und fast 10 kg schwer, braucht im Sommer gekühltes Wasser und eine Spezialanlage von mindestens 5.000 Litern.

  • Schwierigkeit: Schwierig
  • Einzelgänger
  • Aggressiv
  • bis 109 cmEndgröße

  • 10-12 JahreLebenserwartung

  • 15-24 °CTemperatur

  • 6-7,5pH-Wert

  • 3-15 °dGHGesamthärte

  • ab 5000 lAquariengröße

Beschreibung

Er besitzt einen langgestreckten, walzenförmigen Körper mit einer sehr langen Rückenflosse, die sich über den größten Teil der Rückenlinie erstreckt. Die Grundfärbung variiert von olivgrün bis braun; Männchen tragen einen markanten, gelb-orange umrandeten schwarzen Augenfleck an der oberen Schwanzwurzel.

Amia calva ist ein fakultativer Luftatmer: Die stark vaskularisierte Schwimmblase fungiert als akzessorisches Atemorgan und erlaubt es ihm, sauerstoffarmes Wasser zu tolerieren und bei Bedarf an der Oberfläche Luft zu schlucken.

Wichtiger Hinweis: Die Art erreicht bis zu 90 cm SL (max. 109 cm TL) und ist für normale Heimaquarien nicht geeignet. Die Haltung ist spezialisierten Einrichtungen und erfahrenen Aquarianern mit entsprechender Infrastruktur vorbehalten.

Haltung und Pflege

Ein normales Wohnzimmeraquarium reicht für diesen Fisch nicht aus: Ausgewachsene Tiere brauchen eine Spezialanlage von mindestens 5.000 Litern mit Kühlung. Wasserwerte: Temperatur 15 bis 24 °C, pH 6,0 bis 7,5, GH 3 bis 15 dGH. Die Art erfordert im Sommer eine Kühlung des Wassers.

Mindestens 350 x 150 x 100 cm und über 5.000 Liter. Das Becken muss mit einer fest schließenden, beschwerten Abdeckung gesichert sein, da der Kahlhecht hervorragend springt. Weicher Bodengrund (Sand oder Feinkies). Dichte Bepflanzung und zahlreiche Verstecke aus Wurzeln und Treibholz. Schwache bis moderate Strömung. Schattige Bereiche.

Fütterung 2 bis 3 Mal pro Woche für Adulte. Die große Futterbiomasse erfordert leistungsstarke Filterung und häufige Wasserwechsel. Vorsicht: Amia calva besitzt sehr scharfe Zähne und schlägt beim Fressakt schnell zu.

Amia calva ist ein archaischer Raubfisch, dessen Haltung für spezialisierte Aquarianer mit Chiller, sehr großer Anlage und gesicherter Abdeckung in Betracht kommt.

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Verhalten und Vergesellschaftung

Amia calva ist ein solitärer, hochgradig räuberischer Lauerjäger. Die Art ist territorial und aggressiv gegenüber Artgenossen wie auch gegenüber anderen Fischen. In der Brutzeit steigt die Aggressivität des Männchens erheblich. Die Art wird am besten einzeln gehalten.

Sämtliche kleineren Fische, alle Krebstiere, Garnelen und Amphibien werden als Beute betrachtet. Schnecken sind ebenfalls gefährdet. Für Vergesellschaftung kommen nur sehr große, robuste Nordfischarten in Betracht, die nicht ins Beutespektrum fallen und kühle Wasserwerte tolerieren.

Ernährung

Obligater Karnivore. In der Natur erbeutet Amia calva Fische, Krebstiere, Amphibien, Insekten und Weichtiere. Im Aquarium: Weißfische, Stinte, Regenwürmer, Krebstiere, Muschelfleisch, große Insektenlarven und Frostfutter. Auf Rinderherz und anderes Fleisch von Warmblütern verzichten: Die enthaltenen Fette sind bei den kühlen Haltungstemperaturen schlecht verdaulich. Lebend- und Frostfutter bevorzugen. Adulte 2 bis 3 Mal pro Woche füttern.

