Pseudomugil pellucidus
Beschreibung
Das Durchsichtige Blauauge (Pseudomugil pellucidus) wird etwa 3,1 cm (SL) groß und gehört zur Familie der Blauaugen (Pseudomugilidae). Der Körper ist schlank und stromlinienförmig mit einer charakteristisch transparenten Grundfärbung, auf die der Artname „pellucidus“ (lateinisch: durchscheinend) verweist. Die Flossen sind zierlich und ermöglichen ein wendiges Schwimmverhalten unmittelbar unter der Wasseroberfläche.
Im Aquarium zeigt Pseudomugil pellucidus ein lebhaftes, oberflächenorientiertes Schwarmverhalten. Die Art patrouilliert in kleinen Gruppen dicht unter der Oberfläche und nutzt freien Schwimmraum zwischen Pflanzen. Männchen zeigen kurze Balzflüge und leichtes Sparring, ohne dass es zu ernsthaften Konflikten kommt. Die Art reagiert sensibel auf Bewegungen am Beckenrand.
Der IUCN-Status ist Vulnerabel (gefährdet). Wildfänge sollten nur aus nachhaltigen Quellen bezogen werden. Nachzuchten sind der Entnahme aus der Natur vorzuziehen.
Besonderheiten
- Transparenter Körperbau, namensgebend (pellucidus = durchscheinend)
- Oberflächenorientierter Schwarmfisch mit lebhaftem Balzverhalten
- IUCN-Status: Vulnerabel (gefährdet), Nachzuchten bevorzugen
- Kleine Mundöffnung: feines Futter nötig
- Geringes Sprungrisiko, Abdeckung dennoch empfohlen
- Verträglich mit Schnecken, Junggarnelen können gefährdet sein
Vergesellschaftungshinweise
Pseudomugil pellucidus ist ein Schwarmfisch und sollte in Gruppen von mindestens acht bis zehn Tieren gehalten werden. In gut strukturierten Gruppen zeigen die Tiere ein harmonisches Sozialgefüge mit gelegentlichem Balz- und Sparringverhalten zwischen Männchen.
Das Temperament ist friedlich bis lebhaft. Außerhalb der Balzzeit verhält sich die Art ruhig gegenüber Beifischen. Während der Paarungszeit können Männchen gegenüber Rivalen intensiver auftreten, was sich in kurzen Verfolgungsjagden äußert.
Für die Vergesellschaftung eignen sich friedliche Schwarmfische aus derselben Bioregion (Australien, Neuguinea). Andere Pseudomugil-Arten, kleine Melanotaenia-Arten und ruhige Bodenbewohner wie kleine Grundeln sind geeignete Partner. Große oder räuberische Arten sind ungeeignet. Schnecken werden toleriert, Junggarnelen können gefressen werden, adulte Garnelen sind meist sicher.
Geschlechtsdimorphismus
Männchen sind farbintensiver und zeigen während der Balz eine lebhaftere Färbung sowie Revier- und Konkurrenzverhalten. Weibchen erscheinen dezenter gefärbt. Konkrete Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern sind nicht dokumentiert.
Haltungstipps / Pflege
Pseudomugil pellucidus benötigt eine Wassertemperatur von 24-28 °C, einen pH-Wert von 7,0-8,0 und eine Gesamthärte von 5-14 dGH. Das Aquarium sollte mindestens 60 cm Kantenlänge und 54 Liter fassen.
Die Einrichtung sollte offene Schwimmflächen mit Bereichen aus feinfiedriger Vegetation kombinieren. Schwimmende Pflanzen bieten Deckung und gedämpftes Licht. Die obere und mittlere Wasserzone sollte frei bleiben, da die Art bevorzugt dort schwimmt. Der Bodengrund kann feiner Sand oder feiner Kies sein.
Pseudomugil pellucidus bevorzugt schwache bis moderate Strömung. Sanft arbeitende Filter wie Schwammfilter sind empfehlenswert. Die Art stammt aus langsam fließenden, dicht bewachsenen Gewässern und ist nicht an starke Strömung angepasst. Teilweise abgedunkelte Beleuchtung kommt dem natürlichen Verhalten entgegen.
Das Durchsichtige Blauauge ist ein pflegeleichter Schwarmfisch für Einsteiger und Fortgeschrittene, der ein längliches Becken mit viel horizontalem Schwimmraum und vegetativen Rückzugszonen benötigt.
Zucht und Fortpflanzung
Pseudomugil pellucidus ist ein Freilaicher mit mittlerem Zuchtaufwand. Weibchen legen über mehrere Tage hinweg einzelne Eier an Feinblättrige Pflanzen oder Laichmops. Elterliche Fürsorge findet nicht statt, Eier und Jungfische werden von den Eltern gefressen.
Für die Zucht empfiehlt sich ein separates Becken mit sechs bis acht Tieren oder einem Männchen und zwei bis drei Weibchen. Feinmaschige Laichmops oder dichtes Moos dienen als Laichsubstrat. Eier sollten nach dem Ablaichen in ein Aufzuchtbecken überführt werden. Jungfische benötigen feinstes Futter wie Infusorien oder frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien.
Ernährung/Futterbedarf
Pseudomugil pellucidus ist ein Allesfresser mit Neigung zu tierischer Kost. Die kleine Mundöffnung erfordert entsprechend feines Futter.
Im Aquarium eignen sich feine Flocken, Micro-Pellets und Lebendfutter wie Artemia-Nauplien, Daphnien oder Mikrowürmer. Frostfutter wird ebenfalls angenommen. Spirulina-Flocken oder fein zerkleinerte pflanzliche Bestandteile ergänzen die Ernährung. Mehrere kleine Fütterungen pro Tag sind sinnvoller als eine große Portion.
Fütterungshinweis: Lieber mehrmals täglich kleine Portionen füttern als eine große Mahlzeit. Was innerhalb von 2–3 Minuten nicht gefressen wird, ist zu viel.
Natürlicher Lebensraum
Pseudomugil pellucidus stammt aus Australien und Neuguinea und bewohnt langsam fließende, dicht bewachsene Regenwaldströme und Flachwasserbereiche. Die Art nutzt bevorzugt die obere Wasserschicht in ruhigen Uferzonen und Seitenläufen.
Das Habitat ist geprägt von schwimmender Vegetation, dichter Ufervegetation und moderater bis schwacher Strömung. Das Substrat variiert von feinem Sand bis zu submerser Vegetation. Natürlicher Schatten durch Ufervegetation ist verbreitet. Wilde Wasserwerte können lokal variieren und weichen von optimalen Aquarienwerten ab.