Zucht

In der Natur gut dokumentiert; aquaristische Nachzuchten existieren nicht oder nur in Einzelfällen. Laichtemperatur 16 bis 19 °C, getriggert durch steigende Frühjahrstemperaturen.

Substratlaicher mit väterlicher Brutpflege. Das Männchen räumt eine flache Nestmulde aus und bewacht Eier und Jungfische intensiv. Inkubationszeit ca. 8 bis 10 Tage bei 16 bis 19 °C. Larven verbleiben 7 bis 10 Tage im Nest. Das Männchen bewacht die Jungfische bis ca. 10 cm Länge. Gelegekapazität in der Natur: 23.000 bis 64.000 Eier. Zuchtschwierigkeit: für die Heimaquaristik nicht realisierbar.

Zuchtwasser: 16 bis 19 °C

Natürlicher Lebensraum

Amia calva ist in Nordamerika verbreitet: vom St. Lawrence-System, den Großen Seen und dem Mississippi-Einzugsgebiet bis nach Texas und Florida. Die Art bewohnt Stillgewässer mit dichter Ufervegetation, Seenbuchten, Altwasserarme und langsam fließende Flusspassagen. Der Bodengrund ist meist Schlamm oder feiner Sand. Die Art zeigt saisonale Wanderungen und zieht sich im Winter in tiefere Zonen zurück.

Geschlechtsunterschiede

Männchen sind in der Regel kleiner als Weibchen. Das markanteste Merkmal ist der schwarze Augenfleck mit gelb-oranger Umrandung an der oberen Schwanzwurzel, den nur Männchen deutlich ausgeprägt tragen. Bei Weibchen fehlt er oder ist nur als dunkler Fleck ohne farbige Umrandung sichtbar.

Gut zu wissen

  • Kein Fisch für ein normales Wohnzimmeraquarium: bis 109 cm Gesamtlänge und fast 10 kg, Spezialanlage ab 5.000 Litern mit Kühlung nötig
  • Solitärer Lauerjäger mit starkem Territorialverhalten
  • Fakultativer Luftatmer (vaskularisierte Schwimmblase)
  • Springer: Becken muss mit fest schließender, beschweter Abdeckung gesichert sein
  • Sehr lange Rückenflosse über nahezu die halbe Körperlänge
  • Ausgeprägte Saisonalität: Winterrückzug, Frühjahrslaich
  • Brutpflege durch das Männchen: Nestbau und Jungtierschutz
  • Lange als einzige rezente Art der Familie Amiidae geführt; seit der Revision von Wright et al. 2022 gilt Amia ocellicauda als zweite gültige Art, zu der ein Großteil der Tiere aus dem Gebiet der Großen Seen und des Mississippi zählt

Galerie

Häufige Fragen

Kann man den Kahlhecht im Aquarium halten?

Nicht in einem normalen Wohnzimmeraquarium. Der Kahlhecht wird bis zu 109 cm lang, fast 10 kg schwer und bis 30 Jahre alt, er braucht kühles Wasser und eine Spezialanlage von mindestens 5.000 Litern. Im Handel ist die Art selten.

Welche Wasserwerte braucht der Kahlhecht?

Temperatur 15 bis 24 °C, pH 6,0 bis 7,5 und GH 3 bis 15 dGH. Im Sommer ist in der Regel ein Chiller zur Kühlung notwendig.

Wie groß wird der Kahlhecht?

Amia calva erreicht bis zu 90 cm Standardlänge und maximal 109 cm Totallänge. Die Art ist für normale Heimaquarien nicht geeignet und benötigt Becken ab 350 cm Kantenlänge mit über 5.000 Litern.

Kann man den Kahlhecht vergesellschaften?

Einzelhaltung ist die Regel. Sämtliche kleineren Fische, Garnelen und Amphibien werden als Beute betrachtet. Nur sehr große, robuste Nordfischarten kommen als Beifische in Betracht.

Was frisst der Kahlhecht?

Obligater Karnivore. Fische, Krebstiere, Regenwürmer, Muschelfleisch und große Insektenlarven. Fütterung 2 bis 3 Mal pro Woche für adulte Tiere.

Hinweis zu den Daten

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